„Geh auf die Menschen ein“ – Interview mit Gerhard Schröder #meinweginsweb

Gerhard Schröder

Nach langer Zeit wieder mal ein Interview zu meiner Reihe #meinweginsweb, die ja ja offen weiter läuft. Diesmal beantwortet Gerhard Schröder meine Fragen. Er war hier auch schon in Sachen YouTube als Gastautor tätig und dürfte vielen v.a. aus Google+ und Instagram bekannt sein. Seine Leidenschaft gehört dem Bewegtbild. Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

Bitte stelle Dich kurz vor

Gerhard SchröderGerhard Schröder, ich wohne in Oberhausen, arbeite in Essen „auf Zollverein“ und verbringe viel Zeit mit (herum-)reisen für meine Firma. Auf Facebook, Twitter, YouTube, Instagram, Snapchat, Periscope und Co. bin ich unter dem Namen PADLIVE zu finden.

Drei Hashtags: #Tanzen #Tee #Technik

#Tanzen: Bereits als junger Mann habe ich diese Leidenschaft entdeckt und auch zum Beruf gemacht. Als Tanzlehrer, Leiter einer Tanzschule und professioneller Turniertänzer. Heute ist es ein Hobby, bei dem ich meinen Kopf frei machen kann und auch manchmal den Büroalltag vergesse.

#Tee: Kein Tag ohne Tee, am liebsten heissen Earl Gray. Mit Kaffee habe ich mich noch nie anfreunden können und deshalb haben wir in der Firma auch einen prellgefüllten Teeschrank.

#Technik: Ein Interesse, das ich noch länger verfolge als das Tanzen und das heute in gewissem Sinne ja auch den Mittelpunkt meines beruflichen Lebens ausmacht.

Oder etwas formeller: #Video #Content #Marketing

Diese drei Hashtags sind die Verbindung, die Verschmelzung all meiner beruflichen Erfahrungen, die sich in der Hauptausrichtung meines Unternehmens zum Ausdruck bringen.

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Online bin ich seit circa 30 Jahren.

30 Jahre? Zur Erklärung: Ich bin durch meinen Vater mit 11 Jahren (1980) zur Programmierung und dann – ich meine – 1986 via FIDOnet und dann über LaTeX zum heutigen Web gekommen.

Damals (TM) gab es noch kein „Internet in der heutigen Form“, aber es gab das FIDOnet. Und lange vor den heutigen BarCamps gab es schon FIDO- User-Treffen, bei denen man seine Mail-Box-Nummer (Vorläufer der heutigen eMail-Adresse) auf dem T-Shirt trug. So wie heute bei einem BarCamp die Badges mit dem Twitter-Namen. Für mich war FIDOnet das erste „technische/soziale Netzwerk“ – wenn auch kein Social Network der aktuellen Couleur.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Die erste Firmenwebsite gestaltete ich 1997 oder 1998 für meine damaligen Arbeitgeber aus dem Mittelstand. 1999 wechselte ich in eine Online-Agentur in Bielefeld. Ein lieber Agenturkollege erzählte mir dann von seinem Projekt/StartUp ZOCKS.de. Damit begann meine „eigene Web- Publikation“ – eben das, was man heute Bloggen nennt. Daher möchte ich den Kollegen Mathias Nousch als einen wichtigen Impulsgeber bezeichnen.

Weitere Weggefährten im Social Web waren einige Jugendfreunde, weitere Agentur- Arbeitskollegen und die Mitspieler/Gildengefährten aus Everquest 1, Dark Age of Camelot, World of Warcaft, Age of Conan, EVE Online und Guild Wars 2. Achtung: Gaming ist auch eine eigene Social Community-Filter-Bubble, die bereits zu dieser Zeit stark aufgestellt war. 😉

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt?

Mit dem Aufstieg des klassischem Internets und den ersten Foren tauchte ich 1997/98 in die Welt des WWW ein. Erinnert sich noch jemand an FunCity, eine der ältesten Communities des deutschsprachigen Internets, die vom niedersächsischen Radiosender ffn gegründet wurde? Diese Foren waren für mich die „nächste soziale Evolutionsstufe im Web“. Es gab sogar schon kleine User-Profile und Real-Welt-Treffen. Heute können die wenigsten noch etwas mit Sätzen wie: „Kennst DU den XY in RL?“ anfangen!

Meine ersten Blog-Beiträge schrieb ich, wie oben angedeutet, für ZOCKS, ein Multi-Autoren-Gaming-Blog. Sowas war damals total IN bei Web-Agenturen. Danach kam eine eigene Website mit Kurzgeschichten und 2008 habe ich auf blog.de meinen ersten „richtigen“ Blog gestartet. Er war dann 2008/2009 für ein Nischenthema wichtigste deutsche Inspirations- & Informationsquelle als Blog.

Als einstiger Verkaufsleiter für studiVZ war ich dann natürlich auch früh bei Facebook aktiv. Man lernt viel dazu und auch die Plattformen verändern sich, deshalb habe ich circa 2010 ein neues Profil angelegt. Heute tummele ich mich auf diversen Plattformen unter dem Namen PADLIVE. Der Name entstand 2010 als URL für meinen neuen Blog zum Thema „Digital Publishing mit dem iPad“.

Das Digital Publishing wurde mit steigenden Bandbreiten und der Entwicklung der (Mobile-)Technik immer umfangreicher. Wo es einst nur Text als Mittel der Wahl gab, rückte visuelles Storytelling, zunächst über Bilder, dann auch über Bewegtbild immer mehr in den Mittelpunkt. Im Rahmen meines Publishing-Blogs testete ich deshalb früh die Möglichkeiten der Bewegtbild-Produktion mit dem iPhone. Daraus entstand ein weiteres Hobby, das sich in den letzten 2,5 Jahren immer weiter professionalisiert hat. So wurde aus meiner einstigen Ein-Mann-Beratungsfirma ein nun 13- köpfiges Video-Marketing-Team. Wir sind ein „Full-Service-Video-Dienstleister“ geworden. Von der Bewegtbild-Strategie, Hashtag- & SEO-Analyse über die Produktion bis zur Promotion (inkl. Video- Ads bei Facebook/-SEO/-SEM) decken wir alle Bereiche der Bewegtbild-Kommunikation ab.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Ich möchte jetzt mal die nicht die üblichen Dinge nennen, die sicher schon viele vor mir in der Interview-Reihe genannt haben. Ich habe in den vielen Jahren immer wieder festgestellt, dass es um die Menschen an den Devices geht: Was sind deren Träume, Wünsche, Sorgen und Nöte? Geh darauf ein. Das nicht zu tun, ist der größte Fehler, den du machen kannst.

Wenn du einen Draht zu deinen Mitarbeitern hast, kannst du ihre Bedürfnisse erkennen und reagieren. Teilzeitregelungen, wo jemand privat mehr Zeit benötigt oder Fortbildungen, um den Mitarbeitern neuen Input zu geben sind da nur ein paar Beispiele.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Teste im kleinen Rahmen ob deine Ideen lebensfähig sind. Lade nur ein paar Freunde und wohlwollende Kritiker ein. Keine Ja-Sager, sondern Leute die Dir echtes Feedback geben.

Es gibt so viele Kurse zu allen Bereichen der digitalen Kommunikation – ich bin selbst Dozent – aber es gibt ein paar Bücher, die man auf jeden Fall gelesen haben sollte. Da fallen mir besonders die englischen Bücher von Gary Vaynerchuk ein. Gut gefallen haben mir auch die deutschen (Social-Media-) Bücher von Kerstin Hoffmann, Vivian Pein und Thomas Schwenke.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Das wechselt mit den Jahren. Ich sage immer „die Herde zieht weiter“. Früher war man bei studiVZ, dann bei Facebook und nun… je nach Filterblase bei WhatsApp, Snapchat, Instagram usw. Ich bin aktuell gern auf visuellen Plattformen, die ich selbst bespielen kann: Also Instagram oder SnapChat. Meine Ansprüche für Web-Videos (YouTube und Co.) sind gestiegen, daher halte ich mich dort privat eher zurück…

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Trend EINS: AR/VR/360-Grad-Video in all seinen Facetten. Ich denke dieses Thema ist 2016 auf dem Weg zu einer größeren Zielgruppe (mit Handy) und wird sehr schnell sehr wichtig. Deshalb beschäftige ich mich schon länger mit diesem Thema und gemeinsam mit meinem Team finde ich Ideen und erstelle Konzepte, wie man diese neue Art der Bewegtbild-Kommunikation für uns und unsere Kunden nutzen kann. Und da wir uns früh mit diesem Bereich beschäftigt haben, realisieren wir bereits jetzt umfangreiche Kombi-Projekte (Micro-Content + Video + 360-Grad-Foto & Video) fürs Social Web.

Trend ZWEI: Auch Live-Streaming ist ein Thema, das immer mal wieder aufgetaucht ist, aber durch Facebook-, YouTube-Live und Twitter-Periscope als Nachfolger von Google-Hangouts aus dem Jahr 2013, jetzt eine viel breitere Masse erreicht. Wir sind daher mit Facebook- & YouTube- Live (mit bis zu 7 Kameras bei einem Dreh) im Livestream-Einsatz für unsere Kunden unterwegs.

Bei beiden Trends gilt: Machen, wenn es zum Konzept passt. Nur bitte nichts übers Knie brechen, außer man möchte „First Mover“ sein. Dann ist es halt Teil des Konzepts…

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Schaut Euch die aktuellen Trends an – legt Euch sofort einen Account an! Dann wartet je nach Lust/Laune/Zeit ab, wie es sich entwickelt. Damit habt Ihr wenigstens einen zentralen Wunschnamen gesichert und könnt eine „Ein-Name-Strategie“ für alle Plattformen fahren. Bei mir ist es eben PADLIVE auf Snapchat, Instagram, YouTube, Periscope, Vine, Twitter und auf Facebook. 😉

Vielen Dank fürs Mitmachen, Gerd! 🙂

Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb.

Gelegenheiten beim Schopfe packen – Interview mit Gunnar Sohn zu #meinweginsweb

Gunnar Sohn

Wenn es um Hangouts on air oder sonstige Fragen zu Video und Streaming geht, dann ist mein heutiger Interviewgast Gunnar Sohn mein Ansprechpartner Nummer eins! Da er wie ich regelmäßiger Teilnehmer des Social Media Chat Bonn ist, kennen wir uns auch persönlich und diskutieren live oder online gern über diverese digitale Themen. Deshalb war ich gespannt, etwas mehr über seinen digitalen Werdegang zu erfahren und habe ihn gebeten, doch auch an dieser Interviewreihe teilzunehmen. Hier kommen seine Antworten:

Gunnar SohnBitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Gunnar Sohn, Baujahr 1961 – in Berlin vor dem Bau der Mauer geboren, an der FU-Berlin Volkswirtschaft studiert (Post-Keynesianismus in Hardcore-Variante), lebe als Berliner Hertha-Fan seit 1989 in Bonn, Wirtschaftspublizist, Kolumnist, Moderator, Buchautor, Entwicklung von Kommunikationsformaten und Workshops, Organisation von virtuellen Experten-Runden.

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Seit Mitte der 1990er Jahre bin ich online aktiv, damals noch in Funktionen als Pressesprecher und Leiter der Unternehmenskommunikation. Die erste eigene Website entstand 1998 – mit dem Bloggen ging es 2007 los. Im Folgejahr bin ich dann auf Facebook und Twitter aktiv geworden. Es war reine Neugier, die Möglichkeiten des Mitmach-Webs in allen Facetten zu testen. Meine Arbeitsweise hat sich dadurch grundlegend geändert.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

In meinem Bekannten- und Freundeskreise haben mich fast alle für bekloppt erklärt. Das tun sie heute immer weniger 😉 Die netzpolitische Szene hat mich mehr inspiriert – vor allem Spreeblick, Sascha Lobo, Christoph Kappes und Co.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Der Start von ichsagmal.com und meine Social Web-Aktivitäten sind die entscheidenden Bausteine für meine beruflichen Projekte. Was das bedeutet, hat Andreas Weck vor zwei Jahren gut auf den Punkt gebracht http://www.netzpiloten.de/6-fahigkeiten-die-der-journalist-von-heute-drauf-haben-sollte/:

„Multimedia-Storytelling ist das Buzz-Wort unter den Digitalos der Journalisten. Es bedeutet, dass man sich nicht nur damit befasst Wörter in die Tastatur zu tippen, sondern seine Geschichte neben der allseits bekannten Textform auch mit selbstproduzierten Grafiken sowie Video- oder Audio-Files anzureichern. Der European-Kolumnist und Netzpiloten-Autor Gunnar Sohn weiß um den Erfolg dieser neuen Anforderung und unterlegt seine Artikel nicht selten mit informativen Video- und Audio-Interviews. Gerade die Google-Hangout-Funktion bietet neue ungeahnte Möglichkeiten, die einem zudem auch autodidaktisch lernen lässt.“

Ich experimentiere mit Technologien, Formaten und aufkommenden Social Web-Trends und verbinde sie mit meinen Projekten. Wenn ich mir die Popularisierung der Livestreaming-Dienste wie Periscope und Meerkat anschaue, liege ich mit meiner Einschätzung von der Revolution der TV-Autonomen, die ich seit drei Jahren kommuniziere, gar nicht so falsch. Aktuell sind es Live-Hangout-Formate zu netzökonomischen Themen, die mich faszinieren.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Ich mache Fehler am laufenden Band und würde jedem raten, Dinge auszuprobieren und Fehler zu machen. Nur dann wird man besser.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Herumprobieren, statt schwadronieren. In der digitalen Sphäre ist es schwierig, irgendwelche Pläne oder Ziele zu verfolgen: „Alle Thesen und Prognosen, die wir in der Vergangenheit aufgestellt haben, sind nicht in Erfüllung gegangen“, so der ernüchternde Rückblick von Jochen Wegner, Chefredakteur von „Zeit Online“, auf seine Berufserfahrungen mit Internet-Trends. „Nichts von dem, was wir prognostiziert haben, ist wahr. Nur eine einzige These ist übrig geblieben und die lautet: „Alle Thesen im digitalen Journalismus sind falsch.“

Dennoch gibt es eine Sehnsucht nach einfachen und allgemein gültigen Thesen, die immer wieder in die Öffentlichkeit geblasen werden – was wohl am schlechten Gedächtnis der Thesenautoren liegt. Wegner benennt einen Springer-Vorstand, der beklagte, dass es in den frühen Tagen des World Wide Web nicht gelungen sei, eine Bezahlinfrastruktur zu etablieren. Solche Leute saßen damals wohl in Meetings ihrer Kinderkrippe. Es gab ein Wettrennen zwischen AOL mit geschlossenen, kostenpflichtigen sowie exklusiven Medieninhalten und dem freien Internet. „Das offene Internet hat damals gewonnen. Alle Online-Verlagsmodelle dieser Zeit sind gescheitert, wenn sie Geld verlangt haben“, erläutert Wegner.

Sein Credo finde ich sehr sympathisch: Durchwursteln sowie Schritt für Schritt besser werden. Statt die Zeit mit (Lehr)Plänen zu verschwenden, sollte man sich als Beobachter des Zufalls bewähren. Oder wie es der Ökonom Israel Kirzner ausdrückt: Man sollte ein Häscher des Okkasionellen sein – ein Chancenverwerter. Occasio ist die Göttin der Gelegenheit mit einem nach vorne fallenden Haarschopf, an dem man sie zu ergreifen hat; wer diesen Augenblick verpennt, hat keine zweite Chance, denn von hinten ist die Dame kahl.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Zur Zeit Facebook und Twitter. Die Zuckerberg-Plattform bringt die besten Netzwerk-Effekte, der Kurznachrichten-Dienst ist eine unverzichtbare Quelle der Echtzeit-Kommunikation.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Natürlich die Livestreamings-Apps Meerkat und Periscope. Was habe ich mir in den vergangenen Jahren die Finger wund geschrieben über die Möglichkeiten im Netz, auch die letzte massenmediale Bastion zu stürmen: Live-TV.

Mein Favorit war dabei der Google-Dienst Hangout on Air, der nach wie vor die meisten Möglichkeiten bietet. Nicht nur Einzelübertragungen, sondern Liveschalte mit mehreren Teilnehmern, Einspieler, Außenreportagen, Livestreaming via Drohnen, Greenscreening, Youtube als virtueller Rekorder für die Anschlusskommunikation im Netz, verschiedene sinnvolle Apps wie die Hangout-Toolbox und vieles mehr.

Den Hintern hat Google mit Hangout on Air nie so richtig hoch bekommen. Das liegt wohl an der engen Bindung mit Google Plus – eher ein träges Social-Web-Grab. Da muss und wird der Mountain-View-Konzern nachlegen. Erdmännchen und Seerohr werden die Echtzeit-Kommunikation mit Bewegtbildern auf eine neue Stufe heben durch die enge Anbindung an Twitter. Dadurch werden meine Follower sichtbarer und ich natürlich auch.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Man hört, sieht und streamt sich im Netz 🙂

 

Herzlichen Dank fürs Mitmachen, lieber Gunnar! 🙂

Nächstes Mal wird Christa Goede diese Fragen beantworten.
Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb/

Playlisten und empfohlenes Video auf Facebookseiten einrichten

Video

Wer eine Facebookseite betreibt und dort Videos hochgeladen hat, kann mittlerweile mehr damit machen, als sie einfach nur in Beiträgen zu posten. Nach einer Testphase mit Medienseiten können jetzt alle Seiten ihre Videos in Playlisten strukturieren und ein empfohlenes Video sowohl im Videoreiter als auch in der Chronikansicht der Seite hervorheben.

Um dies einzurichten, gehen Sie zu Ihrem Videoreiter. Dort sollte es so aussehen:

Videoreiter mit Auswahlmöglichkeiten

Über Empfohlenes Video hinzufügen können Sie das gewünschte Video auswählen. Es wird dann zum einen vergrößert als erstes im Videoreiter dargestellt und zum anderen in der linken Spalte der Chronikansicht im Infokasten angezeigt.

Über Playlist erstellen können Sie ihre Videos thematisch oder nach sonstigen Wünschen gruppieren. Diese Playlists werden als eigene Zeilen zwischen dem empfohlenen Video (Wenn vorhanden) und der Gesamtliste Alle Videos angezeigt.

Wie das aussieht, können Sie z.B. auf https://www.facebook.com/mashable/videos bzw. https://www.facebook.com/mashable anschauen.

Natürlich können sowohl das empfohlene Video als auch die Playlisten über das Stiftesymbol nachbearbeitet, verändert oder gelöscht werden.

Nutzen Sie diese Funktionen schon oder kennen Sie Seiten, auf denen sie erfolgreich eingesetzt werden?

Übrigens: Sie können auch den Call-to-action-Button für das Hervorheben eines Videos verwenden. Mehr über diese Buttons hier lesen: Wie nützlich sind die Call-to-action-Buttons für Facebookseiten?

Video leicht gemacht: Tipps für Freiberufler und KMU (Gastbeitrag)

Video

Facebook hat Youtube als Videoplattform Nummer eins überholt, so war es in den letzten Wochen zumindest auf vielen Seiten zu lesen. Auch wenn die Zahlen nicht so eindeutig sind – trau keiner Statisitk, die du nicht selbst gefälscht hast – ist eines klar: Videos spielen auf und für Facebook eine wachsende Rolle. Es ist kein Zufall, dass direkt auf Facebook hochgeladene Videos deutlich mehr Sichtbarkeit und Reichweite erhalten, als beispielsweise verlinkte Youtube- oder geteilte Instagram-Videos.

→ weiterlesen

10 Youtube-Tipps für Google+-Nutzer und Youtube-Einsteiger

Dass Video ein wichtiges Thema im Web, ist steht ausser Frage. Ebenso, das Youtube die mit Abstand größte Plattform in dem Bereich ist. Welcher Internetnutzer hat nicht schon ein paar Videos auf Youtube gesehen? Doch wie kann man diese Social Media Plattform besser nutzen? Selbst wenn man keine eigenen Videos hochladen möchte, lohnt sich ein Youtube-Account für einige tolle Funktionen. Ein paar dieser Funktionen für den Google+-Nutzer und Youtube-Einsteiger beschreibe ich in den folgenden zehn Tipps.

1. Teilen (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Wie viele andere Social Networks erlaubt auch Youtube das Teilen von Inhalten aus der Plattform heraus in andere Networks. Die Elemente dazu befinden sich unter dem Video: Hier die Desktop-Ansicht.

Desktop-Ansicht eines YouTube-Videos mit den verschiedenen Links zum Weitersagen darunter

Erster Schritt: Unter dem Video, neben dem Reiter „Info“ klickt man auf den Reiter „Teilen“ (siehe Pfeil A) und sieht die Social-Network-Teilen-Funktion für Facebook, Twitter, Google+ usw. Beim Klick auf einen dieser Buttons (B) geht jeweils ein neues Fenster auf. Auf Wunsch kann man auch direkt die Kurz-URL verwenden um für beliebige Netzwerke ein Teilen vorzunehmen. (C) Mit dem Aktivieren der Check-Box (D) kann man den Autostart des Videos zu einer gewünschten Zeit einrichten.

2. Untertitel (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Youtube hat eine integrierte Spracherkennungssoftware und liest aus jedem Video die Tonspur aus. So erhält u.a. Google relevante Informationen zur Suchmaschinenbewertung eines Videos. Hilfreich ist dies aber auch für anders sprachige Videos, denn teilweise sind Übersetzungen in weiteren Sprachen hinterlegt. Praktisch ist diese Funktion auch, wenn man den Ton zu einem Video ausstellt, und so dennoch den Inhalten des Videos folgen kann. Das Menü befindet sich am unteren Rand des Videos.

Aktivierte Untertitel-Funktion an einem Youtube-Video mit der Menü-Erklärung.

Bei aktivierten Untertiteln kann man Satz für Satz den Text eines Videos mitlesen (E). Wenn das Video Untertitel erlaubt, kann das Menü durch den Button (F) aktiviert werden. Der ON/OFF-Schalter regelt die Untertitelanzeige. Durch die darüber befindliche Sprachauswahl kann ggf. eine andere Text-/Sprachversion ausgewählt werden.

3. Transkript (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Wer dem schnellen, gesprochenen Wort nicht immer folgen kann oder möchte, kann durch die Transkript-Funktion den ganzen Text eines Videos in Ruhe lesen. Unter den Videos befindet sich der Bereich „Info“. Ein wenig daneben befindet sich das Symbol zum „Transkript“. Das Menü befindet sich unter dem Video und ist nur in der Desktop-Ansicht erreichbar.

Aktivierte Transkipt-Funktion mit der Darstellung des Transkripts unter dem Video.

Durch den Klick auf den Reiter (G) gelangt man zum Transkript und kann in eigener Lesegeschwindigkeit den Text des Sprechers verfolgen.

4. Kino-Modus (Ohne Youtube-Account nutzbar)

Neben der kleinen Standard-Darstellung im kleinen Fenster kann man einen Kino- und den Vollbild-Modus auswählen. Das Menü befindet sich am unteren Video-Rand in der Desktop-Ansicht.

Darstellung des Kino-Modus und des ensprechenden Kino- und Vollbild-Buttons am rechten, unteren Rand des Videos.

Der Kino-Modus (H) nutzt einen großen Teil der Browserfensterbreite aus und erlaubt so eine bessere Ansicht des Videos UND die Nutzung der Youtube-Funktionen. Der Vollbild-Modus (I) nutzt den ganzen Bildschirm aus. Maximale Bildgröße. Ein Wechsel zwischen allen drei Modi ist jederzeit möglich.

5. Abonnieren (für Google+-Nutzer)

Durch Youtube haben alle Kanäle eine Google+-Seite erhalten und viele Kanäle teilen automatisch ihre Videos bei Google+. Durch das Google+-Symbol auf der Kanal-Startseite gelangt man auf die Google+-Seite und kann diese Seite einkreisen/folgen.

Abonnieren-Button neben dem Kanalnamen

Durch ein Klick auf das Google+-Symbol an einem Youtube-Kanal gelangt man auf die Google+-Seite des Kanals. (J)

Folgen-Button bei Google+ unter dem Logo der Seite.

Dort kann man der Seite folgen (K) und erhält so die vom Kanal geteilten Videos im Google+-Stream. Anschauen der Videos erfolgt dann direkt über Google+.

6. Youtube-Account (Konto) anlegen

Viele weitere Funktionen sind nur als Konto-Inhaber bei Youtube anwendbar. Der Button zum Anlegen 
(via Google-Konto) befindet sich in der rechten, oberen Ecke  (L):

Anmelden-Button um einen Account anzulegen.

Für das Anlegen eines Youtube-Konto benötigt man ein Google-Konto. Achtung: Es wird sofort eine Google+-Seite zum Kanal angelegt!

7. Abonnieren (für Youtube-Nutzer)

Der Abonnieren-Button eines Channels (M) befindet sich ein klein wenig unter der Kopfgrafik eines Youtube-Kanals. Der rote Button befindet sich unter dem Video (Desktop-Ansicht) unter dem Video-Titel.

Abonnieren-Button - unter dem Video und dem Video-Titel.

Ein Abonnent erhält via Youtube in einem Newsletter alle Videos seiner Abos und kann natürlich die Videos auch via der Youtube-Video-Verwaltung anschauen (N):

Der Meine-Abos-Button befindet sich unter der Suchmaske.

Die abonnierten Videos können auch direkt auf der Youtube-Startseite angeschaut werden.

Tipp: Es gibt eine gute Youtube-App für Tablets und Smartphones, um bequem die Videos auf diesen Endgeräten zu schauen.

8. Kommentieren (für Youtube-Nutzer)

Nutzer eines Google+-Kontos können unter Youtube-Videos mit dem Klarnamen-Profil von Google+ kommentieren. (Klarname = Realer Name einer Person und kein Kunstname. Der ehemalige Klarnamen-Zwang von Google+ soll bei Youtube das Spammen vermeiden und „Hater“ abschrecken.) Die Kommentar-Funktion (O) befindet sich bei der Desktop-Ansicht unter dem Video:

Der Kommentarbereich befindet sich unter dem Video und unter der Video-Beschreibung.

Kommentare zu einem Video erscheinen auch in der eigene Google+-Timeline und sorgen so für die Verbreitung eines Videos an andere Google+-Nutzer.

9. Bewerten (für Youtube-Nutzer)

Im Gegensatz zu z.B. Facebook kennt Yotube nicht nur ein „Like“ = „Daumen hoch“, sondern auch „Daumen runter“. Die Bewerten-Funktion befindet sich bei der Desktop-Ansicht unter dem Video.

Positive Bewertung („Like“ von Facebook) werden in die eigene Youtube-Timeline eingespielt und dienen Youtube mit als Bewertungskriterium für ein Video (SEO-Relevanz). Negative Bewertung („Dislike“) haben kaum noch eine Relevanz, dienen aber auch als „Social Signal“ zu einem Video.

Positive Bewertung (P) werden in die eigene Youtube-Timeline eingespielt und dienen Youtube mit als Bewertungskriterium für ein Video (SEO-Relevanz). Negative Bewertung (Q) haben kaum noch eine Relevanz, dienen aber auch als „Social Signal“ zu einem Video.

10. Später-ansehen-Funktion (Später anschauen) (für Youtube-Nutzer)

Wer nun einen Account besitzt, kann Videos für ein späteres Anschauen durch die „Später ansehen“-Funktion vormerken. Der Menüpunkt (R) befindet sich als Uhrensymbol am unteren Video-Rand in der Desktop-Ansicht. Durch einen Klick wird das Video zur Später-ansehen-Liste hinzugefügt, die Uhr wird durch ein Bestätigungshäkchen ersetzt (S):

Unter einem Video befindet sich das Watch-Later-Symbol (Uhr). Durch einen Klick wird das Video zur Watch-Later-Liste hinzugefügt. Die Uhr wird durch ein Bestätigungshäkchen ersetzt.

Die Später-ansehen-Liste (T) befindet sich auf der linken Seite der Youtube-Startseite:

Die Watch-Later-Liste befindet sich auf der linken Seite der Youtube-Startseite.

Die Videos in der Liste können zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden. (U)

Watch-Later-Liste bei Youtube.

Alle Tipps gibt es auch als Google+-Bilderstrecke. Wenn es weitere Fragen zu Youtube gibt,  bitte einen Kommentar zum Beitrag schreiben. Danke!

Vine – Die Kurzvideo App mit viel Potenzial (Gastbeitrag)

Bewegtbilder sind sehr beliebt und mit der Vine App kann jeder kleine Kurzvideos produzieren, um Momentaufnahmen festzuhalten, Kurzgeschichten zu erzählen, Trickfilme herzustellen oder Zeitraffer-Aufnahmen zu machen.

Was können Sie mit der Vine App alles machen?

Das einfachste ist 6 Sekunden auf den Aufnahme-Button zu klicken und einen interessanten Moment festzuhalten.

Spannender und kreativer sind Vines, wenn sie mit den verschiedenen Funktionen, die die App zur Verfügung stellt, aufgenommen werden. Sie können bis zu ca. 180 einzelne Bilder aufnehmen und einzelne Bilder umsortieren oder Bildfrequenzen mit verschiedenen Längen filmen.

Durch die Vine App erleben StopMotion-Kurzvideos ein Revival. Die ersten StopMotions wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts aufgenommen. Georges Méliès schuf 1902 den Zeichentrickfilm „Le Voyage dans la lune“. In bekannten Filmen wie King Kong, Alice im Wunderland und auch Terminator kam die Technik zum Einsatz.

Bei dieser Technik erstellt man einzelne Frames (Bilder) von Objekten in verschieden Positionen. Wobei diese immer nur ein wenig bewegt werden. Spielt man diese hintereinander ab, entsteht die Illusion, dass sich das Objekt bewegt. Leblosen Objekten wird so ein Leben eingehaucht.

Eine weitere beliebte Aufnahme-Technik ist Timelapse (Zeitraffer). Damit können Sie zum Beispiel die Bildung und das Weiterziehen von Wolken, was normalerweise Stunden dauert, in einen 6 Sekunden Film im Schnelldurchlauf zeigen. Am einfachsten können Sie ein Timelapse aufnehmen,  indem Sie ihr Smartphone auf ein Stativ schrauben und alle paar Sekunden ein Bild aufnehmen. Damit das Timelapse ruhig und flüssig läuft sollten die Abstände zwischen jedem Bild gleich sein. Nehmen Sie dafür z.B. alle 20 Sekunden ein Foto auf.

Interessante Kurzfilme entstehen auch, wenn man die Techniken und verschiedene Aufnahmeorte mischt.

Das Startbild eines Vines ist das Wichtigste. Es entscheidet ob ein Vine angeschaut wird. Der erste Blick muss ansprechen und animieren. Ein Beschreibungstext unter jedem Vine kann die Aussage des Vines noch hervorheben.

Probieren Sie es einfach aus, es ist ganz einfach. Je länger Sie sich mit der App auseinander setzen, umso sicherer werden Sie. Die Vine App war in den ersten 6 Monaten nach erscheinen nur für das iPhone erhältlich, aber mittlerweile gibt es die App auch für Android und Windows Phone. Weitere Infos gibt es in den Folien meines Vortrags beim Social Media Club Bonn.

Wer gerne in netter Runde die Vine App ausprobieren möchte ist herzlich zum VineWalk DE eingeladen. Wir treffen uns regelmäßig um bei einem Spaziergang schöne, lustige, kreative und vielleicht auch ein paar verrückte Vines aufzunehmen. Der VineWalk findet alle 6-8 Wochen im Kölner Raum statt, die Termine veröffentliche ich auf unseren VineWalkDe Blog.

Videos: Gastronomie im Netz

Ist die Ausbildung zum Social Media Manager sinnvoll?

Videoausschnitt

Von Lesern werde ich öfter darauf angesprochen, ob und wenn ja welche Ausbildung zum Social Media Manager ich empfehlen kann. Als ich mit der Nutzung von Social Media gestartet bin, gab es so etwas noch nicht. Ich habe mir mein Wissen über Bücher, den Austausch mit anderen und vor alem über das Ausprobieren und Weiterentwickeln erarbeitet und tue das jeden Tag weiter. Ob so eine Ausbildung das ersetzen kann, wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln. Beim Februar-Treffen des Social Media Clubs Bonn habe ich kürzlich eine Diskussion zu diesem Thema moderiert. Dabei bekamen wir auch drei Erfahrungsberichte von Teilnehmern solcher Ausbildungsgänge bei verschiedenen Anbietern. Bericht lesen… Gunnar Sohn und Hannes Schleeh vom Bloggercamp TV haben mich dann aufgrund dieser  Diskussion zum Hangout on air eingeladen. Hier kommt der Mitschnitt (ich komme ca. bei Minute 6.30 dazu): → weiterlesen

Einfach kommunizieren am Beispiel „Jung & Naiv“ #eifko

Die YouTube-Serie „Jung & Naiv – Politik für Desinteressierte“ ist ein weiteres schönes Beispiel für das Einfach kommunizieren. In dieser Serie veröffentlicht Tilo Jung Interviews mit Politikern und richtet sich damit an junge Leute, die an Politik eigentlich nicht so interessiert sind. In den Medien wird das Konzept kontrovers diskutiert. Inzwischen wurde die Folge von „Jung & Naiv“ mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nicht mehr nur auf YouTube, sondern auch im Fernsehen gezeigt:

→ weiterlesen