Der Vorführeffekt oder: was man dank Social Web trotzdem noch hinkriegen kann ;-)

Zuschauerperspektive von Sebastian Hartmann bei meiner Session beim stARTcamp Köln 2011

Wir hatten alles so schön geplant für meine Session beim stARTcamp Köln… Wir wollten zeigen, wie man auch ohne Präsenz vor Ort, rein virtuell arbeiten kann. Schließlich hat das bei mir bislang immer wunderbar geklappt. Doch ausgerechnet diesmal stürzte beim Veranstalter der Internetzugang ab. Improvisationsversuche über das WLAN des Hausmeisters am Veranstaltungsort sorgten zwar wieder für Verbindung, doch die funktionierte über skype so gut wie gar nicht. Also wichen wir auf Google+ Hangout aus, aber auch das schaffte das WLAN vor Ort kaum… So konnte ich statt des geplanten Gesprächs nur durch ein paar Stichpunkte hetzen und schaffte es zum Schluss grade noch, ein paar Fragen zu beantworten, bevor auch diese Verbindung den Geist aufgab…

Danke an alle, die meine Message weitergetweetet und mir nachher Feedback und Fotos gegeben haben! 🙂 DANKE auch an Wibke, Guido und das stARTcamp-Team, die wirklich alles versucht haben, die Technik zum Laufen zu bringen…

Dank des Social Web können wir die Widrigkeiten der Technik jetzt zumindest nachträglich besiegen und meinen Beitrag hier nochmal nachbereiten:

 1. Wir sind alle Nutzer: Es gibt keine Experten

Zuerst wollte ich anhand meines eigenen Wegs zum Social Web zeigen, dass man a) diese Art des Arbeitens nicht theoretisch lernen kann, sondern praktisch ausprobieren muss:

und dass es b)  deswegen sowas wie Experten im Social Web nicht gibt. Wir sind alle Nutzer. Die einen vielleicht intensiver als die anderen und manche – wie ich – entwickeln sich zur Anlaufstelle für ein bestimmtes Thema. Aber ohne meine Community könnte ich das nicht leisten.

Teilnehmer-Tweets

UPDATE 26.10.2011: Meinetwegen können wir uns wie bei Martin Butz vorgeschlagen auf „Perpetual beta expert“ einigen. 😉

2. Mein Weg

Dass ich heute das mache, was ich mache, war nicht geplant, sondern hat sich so ergeben. Zunächst habe ich das Internet nur privat und für eigene Projekte genutzt. Dabei landete ich über ein Forum für einen meiner Lieblingskünstler bei Myspace. Dort erreichte mich im März 2007 die Kontaktanfrage von Pål H. Christiansen, einem norwegischen Schriftsteller, von dem ich schon gehört hatte. Er war von meinen eigenen Projekten so beeindruckt, dass er mich bereits nach wenigen hin- und hergeschickten privaten Nachrichten engagierte. Seitdem arbeiten wir zusammen. 🙂

Pål machte mich dann mit Jon Buscall, den er über dessen Blog kennengelernt hatte, bekannt (Jon übersetzte später auch einen seiner Romane ins Englische, wozu Pål und ich dann noch ein eBook machten). Jon führte mich ins Bloggen ein und machte mich auf Chris Brogan und Brian Solis aufmerksam, über die ich dann weitere Blogger auf der ganzen Welt entdecken durfte. Eine davon, Stephanie Booth, empfahl mir, Twitter zu nutzen (was ich auch erst privat und dann geschäftlich tat), und dort potenzierten sich meine Kontakte weiter. So lernte ich u.a. Leander Wattig und Christian Henner-Fehr kennen. Inzwischen probierte ich verschiedene Dienste von FlickR bis delicious Bookmarks aus und schließlich auch Facebook.

Meine Fanseite dort legte ich ursprünglich nur an, weil ich begonnen hatte, eine Blogpost-Serie über die Grundlagen in Facebook zu schreiben und das Kapitel über Seiten noch anstand. 😉 Und schon während ich die auf zehn Beiträge konzipierte Serie schrieb, wuchs die Zahl der Rückfragen immer mehr.

Christian Henner-Fehr schlug daraufhin vor, ich solle doch ein eBook daraus machen. Das wiederum sprach sich noch mehr herum und was als zehn Blogposts geplant war, läuft bis heute. Im Dezember 2009 kam dann schließlich der O’Reilly Verlag auf mich zu und fragte, ob ich nicht ein Printbuch über Facebook mit ihnen machen wollte. Es erschien dann Mitte 2010 und entpuppte sich zu einem der Bestseller des Verlages…

Dank Pål kann ich nicht nur mit meinen eigenen Projekten neue Wege im Social Web ausprobieren. Über mein Netzwerken auf Facebook haben wir z.B. auch einen deutschen Verlag für seine Kinderbücher gefunden. Der zweite Band erscheint dieser Tage im Buchhandel. 🙂

3. Wie ich arbeite

Zu meinen Hauptpräsenzen haben sich dabei dieses Blog (WordPress) und meine Facebook-Fanseite entwickelt. Als einziger Automatismus in meinem Arbeitsablauf tweetet meine Fanseite. Alles andere mache ich manuell, wobei mir verschiedene Browserplugins und eigene Buttons im Blog die Wege erleichtern. Website und Blog sind auch auf mobile Nutzung eingerichtet (auf anderen Plattformen ist das ja bereits durch Apps gegeben).

Meine wichtigsten Präsenzen sind auf Blog, Website und Newsroom gut sichtbar verlinkt. Der Newsroom wiederum wird befüttert von verschiedenen Feeds, die diese Präsenzen oder meine Bookmarks zur Verfügung stellen. So ist es für jeden Besucher ganz leicht, alle relevanten Informationen auf den ersten Blick zu finden.

Das Social Web erweist sich also in mehr als einer Hinsicht als nutzbringend und v.a. inspirierend für mich. Hier kann man wesentlich effektiver und v.a. direkter netzwerken als es zuvor möglich war. Da ich außerdem aus gesundheitlichen Gründen nicht reisen kann, ermöglicht es mir, trotzdem mit Leuten auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. So lerne ich sowohl privat als auch geschäftlich viele Menschen kennen, gebe Schulungen, initiiere Projekte und führe sie durch und halte auch Vorträge und Gesprächsrunden bei Barcamps und Konferenzen.

Meine Perspektive beim stARTcamp Köln 2011

Dabei spare ich auch einiges an Zeit und Kosten, da Anreisen und Übernachten entfallen. Für Kollegen und Teilnehmer ansprechbar bin ich trotzdem jederzeit übers Social Web (anders geht es für mich nun mal nicht).Und das wird auch eifrig genutzt.

Wer jetzt meint, dabei kämen keine echten Kontakte zustande, dem muss ich widersprechen: Ich habe inzwischen viele liebe Kollegen und Freunde dadurch gefunden und Leser näher kennengelernt. Und spätestens wer mich hier zuhause besucht, wird feststellen, dass ich live kein bisschen anders bin als online. Denn Facebook und Co. sind einfach nur Kommunikations-Kanäle. Und wie Sie die nutzen, entscheiden Sie:

Das Social Web ist das, was SIE daraus machen!

Videoanrufe auf Facebook dank skype-Integration ab sofort möglich

Wie erwartet hat Facebook heute seine neue Funktion für Videoanrufe gelauncht. Dank Zusammenarbeit mit skype kann man jetzt ganz einfach direkt im Facebook-Chat auf Videochat umschalten. Alles, was dazu nötig ist, ist die einmalige Installation eines Plugins in Ihren Browser (und natürlich eine Webcam und Mikro/Lautsprecher).

Über https://www.facebook.com/videocalling kann man sich das Plugin holen und den Videochat direkt mit einem Freund – sofern der im Chat online ist – ausprobieren. Sollte der das Plugin noch nicht haben, wird er bei Anruf zum Download aufgefordert.

Zusätzlich zu den Buttons Nachricht senden und Anstupsen findet man nun auch noch einen Button Anrufen im Profil seiner Freunde – sofern die im Chat für einen online sind.

Die Qualität des Chats ist sehr gut, funktionierte bei meinem Test sogar stabiler als das traditionelle skype selbst. Es ist möglich während des Videochats den Textchat nebenher zu nutzen, auch mit derselben Person. bildschirmübertragung oder Konferenz wie beim großen skype gibt es (noch?) nicht.

Dafür hält Facebook das Versprechen, das Mark Zuckerberg beim Launch der neuen Funktion heute gegeben hatte: dass auch sein 78jähriger Nachbar das ganze ohne großen Aufwand und technische Kenntnisse nutzen kann. Die Installation ist wirklich kinderleicht. Man braucht keinen skype-Account dafür.

Geschlossen wird der Videochat übrigens über das Videofenster – da musste ich erst mal suchen. Berührt man das videofenster mit der Maus, erscheinen oben rechts die üblichen icons zum Minimieren, Maximieren und Schließen. Das Videofenster kann per drag&drop innerhalb des Bildschirms verschoben werden.

Freunden, die nicht online sind, kann man auch eine Videonachricht hinterlassen.

Weitere Infos von Facebook unter:

Zuckerberg kündigte außerdem ein Neudesign des Chats und eine Erweiterung der Gruppenchat-Funktion an.

— Nach dem Launch von Google+ und der darin enthaltenen Hangout-Funktion (Videochat, nicht nur 1:1, sondern für bis zu 10 Personen zusammen) war Facebook nun im Zugzwang, um in Sachen Videotelefonie mit im Rennen zu bleiben. In der Tat ist die neue funktion so kinderleicht zu bedienen, dass selbst Leute, die bislang kein skype verwendet haben, jetzt  einfacher ins Videotelefonieren einsteigen können.
— Videochatten war auch vorher schon auf Facebook möglich, wenn man dazu eine Drittanwendung wie z.B. tinychat in sein Profil installierte. Siehe http://www.schwindt-pr.com/2011/02/25/videochatten-auf-facebook/

NGOs und das Social Web: fundraising 2.0 CAMPING Essen

Annette Schwindt via skype und Beamer zugeschaltet beim fundraising Camp Essen
Alexa Gröner und ich im Gespräch mit den Teilnehmern (Foto: Stefan Evertz)

Heute war ich live beim fundraising2.0 CAMPING Essen für eine Gesprächsrunde über Kommunikation versus Marketing, über Social Media und natürlich Facebook zugeschaltet. Organisatorin Alexa Gröner hatte meinen Vortrag bei der stARTconference 2010 besucht und mich daraufhin für ihre fundraising-Camps angesprochen.

Bei unseren Vorgesprächen haben wir dann den Gedanken an einen reinen Vortrag aber verworfen und uns statt dessen auf ein offenes Gespräch zu den Fragen geeinigt, die zwischen uns beiden schon für Diskussionsstoff gesorgt hatten und auch um Raum für die Fragen zu lassen, die vor Ort aufkommen würden.

Im Anschluss an die Zuschaltung zur Gruppe habe ich dann noch eine kurze „Sprechstunde“ für Einzelfragen abgehalten. 😉

Hier ein paar Stimmen aus dem Feedback via Twitter (Fotos und auch Videos folgen demnächst):

Alles geschäftliche muss lt. Facebook-Richtlinien über Fanseiten laufen. @schwindtpr per Skype beim #frc20

Erkenntnis aus der Session mir Frau Schwindt: Organisationen brauchen Fanpages, keine Profile. Wir haben viel zu tun! #frc20

Frau Schwindt: geballte Facebook-Kompetenz!! #frc20RT @stiftblog: "Viele rennen los, machen alles gleichzeitig, und wenn das schief geht, sind die Plattformen schuld." @schwindtpr beim #frc20"Man muss davon ausgehen, was man selber auf Facebook erleben möchte" - Anette Schwindt #frc20@schwindtpr danke für eine spannende Session ;) #frc20 #facebook

@Alexa: vielen Dank für die schöne Veranstaltung und ja, ich würde mich freuen, bei den nächsten beiden fundraising 2.0 camps in Frankfurt (23.9.) und München (6.10.) wieder dabei zu sein. 🙂

Wenn Sie mich auch gern bei Ihrer Veranstaltung für einen Vortrag oder eine Gesprächsrunde zuschalten möchten, schreiben Sie mir eine Mail an office@schwindt-pr.com. 🙂