„Freue mich aufs Internet der Dinge!“ – Marie-Christine Schindler im Interview zu #meinweginsweb

Marie-Christine Schindler

Meine heutige Interviewpartnerin ist eine liebe Kollegin aus der Schweiz. Wir tauschen uns immer wieder gern aus und ich empfehle sie auch häufig weiter. Ihr im Interview genanntes Buch, das sie mit Tapio Liller geschrieben hat (der hier hoffentlich auch noch als Interviewpartner zu Wort kommt), ist zum Standardwerk in Sachen PR im Social Web geworden. Ich freue mich, dass sie sich die Zeit zum Mitmachen bei meiner Interviewreihe genommen hat:

Bitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Gerne. Mein Name ist Marie-Christine Schindler, ich bin PR-Beraterin aus Leidenschaft und im fünften Jahr selbständig mit mcschindler.com gmbh in Zürich. PR im Social Web ist mein Kernthema; dazu habe ich im O’Reilly-Verlag als Co-Autorin ein Fachbuch geschrieben, das bereits in der 3. Auflage auf dem Markt ist. Meine Kunden begleite mit Workshops,  Beratung beim Aufbau von internen Prozessen und Monitoring, Sicherstellung der integrierten, crossmedialen und vernetzten Kommunikation bis hin zur Entwicklung der Content Strategie. Ich bin passionierte Onlinerin, meine Erfahrungen teile ich in meinem Blog, als Fachhochschul-Dozentin, Referentin und bei der Unterstützung von Studenten bei Abschlussarbeiten.

Meine wichtigsten Online-Präsenzen:

Marie-Christine Schindler

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Begonnen habe ich im Frühjahr 2008 mit Netlog (kennt das noch jemand?), als sich unsere damals 14jährige Tochter für die Online-Welt zu interessieren begann. Ich wollte sie begleiten, verselbständigte mich dann aber rasch.

Im Rahmen meiner Master-Thesis untersuchte ich, wie sich die PR-Arbeit, so wie ich sie damals gelernt habe, unter dem Einfluss der sozialen Medien verändert. Im November 2009 startete ich begleitend zur Arbeit einen Blog auf Posterous. Twitter war mir zu eng geworden, ich wollte selber mit Inhalten beitragen und auch Themen aus meiner Arbeit besprechen und vertiefen. Das hat sehr gut geklappt und war sicher prägend.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Ja, da gibt es verschiedene, ich nenne hier drei. Hier in der Schweiz ist es sicher Marcel Bernet, der mich als Pionier geleitet hat. Die erste Mailadresse und die erste Website bei meinem damaligen Arbeitgeber, dem Schweizerischen Public Relations Institut kamen auf seine Initiative und das war nur der Anfang. Mein späterer Co-Autor Tapio Liller hat das PR 2.0 Forum mitbegründet. Es war die erste Veranstaltung, die ich auf Twitter verfolgt habe, da ist mir ein Licht aufgegangen, wie das mit dem Wissensaustausch und der Vernetzung läuft. Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich nach wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema gesucht, viel gab es damals nicht. Ein Glück, dass Thomas Pleil von der Hochschule Darmstadt viel aufgearbeitet, online geteilt und diskutiert hat.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Nach Abschluss meiner Master-Thesis habe ich mich im Frühjahr 2010 mit mcschindler.com selbständig gemacht. Ohne die Möglichkeit, mich über soziale Medien auszutauschen aber auch zu positionieren und so für potentielle Kunden sichtbar zu werden, hätte ich diesen Schritt nicht gewagt.

Im Sommer 2010 habe ich mit Tapio Liller das Buch PR im Social Web geschrieben, entstanden ist die Idee dafür aus meiner Masterarbeit. Dieses Projekt war für mich ein Prüfstein für Social Media. Tapio kannte ich nur aus den Online-Medien, doch als mich der O’Reilly-Verlag bat, einen Co-Autor (oder auch eine Co-Autorin) zu suchen war mir auf der Stelle klar, dass es Tapio sein sollte. Damals hatte ich ihn noch nie persönlich getroffen und er hatte keine Ahnung, wer ich war. Das spätere Kennenlernen an der re:publica in Berlin und die folgende Zusammenarbeit haben gezeigt, wie gut man einen Menschen aufgrund seiner Online-Präsenz einschätzen kann. Das Buch ist in Frankfurt und Zürich entstanden – verbunden haben uns alle möglichen modernen Formen der Online-Zusammenarbeit. Zusammengesessen sind wir gerade mal drei Tage.

Neben verschiedenen Beratungsmandaten habe ich auch Angebote erhalten, an Fachhochschulen zu unterrichten. Das Trio aus Kundenarbeit, Dozieren und Fachblog ergänzt sich hervorragend und bewährt sich zum Aufbau und Pflege meiner Online-Reputation.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Man läuft sicherlich Gefahr, sich zu verzetteln und auch auszubrennen. Dauernd poppen neue Netzwerke, Anwendungen und interessante Blogs auf. Alles kann man nicht konsumieren. Sonst nutzt man alles und doch nichts mehr so richtig. Und es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, immer öfter das Netz auszuschalten. Zum Auftanken braucht es Pausen – weg von Push und Ablenkung.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Ihr empfehle ihnen, über ein Thema einzusteigen, das sie interessiert und sich dann, wie  Prof. Peter Kruse rät, die Maslowsche Bedürfnis-Pyramide langsam von unten nach oben zu arbeiten. Wenn sich der Nutzen nicht erschließt, hängt man wieder ab. Wenn aber jemand, der gerne kocht oder joggt, im Netz Gleichgesinnte findet, dann sind Neugierde und Interesse schon mal vorhanden. Der Rest ergibt sich fast von allein. Etwas schwieriger ist es in der beruflichen Kommunikation. Da gilt es erst einmal gut zuzuhören, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben, Ausdauer zu zeigen und Geduld zu haben.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Ich mag Twitter sehr gern wegen seiner Kürze und der einfachen Art sich zu vernetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Entspannend finde ich auch Instagram, wo ich den Bilderalltag meiner Community genieße.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Ich freue mich auf das Internet der Dinge, darauf, dass mein Haushalt dank technologischer Entwicklung schlauer wird. Im Wissensbereich fasziniert mich das Guinness Buch der Weltrekorde, das mit Augmented Reality Haie zum Leben erweckt oder kleine Helikopter zum Abheben bringt.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Ja, gerne zwei Dinge, wenn ich darf. Wenn sie dem Thema gegenüber skeptisch eingestellt sind und dies so auch vertreten, habe ich kein Problem damit, vorausgesetzt sie verurteilen nicht pauschal etwas, was sie sich nicht mal richtig angeschaut haben.

Und: Das Social Web und die digitale Kommunikation sind faszinierend, sie eröffnen ganz neue Möglichkeiten und Horizonte aber ohne persönliche Kontakte, auch immer wieder an Veranstaltungen, geht es nicht. Online ist ein prima Wegbereiter für enorm spannende und bereichernde persönliche Begegnungen im Alltag.

Herzlichen Dank für Deine Antworten, liebe Marie-Christine! 🙂

In der kommenden Woche beantwortet Jochen Mai meine Fragen.
Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb/.

Von Webdesign bis Pferdeausbildung – Follower-Interview #sprfi (4): Claudia Barfuss

Hier kommt ein neues Follower-Interview aus der Schweiz. Über zehn Fragen kann sich jeder, der mir hier im Blog oder über Facebook, Twitter, Google+ und Co. folgt, vorstellen. Darin kann er/sie über sich, darüber wie er/sie das Social Web nutzt und wie er/sie dabei zu mir gefunden hat, erzählen. Der Hashtag zur Interview-Reihe lautet #sprfi.

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„Positiv, respektvoll und würdigend“ – Follower-Interview #sprfi (1): Barbara Rohrer

Um meine Leser besser kennenzulernen, habe ich ein Follower-Interview online gestellt. Darin kann jeder, der mir hier im Blog oder über Facebook, Twitter, Google+ und Co. folgt, zehn Fragen über sich, darüber wie er/sie das Social Web nutzt und wie er/sie dabei zu mir gefunden hat, beantworten. Der Hashtag zur Interview-Reihe lautet #sprfi. Den Anfang macht eine Leserin aus der Schweiz:

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