Die mobilen Apps von Facebook

Facebook Creative Labs

Mark Zuckerberg hat verlauten lassen, dass Facebook in den kommenden zehn Jahren noch stärker die verschiedenen Services ausbauen möchte, die zum Facebook-Universum gehören. Das sind zum einen Instagram, WhatsApp, Oculus und die facebookeigene Suche, aber eben auch die einzelnen Apps von Facebook. Jedes Mal, wenn ich über eine neue App berichte, melden sich einige Leser, die nicht verstehen können, warum sich Facebook in all diese Apps auffächert. Manch einer hat bereits jetzt den Überblick verloren. Deshalb möchte ich hier eine Übersicht über die derzeit vorhandenen Apps und deren jeweiligen Zweck geben:

Die ursprünglichen Apps

Da sind zunächst mal die ursprünglichen drei Apps, mit denen Facebook seinen Weg in die mobile Nutzung begonnen hat:

Die Facebook-Standard-App

Facebook Standard-AppSie ist auf vielen Smartphones bereits vorinstalliert und dient dem allgemeinen, vorwiegend privaten Gebrauch, von Facebook. Über sie kann man neben dem eigenen Profil auch Nachrichten, Gruppen und Seiten verwalten, ist aber in einigen Funktionen gegenüber den spezialisierteren Apps eingeschränkt.

Über die Standard-App können auch Kontoeinstellungen und Privatsphäredefinitionen geändert werden.

Der Facebook-Seitenmanager

Seitenmanager-AppDiese App dient – wie der Name schon sagt – dem Verwalten von Facebookseiten, mit Absender der Seite. Bislang ist es nicht möglich, zwischen Profil und Seite als Absender zu wählen. Hier geht es rein um die Seite.

Im Gegensatz zur normalen App können mit dem Seitenmanager auch Statistiken eingesehen, Werbung geschaltet und Privatnachrichten an die Seite empfangen/beantwortet werden. Auch das Verwalten der Rollen für Administratoren, Redakteure etc. ist möglich.

Der Facebook-Messenger

Facebook MessengerUm Facebook-Nachrichten unabhängig von der Standard-App zu schreiben und zu beantworten, können Sie den Facebook Messenger nutzen.

Über die normalen Chat- oder Nachrichtenfunktionen der Desktopversion hinaus, kann der Messenger durch Chatheads erweitert werden und verfügt über Optionen zur Bildbearbeitung und für Sprachnachrichten.

Diese App war mehrfach in Verruf geraten, weil die Nutzer nicht verstehen konnten, wozu Facebook bestimmte Berechtigungen bei der Installation dieser App abfragen musste. Was es damit auf sich hat, habe ich hier bereits erklärt.

Mehr mit Facebook Creative Labs

Facebook Creative Labs

Über diese drei ursrprünglichen Apps hinaus hat Facebook mithilfe der Creative Labs (eine Art facebookeigene Entwicklerstation) weitere spezialisierte Apps veröffentlicht. Die meisten davon sind bislang allerdings nur für iOS verfügbar.

Paper (nur iOS)

Diese App dient dazu, Facebook-Beiträge in magazinartiger Form zu lesen. Das Ganze sieht ein bisschen aus wie Flipboard. Mehr dazu in diesem Video:

Slingshot (iOS und Android)

slingshotFacebooks Antwort auf Snapchat ermöglicht es den Nutzern Fotos in Bildschirmgröße und Videos zu verschicken. Diese Postings bleiben 24 Stunden bestehen und werden dann gelöscht. Damit können die Nutzer einander an ihren Erlebnissen teilhaben lassen, ohne dass die Beiträge für immer gespeichert bleiben.

Mentions (nur iOS und nur für Promis)

Facebook MentionsAls eine „neue App für einflussreiche Personen aus Bereichen wie Schauspiel, Sport und Musik, mit der sie Unterhaltungen auf Facebook führen können“, beschreibt Facebook diese App. Sie ist also „nur für Personen des öffentlichen Lebens mit verifizierten Seiten verfügbar“ heißt es auf den Erklärseiten. Übere diese App können diese Personen sich mit Fans und „einflussreichen Personen“ austauschen.

Rooms (nur iOS)

Facebook RoomsDiese App dient dazu, thematisch ausgerichtete Gruppen zu eröffnen, in die man nur per Einladung via QR-Code eintreten kann. Im Blog zur App wie auch in der App selbst werden außerdem verschiedene Rooms vorgestellt. Wer Rooms benutzt, kann sich pro Room einen eigenen Nickname wählen. Es besteht also – im Gegensatz zu sonst in Facebook – keine Klarnamenpflicht.

Facebook Groups (iOS und Android)

Facebook GroupsMit Facebook Groups wird wieder eine Standardfunktion, die schon aus der Desktopversion bekannt ist, als gesonderte App zugänglich gemacht. Gruppen, denen man beigetreten ist, können leicht verwaltet und sortiert werden. Leider hängt die App aber – zumindest in Android – noch öfter und doppelt sich in den Benachrichtigungen mit der Standard-App. Wenn die Kinderkrankheiten behoben sind, könnte das aber durchaus eine nützliche App werden.

UPDATE: Riff (iOS und Android)

riffDie neueste App in den Facebook Creative Labs ist Riff, eine Video-App zum Beginnen und Fortsetzen von Video-Sequenzen mit Freunden. Einer beginnt mit einem Video, das er dann an Freunde schickt, die ihre eigenen Videos hinzufügen.

Und warum das Ganze?

Die möglichen Funktionen von Facebook sind so vielfältig und komplex, dass eine App allein damit eigentlich überfrachtet ist. Bestimmte Teilfunktionen in Messenger, Page Manager und Groups auszulagern ist daher gut gedacht. Auch Paper ist – für die, die begriffen haben, wie man Facebook als Feedreader nutzen kann – eine gute Sache. Die übrigens Apps sind zunächst einmal Experimente, teils in Reaktion auf Konkurrenzprodukte (Snapchat), teils auf Nutzerwünsche (Pseudonym statt Klarnamen). Man darf gespannt sein, welche Ideen in den Creative Labs künftig noch umgesetzt werden.

Benutzen Sie eine oder mehrere dieser Apps und wie sehen Ihre Erfahrungen damit aus?

UPDATE 24.2.2015: Einführung der Ads Manager App zum Verwalten von Facebook-Werbeanzeigen. Derzeit nur für iOS, aber noch 2015 auch für Android angekündigt.

momentsUPDATE 16.6.2015: Einführung der Foto-App Moments für iOS und Android in den USA. Weitere Länder sollen in Kürze folgen. Mit Moments lassen sich Fotos von gemeinsamen Unternehmungen privat mit Freunden sammeln und von dort aus – wenn gewünscht – weiter nach Facebook, in den Messenger oder nach Instagram teilen.