Die Sache mit dem Mehrwert

Es gibt einige Dinge, die ich immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen muss. Dazu gehört auch die Sache mit dem Mehrwert. Zu oft werden einfach nur Meldungen rausgeblasen, die genauso bereits woanders zu lesen sind. Dabei wird kein Dialog angeregt, Kommentare und Fragen bleiben unbeantwortet, wahrgenommen wird nur die Zahl der Likes und natürlich die Anzahl der Fans/Follower.

Wenn ich dann mit dem Mehrwert komme und dabei auch noch sage, dass der Mehrwert für die Fans/Follower im Vordergrund stehen sollte, dann ernte ich große Fragezeichen… Wie jetzt? Da will man doch hin, weil das so genial werbewirksam sein soll…

Also überall mal ’ne Präsenz aufmachen, nur in eine Richtung kommunizieren oder noch schlimmer nur seinen Blogfeed autoposten lassen. Und wenn es dann nicht funktioniert, bestätigt das ja nur, was man schon immer wusste: alles nur ein Hype, der auch bald wieder vorbei ist. Dialog? Wozu?

Dabei ist das doch nicht so schwer. Meldungen veröffentlichen ist ja nicht prinzipiell verkehrt. Nur regt das allein eben nicht zum Gespräch an. Hier ein paar einfache Tipps:

  1. Stellen Sie sich einfach vor, Sie würden jemandem von dem Artikel, auf den Sie da hinweisen wollen, kurz erzählen.  Das kann z.B. ein zusammenfassender Satz sein, oder eine Aussage aus dem Artikel als Zitat. Wichtig ist, dass eine Frage enthalten ist, vorzugsweise am Ende des Postingtexts, die den Leser dazu anregt, seine Meinung oder Erfahrung einzubringen.
  2. Lassen Sie Kommentare und v.a. Fragen nicht unbeantwortet! Nehmen Sie die Leute, die sich da einbringen, sichtbar (!) wahr. Und wenn es nur ein Like/+1 zu einem Kommentar ist.
  3. Greifen Sie Fragen auf und machen wieder eigene Postings daraus. Verweisen Sie dabei auf den Kommentar/das Posting, aus dem die Frage stammt. So zeigen Sie, dass Sie zuhören und erkennen, wenn eine Frage so relevant ist, dass es mehr als die am Ausgangsgespräch Beteiligten erfahren sollten.

Und bitte: Wenn Sie nicht die Zeit oder Einsicht haben, um verschiedene Kanäle manuell zu bedienen, dann bauen Sie wenigstens eine zeitliche Verzögerung ein, damit man nicht auf sämtlichen Kanälen zeitgleich wortwörtlich dasselbe lesen muss. Es gibt genügend Möglichkeiten, sowas einzurichten.

Google+ hat das Crossposten in die Plattform hinein mangels Öffnung der Schnittstelle bislang unterbunden. In die umgekehrte Richtung geht das über den Feed, aber auch den gibt es nicht direkt, sondern nur über Umwege. Also entweder manuell bedienen, oder aufgeben.

Crossposten nach Twitter mache ich auch (aus Facebook und aus Google+), beobachte aber währenddessen die Reaktionen und antworte dann in Twitter selbst.

Und was passiert, wenn man in Facebook nicht manuell postet, habe ich hier bereits erklärt.

Kommen wir aber wieder zurück zum Thema Mehrwert im Social Web: Stellen Sie sich einfach folgende Fragen: Warum sollte jemand meiner Präsenz folgen? Was bekommt er dort, was er so nicht schon auf meiner Website oder in meinem
Blog bekommt? Kurz: WO IST DER MEHRWERT (für die anderen)?

Nur wenn Sie dafür eine gute Antwort haben, kann Ihre Social Web Präsenz langfristig Erfolg haben.