Instagram geschäftlich nutzen – Ein Gespräch mit Kristine Honig

Annette Schwindt und Kristine Honig

Annette SchwindtLiebe Kristine, Du hast ja im vergangenen Oktober einen eigenen Instagram-Account für Deine geschäftlichen Bilder eröffnet und dazu einen Artikel in Deinem Blog veröffentlicht. Wir haben uns dann kurz in den Kommentaren  darüber ausgetauscht, aber ich würde das gern nochmal vertiefen, denn die Blümchen- und Essensfotos postenden Unternehmensaccounts scheinen ja nach wie vor gegenüber denen, die wirklich hinter die Kulissen blicken lassen, in der Überzahl zu sein. Was glaubst Du, woran das liegt?

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„Ausprobieren! Mitmachen!“ – Interview mit Kristine Honig-Bock zu #meinweginsweb

Kristine Honig-Bock

Heute darf ich meine Fragen zu #meinweginsweb an eine weitere liebe Kollegin richten, mit der mich inzwischen auch mehr als die Arbeit verbindet. Kristine Honig-Bock war bereits hier im Blog als Gastautorin tätig und verstärkt seit einer Weile das Orga-Team des Social Media Chats Bonn, zu dem ich ja auch gehöre. Selbst wenn sie über Tourismus schreibt, sind ihre Tipps oft auch allgemeiner gültig. Es lohnt sich also, ihr zu folgen!

Bitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Kristine Honig-BockIch heiße Kristine Honig-Bock und wohne in Bonn.

Ich bin für Tourismuszukunft in der Tourismusberatung tätig mit dem Themenschwerpunkt Online Marketing/Social Media. Davor habe ich mehr als 13 Jahre im Destinationsmarketing gearbeitet, wobei ich mich mit Marketing von A bis Z beschäftigte: Anzeigen, Radiospots, Pressearbeit und natürlich Online Marketing.

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Ich bin, was Social Media anbetrifft, ein kleiner Spätzünder. Klar habe ich während meines Studiums das Internet genutzt. Aber selbst irgendetwas in „dieses Internet“ hineinschreiben? Nein danke, das war nicht mein Ding.

Mein erstes soziales Netzwerk war demzufolge auch nicht StudiVZ, Facebook oder ähnliches, sondern XING (seit 2006). Vermutlich spielte damals das Thema Jobsuche gerade eine Rolle. Bei Facebook habe ich mich erst im März 2010 angemeldet. Damals noch mit einem Plüschtier als Profilfoto. Ich denke, dass gerade mein relativ später Einstieg in die Social-Media-Welt mir heute noch dabei hilft, diese mit etwas Abstand zu betrachten – auch wenn ich mich heute in dieser Welt sehr, sehr wohl fühle.

Mein Blog auf KristineHonig.de über den Einsatz von Social Media im Tourismus startete ich im Juni 2012. Der Grund dafür war vor allem, dass ich dachte: „Da kann man doch so vieles besser machen!“ Das Blog setzte ich daraufhin sehr spontan innerhalb eines Wochenendes auf.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Persönlich spielte Sascha Aßbach für mich eine große Rolle. Diesen lernte ich während meiner Tätigkeit für das Niederländische Büro für Tourismus kennen. Sascha war damals als Blogger für uns unterwegs. Gerade er zeigte mir, dass „diese Internetleute“ ganz normale Personen waren.

Digital bin ich zu Beginn vor allem bei den, ich sage mal, üblichen Verdächtigen gelandet: Basic Thinking, Klaus Eck vom PR Blogger, PR-Doktor Kerstin Hoffmann… Und auch Tourismuszukunft habe ich von Beginn an emsig verfolgt. Dass ich jetzt dort selbst mitschreibe, hätte ich mir damals nicht zu träumen gewagt.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

  • 2010: Anmeldung Facebook
  • 2011: Anmeldung Twitter
  • März 2012-März 2013: Fernstudium zum Social Media Manager
  • Juni 2012: Blog-Start auf blogger.com und bereits im August 2012: Blog-Umzug auf WordPress.org
  • Februar 2013: erstes Mal beim Social Media Chat (damals noch Club) Bonn dabei und dort auch dich, liebe Annette, kennengelernt 🙂
  • November 2013: Nach einigen Beratungen zum Thema Social Media: Start in die Selbstständigkeit als Beraterin.
  • Mai 2014: Start als Beraterin und Netzwerkpartnerin bei Tourismuszukunft – Institut für eTourismus.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Ich denke, Fehler gehören dazu. Gerade zum sich-Ausprobieren im Social Web. Mir hat anfangs meine eigene Sprache im Web gefehlt. Ich habe zu viel das geteilt, was alle teilen bzw. zu viel das geteilt, wo ich die Leute dahinter sympathisch fand. Das lag aber auch daran, dass ich meine eigene Ausrichtung und meine eigene Zielgruppe noch nicht klar vor Augen hatte. Mittlerweile bin ich hier rigoroser. Beiträge werden nicht nur weitergesagt, weil ich die Leute dahinter so mag (auch wenn das natürlich von Vorteil ist), sondern weil die Inhalte für meine Zielgruppe relevant sind.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

  • Lesen und verfolgen, was andere machen.
  • Fragen, wenn man etwas nicht versteht.
  • Vor allem aber: Einfach machen und ausprobieren. Und zwar so, wie es zu einem selbst am besten passt.
  • Ich selbst habe auch ein einjähriges Fernstudium zum Social Media Manager absolviert. Mein Resümee: Kann man machen. Muss man aber nicht.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Twitter. Weil Twitter mich mit aktuellen Informationen beliefert. Weil Twitter den Austausch mit anderen fördert. Weil ich über Twitter einfach mit anderen in Kontakt komme. Und ebenso sehr wichtig für mich: Weil Twitter perfekt für die Mitverfolgung von Konferenzen geeignet ist, bei denen man selbst nicht dabei ist.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Spannend, ganz unabhängig von aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation, finde ich die doch immer wieder gewünschte Offline-Vernetzung. Seien es die verschiedenen BarCamps oder auch der Social Media Chat Bonn. Es ist sehr interessant für mich zu sehen, dass die Menschen letztendlich doch wissen wollen, wer da hinter den diversen Accounts sitzt.

In Richtung aktueller Entwicklungen geschaut: Hier freue ich mich bereits auf die weitere Entwicklung der sogenannten Wearables – alles, was Social Media bzw. das Internet generell näher ran an den Menschen bringt.

Außerdem für mich interessant, dass nahezu alle aktuellen Entwicklungen gerade für den Tourismussektor eine große Rolle spielen: digitales Reisen via Augmented Reality, bei echten Reisen via Mobile Technology alle Tipps immer dabei zu haben oder über das sogenannte Internet der Dinge individuell auf die Person eingestellte Autos und Hotelzimmer.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Reingehen. Ausprobieren. Mitmachen.

Herzlichen Dank, liebe Kristine! 🙂

Nächste Woche wird hier Sebastian Freitag zu Wort kommen.
Alle Interviews können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb/