Arbeiten mit Social Media heißt immer weiter lernen

Die Haltung, die viele Unternehmen derzeit zu Social Media an den Tag legen, erinnert mich doch stark an die Einstellung zu Websiten vor einigen Jahren. Alle wollen sowas haben, aber wirklich damit auseinandersetzen will man sich nicht. Die Antwort „weil man das doch jetzt hat“ hab ich auch damals schon gehört. Konkrete Inhaltsvorstellungen oder gar Strategie? Fehlanzeige…

Und während die einen diesen Run befüttern und andere berechtigterweise titeln, dass man zuerst eine Strategie ausarbeiten und dann die passenden Tools wählen sollte, gibt es in der Praxis leider viele, die irgendwo dazwischen an ihre Grenzen stoßen und erst dann Hilfe suchen, wenn sie mit ihren Selbstversuchen bereits in den Brunnen gefallen sind…

Da sitzt man dann als Berater… und muss erst mal Ordnung ins Chaos bringen…

Im schlechtesten Fall hält so ein Kunde aber an seinem alten Marketingdenken fest und gibt dann sowohl den neumodischen Tools als auch dem Berater die Schuld daran, dass sein Ding nicht funktioniert. Sie selbst können ja nicht Schuld daran sein. Solche Kunden landen dann bei Beratern, die ihnen nach dem Mund reden, ihnen viel Geld aus der Tasche ziehen, um blinkende Apps zu erstellen, Fans und Follower einzukaufen und sich nicht weiter um langfristig ausgerichtete Konzepte  zu scheren.

Im besten Fall lässt sich der Kunde davon überzeugen, dass es nicht auf die neueste App ankommt, sondern zunächst mal auf das Erarbeiten eines Gesamtkonzepts. Dass man erst mal schauen muss, wer und was eigentlich mit dem Einsatz von Social Media erreicht werden soll, welche Tools dafür geeignet sind und wie sie einander und die Gesamtkommunikation sinnvoll ergänzen können. Man muss sicherstellen, dass überhaupt Kapazitäten zur Betreuung der gewählten Tools vorhanden sind – sowohl was die Zeit als auch das Know-How und die Freiheit im Agieren angeht. Und dann die ersten Schritte begleiten und auch über einen längeren Zeitraum als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Idealerweise haben die Personen, die solche Social-Media-Präsenzen dann betreuen, auch schon eigene Erfahrungen als Nutzer dieser Plattformen. Denn nur dann versteht man wirklich,  worauf es ankommt. Es ist daher auch sicher ein guter Einstieg, verschiedene Plattformen erst einmal als privater Nutzer auszuprobieren, zu beobachten und das Gelernte später für den eigenen geschäftlichen Auftritt umzusetzen.

Eine Instant-Backmischung für den Einsatz von Social Media gibt es nämlich nicht. Der Umgang mit Social Media bedeutet vielmehr, sich auf ein ständig fortschreitendes Lernen einzulassen:

Beobachten, Bewerten, Weiterentwickeln, Umsetzen und wieder von vorn = Immer weiter lernen