„Mehr Mut!“ – Jochen Mai im Interview zu #meinweginsweb

Jochen Mai

An der Karrierebibel kommt man kaum vorbei, wenn man sich mit deutschen Blogs auseinandersetzt. Und so freue ich mich, dass ihr Gründer Jochen Mai sich ebenfalls die Zeit genommen hat, meine Interviewfragen zu beantworten. Er war es auch, der Christian Müller als Blogpraktikanten angenommen hat, der dann wiederum mich dazu inspirierte, mein Mentoring anzubieten. Aber lassen wir Jochen selbst zu Wort kommen:

Bitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Jochen MaiJochen Mai, Strategie- und Kommunikationsberater, Social Media Speaker, Autor, Blogger, Dozent (an verschiedenen Hochschulen)

Meine Profile:

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Online bin ich schon seit Mitte der 1990er Jahre. Aber angefangen zu bloggen, habe ich 2003. Da aber noch experimentell und anonym sowie zu verschiedenen Themen und Sujets. ich geb’s zu: Ich war virtuell auch mal eine Frau… Eine interessante Erfahrung. Danach ging es mit zwei Blogs für die WirtschaftsWoche, bei der ich damals Ressortleiter und später zusätzlich Social Media Manager war, weiter – Jo’s Jobwelt und dem Dresscode-Blog.

Parallel begann ich mein erstes Buch zu schreiben. Und weil das aufgebaut war wie ein Tagebuch, lag die Idee nahe, das Buchmarketing mit einem eigenen Blog zu realisieren. Das Blog hieß genauso wie das Buch: „Die Karrierebibel“. Das war damals revolutionär – aber erfolgreich. Das Buch wurde ein Bestseller, das Blog aber noch größer. Aktuell hat Karrierebibel.de rund 60.000 Leser am Tag. Ich kann das selbst manchmal kaum glauben. Die Startauflage des Buchs lag bei 20.000 Exemplaren – ein Drittel von dem, was wir heute täglich (!) erreichen.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Natürlich. Vor allem viele Blogger aus den USA. Aber auch Social Media Evangelisten wie Guy Kawasaki oder Gary Vaynerchuk. Letztlich kann man von allen lernen.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Jedes Jahr etwas großes Neues: Die Karrierebibel wird Ende des Jahres relauncht, das ist dann die 4. Version. Dann kommt noch zusätzlich eine neue Schwesterseite dazu. Davon waren es Experimente mit Newslettern, Gastautoren-Konzepten, Praktikanten, ersten Mitarbeitern bis hin zu festen Redaktionsteams. Und natürlich mein Zweitblog – Weinbilly.de. Auch so ein Experiment, aber wesentlich sinnlicher als die Karrierebibel.

Entscheidend ist, dass man nie aufhört, sich weiterzuentwickeln, zu experimentieren. Ich glaube, die Leser wissen das zu schätzen, weil sie die Leidenschaft dahinter spüren und alles live miterleben können. So gibt es immer auch einen Subtext und man bleibt unberechenbar – nicht zuletzt für sich selbst.

Steve Jobs brachte es mal schön auf den Nenner: Stay hungry, stay foolish.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Jeder macht Fehler, ich natürlich auch. Ich habe die ersten vier Jahr völlig allein mein Blog aufgebaut, erst später kamen Praktikanten dazu. Rückblickend denke ich, damit hätte man früher beginnen und noch schneller ein Redaktionsteam aufbauen können.

Der zweite Fehler ist ein Klassiker: Natürlich gibt es im Netz alle Persönlichkeiten, die es im echten Leben auch gibt, also zum Beispiel auch Trolle. Wie beabsichtigt, versuchen diese Lebenszeit (von anderen) zu binden, indem sie Reaktionen provozieren. Am Ende ertappt man sich aber nur dabei, Trollen mehr Aufmerksamkeit und Zeit gewidmet zu haben, als jenen, die einen (und andere) wirklich weiterbringen. Meine Strategie heute: ignorieren oder direkt löschen. Ich bin sowieso der Meinung, dass das noch zu wenig geschieht.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Bücher zu lesen und Weiterbildungen zu besuchen, kann ein Anfang sein. Am Ende aber bringt nichts mehr, als es selber zu versuchen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Überdies sollte man viele nationale und internationale Medien aufmerksam lesen und analysieren – vor allem zwischen den Zeilen.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Ich habe mit Twitter angefangen und war damals enorm skeptisch. Mein damaliger Volontär und heutiger HuffPo-Chefredakteur, Sebastian Matthes, kann sich sicher noch an unsere hitzigen Diskussionen erinnern. Aber ich hab mich bekehren lassen – und bin seitdem begeistert. Es ist ein schnelles und vor allem immer noch ehrliches Netzwerk – ohne den ganzen Marketing-Schnickschnack: Kurze, direkte Tweets. Das geht auch wunderbar mit dem Smartphone. Ich mag das Einfache daran.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Das Ende der Hybris um Facebook und alle anderen Sozialen Netzwerke – und hin zu eigenen Kanälen wie (Corporate) Blogs. Hinter letzten – wenn sie denn erfolgreich sein sollen – stecken immer Menschen, die mit Herzblut schreiben und eine substanzielle und relevante Botschaft haben. Letztlich ist es der Weg weg von Push-Marketing und Content Marketing, hin zu Pull-Kommunikation und echten Content Strategien. Der Leser, Hörer, Zuschauer, Kunde und dessen Bedürfnisse rücken wieder ins Zentrum – völlig zurecht.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Mehr Mut! Wir Deutsche mit unserem Hang zur Gründlichkeit und Detailliebe entwickeln lieber zwei Jahre lang Konzepte, statt einfach zu machen. im doppelten Wortsinn. Die Konzepte überholt die Zeit sowieso, und am Ende heißt es nicht zufällig „Social“ Media und nicht „Sales“ Media: Es geht um Menschen und Beziehungen. Und wenn man ganz ehrlich ist, offen sagt, dass man etwas wagt und ausprobiert, nimmt einem das auch keiner krumm. Schon Darwin wusste: Nicht die Stärksten überleben, sondern die Anpassungsfähigen. Also fangen Sie an – und entwickeln Sie sich mit Ihrer Community!

Vielen Dank für Deine Antworten, lieber Jochen! 🙂

Als letzter Interviewpartner vor der Weihnachtspause wird in der kommenden Woche
Christian Henner-Fehr meine Fragen beantworten.

Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb/.

Mach das Web zu einem schlaueren Ort! (Blogparade)

Genau das Richtige, um mich heute aufzuheitern! 🙂 Danke @karrierebibel, der in seinem Blog folgenden Aufruf gestartet hat:

Machen Sie mit und mit mir das Internet zu einem schlaueren Ort. Suchen Sie sich die zehn (oder mehr) seltensten Fragen, mit denen Menschen zu Ihrem Blog finden – und beantworten Sie diese. Ob ausführlich, kompetent, humorvoll oder ironisch ist letztlich egal. Hauptsache unterhaltsam. Machen Sie Ihre Webseite zu einem Ort, an dem noch offene Fragen endlich beantwortet werden.

Das mach ich doch gern!

  • Hier zunächst einige Kuriositäten aus meiner Blogstatistik:

ganze gruppe die fanseite vorschlagen

Was jetzt: Gruppe oder Fanseite? Und wer soll hier wem was vorschlagen? Wo die Deutsch?

einstellung bei facebook wenn jemand was

tja… die suche ich auch…

meldungen werden bei facebook nicht mehr

Doch! Sie müssen nur welche posten.

wieso können freunde von freunden auf fa

Fa? War das nicht ein Duschgel? Aber selbst wenn Fa auf Facebook eine Präsenz hat, dann hat die vermutlich Fans und keine Freunde. Und bevor ich nicht weiß, WAS die können, kann ich auch nicht sagen wieso…

bei fc bei mehrern leuten gleichzeitig a

Was erlaube?

facebook kommentare für meine fotos sich

Blog Schrift von Ihren Fragen ich

facebook anwendungseinstellungen verschw

Wenn es das bedeutet, was ich denke, scheint es ansteck  z  se … HILFE!

  • Und dann noch ein paar Favoriten aus dem Berater-Alltag:

Wie verkaufe ich mich authentisch?

Bitte zurück auf Los, gehen Sie nicht über das Social Web, lernen Sie erst mal, was Kommunikation bedeutet.

Können Sie eine Werbeseite für uns auf Facebook erstellen?

Nein!

Warum sollte ich dieses Fäckbohg kaufen?

Hmmmm…