„Wir Menschen machen das Web“ – Interview mit Ute Blindert zu #meinweginsweb

Ute Blindert

Mit meiner heutigen Interviewpartnerin hatte ich bewusst das erste Mal zu tun, als sie mich für ihr Buch in Sachen Facebook interviewt hat. Von da an hatten wir immer mal wieder via Social Media miteinander zu tun. Erst in letzter Zeit hat sich der Kontakt intensiviert und mündete kürzlich in einem persönlichen Treffen. 🙂 Zeit, sie hier selbst zu Wort kommen zu lassen:

Ute BlindertBitte stelle dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags).

Ute Blindert, Köln, #Speakerin, #Autorin, #Unternehmerin. #Speakerin rund um die Themen Karriere und Wirtschaft 4.0. Ich liebe es zu schreiben, Themen zu suchen und mich so richtig darin zu versenken. So war es besonders schön für mich, als im März mein Buch „Per Netzwerk zum Job“ im Campus Verlag herauskam. Daneben verstehe ich mich als journalistische #Unternehmerin, denn ich betreibe seit vielen Jahren die Websites www.zukx.de (ab September 2015: www.karriereletter.de) und www.businessladys.de. Und wenn ich dann auch noch das ganze auf die Bühne bringen darf, bin ich glücklich!

Meine drei Hashtags sind: #Karriereletter #BusinessLadys und #Rollwende

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Das erste Mal online gegangen bin ich 1997 im Libanon. Dort war ich für ein paar Monate zu einem  Praktikum am Orient-Institut in Beirut. Irgendwann kam einer der Mitarbeiter und zeigte mir dieses Internet – und seine erste E-Mail. Ich war fasziniert. Als ich wieder zurück in Deutschland war, bin ich sofort losgezogen, habe mir ein Modem besorgt und los ging‘s. Dieser Einwahlton weckt noch immer nostalgische Erinnerungen bei mir.

Richtig online unterwegs war ich dann bereits in meinem ersten Job nach dem Studium beim Karriereführer. Dort war ich für die Website karrierefuehrer.de verantwortlich. Alles war nicht nur sehr langsam, man musste vieles selber machen, aber ich habe ja nie Scheu, mich in Neues einzuarbeiten.

Mit dem eigentlichen Bloggen habe ich erst vor ein, zwei Jahren auf meiner Website uteblindert.de angefangen. Allerdings schreibe ich ja quasi seit 1999 in dieses Internet.

Mein erstes soziales Netzwerk war Xing/OpenBC: Das fand ich toll! Ich habe mich viel in den Gruppen herumgetrieben, mich an Diskussionen beteiligt. Ich mag es heute immer noch. Später kamen dann Facebook, Twitter, Google+, Instagram dazu. Manches probiere ich auch aus und lasse es auch wieder.

Gab es Menschen, die dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Für mich waren in meiner Anfangszeit als Unternehmerin zwei Gruppen bei Xing, „Akquisition & Kundengewinnung“ und „Gründer & Selbständige“ sehr wichtig. In der ersten fand ein toller Austausch unter den Mitgliedern statt, der mir viel Mut gemacht hat. Dort habe ich zum Beispiel Martina Bloch als sehr kompetent und hilfsbereit erlebt. „Akquisefachfrau“ Martina habe ich dann witzigerweise erst dieses Jahr auf der re:publica das erste Mal persönlich gesprochen.

Ebenfalls sehr wichtig für mich in dieser Zeit war Dr. Andreas Lutz, „Mr. Gründungszuschuss“, der einfach super Tipps über die Xing-Gruppe zur Verfügung stellt. Später haben dann Menschen wie Dr. Kerstin Hoffmann, Lars Hahn, Robindro Ullah, Svenja Hofert, Silke Loers und vor allem auch du, liebe Annette, meinen Weg begleitet.

Wie hat sich dein Weg in Sachen digitaler Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

So richtig schätzen gelernt habe ich Facebook erst durch die Business Ladys-Seite. Der Austausch mit unseren Leserinnen ist toll und wir bekommen viel Feedback und Unterstützung. Da habe ich persönlich Social Media erst so richtig begriffen. Ein weiterer Meilenstein war die radikale Umstellung unserer Webseiten von Django/Python auf WordPress. Das war ein riesiger Schritt, aber so ging es nicht mehr weiter – wir wollten unbedingt responsiv werden!

Gibt es Fehler, die du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Ich bin immer so neugierig, dass ich vieles auch einfach mal ausprobiere. Dann stelle ich auch schnell mal etwas um, ohne zu hinterfragen, ob das wirklich strategisch sinnvoll ist. Geduldiger sein, das wäre mein Tipp. Auf der anderen Seite wird es einem nicht so schnell langweilig – und ich langweile mich schnell.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Machen. Vieles lernt man erst wirklich durchs Tun. Offen sein, lesen, diskutieren und fragen. Social Media lebt von vielen Fragen und der Bereitschaft von anderen Menschen, diese Fragen zu beantworten.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Facebook. Hier findet einfach so viel Austausch statt, die Vernetzung funktioniert, es macht Spaß. Ich bekomme immer Neuigkeiten mit und kann so herrlich prokrastinieren… Und machmal bietet es einfach unglaublich schnell Hilfe und Unterstützung, so wie bei der Aktion „Ein Buch für Kai“, in der Flüchtlingshilfe oder auch konkret bei Mac-Problemen oder anderen Technik-Fragen.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Ich finde hier tatsächlich den Aspekt am spannendsten, der in Richtung New Work und Karriere 4.0 geht. Was ändert sich im Recruiting, wie lassen sich Prozesse automatisieren, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Inwieweit kommen Unternehmen und Jobsuchende da überhaupt zusammen? Beziehungsweise welche Unternehmen und welche Bewerber verlieren den Anschluss?

Und auch: Wie können Unternehmen in Zeiten schwindender Arbeitskräfte ihre Top-Kräfte halten? People Analytics finde ich da zum Beispiel einen hoch interessanten Ansatz. Da geht es jetzt nicht um einzelne Tools, die sind je nach Kandidaten-Zielgruppe ja auch unterschiedlich, sondern mehr um das Verständnis digitaler Kommunikation in Unternehmen.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Das Social Web und die digitale Kommunikation ist nur so gut, wie wir sie machen! Wir Menschen machen das Web! Das ist eine unglaubliche Chance – mit all den Risiken, die zum Leben gehören.

Vielen Dank fürs Mitmachen, Ute! :)

Foto © Christine Sommerfeldt

Diese Interviewreihe geht weiter,
derzeit liegen mir allerdings keine weiteren Antworten vor.

Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb.

WordPress für Einsteiger verständlich machen – Ein Interview mit Peter Müller

Einstieg in Wordpress 4 von Peter Müller

Heute erscheint das Buch „Einstieg in WordPress 4“ von Peter Müller bei Rheinwerk Verlag, dessen Entstehung ich mit meinen freien Mitarbeiterinnen Ulrike, Rebecca und meiner damaligen Mentee Alexandra begleiten durfte. Wie es dazu kam, habe ich in einem eigenen Artikel im Newsroom von schwindt-pr festgehalten. Ich selbst habe für das Buch als Fachgutachterin fungiert und das Geleitwort geschrieben.

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„Erfahrung wächst durchs Tun“ – Interview mit Christian Müller zu #meinweginsweb

Christian Müller

Ich weiß gar nicht mehr, wie und wann es dazu kam, dass Christian Müller und ich angefangen haben, uns so häufig und intensiv auszutauschen. Ich erinnere mich noch an seinen Podcast zum Thema Blogpraktikum, der schließlich dazu geführt hat, dass sowohl er als auch ich heute als Mentoren unterwegs sind. Inzwischen gehört Christian fest zu meinem Netzwerk. Heute erzählt er uns, wie er seinen Weg nach Digitalien gefunden hat:

Christian MüllerBitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Christian Müller, wohnhaft in Stuttgart. Kommunikationsberater, Mobile Videograf, Lebenskarriere-Coach und Blogger. Anders formuliert: Ein aktiver Netzbewohner, für den Social Media und die Kommunikation über die verschiedensten Kanäle natürlicher Teil des täglichen Lebens und der zwischenmenschlichen Kommunikation sind – privat wie beruflich.

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Online bin ich seit Anfang der 2000er Jahre. Lange Zeit – ungefähr bis zu meinem 18. Lebensjahr – war ich übrigens Gegner von Handys und Internet, danach kam eine recht radikale Kehrtwende. Mein erstes soziales Netzwerk war StudiVZ, dicht gefolgt von Twitter. Darauf gekommen bin ich über meine Affinität fürs Schreiben, die mich zum Bloggen und schließlich zur Karrierebibel und davor in die sozialen Netzwerke geführt hat.

Der Weg war übrigens keineswegs absehbar. Ursprünglich habe ich Sozialpädagogik studiert und war mir sicher, dass ich auch in diesem Bereich dauerhaft arbeiten würde. Aber Pläne sind ja dazu da, um geändert zu werden.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Zuerst muss ich hier ganz klar Jochen Mai nennen, der mich nicht nur durch seine Artikel, sondern vor allem durch die Chance des Praktikums und danach durch die freie Mitarbeiter unterstützt und geprägt hat. Von ihm konnte und durfte ich auch extrem viel lernen – übrigens bis heute. Dafür bin ich nach wie vor dankbar.

Doch auch Annette Schwindt habe ich früh gelesen und von ihr gelernt, auch Jan Tißler habe ich früh – damals noch auf den Blogwerk Blogs – gelesen und von ihm gelernt. Und auch Alex Olma vom iPhone Blog habe ich früh gelesen.

Natürlich gehörte auch Klaus Eck zu den einflussreichen Autoren, das bleibt glaube ich nicht aus.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Der Beginn bestand aus einem Blog auf Blogspot, darauf folgte das Macoholic Blog, dann die Karrierebibel, dann sozial-pr. Nach und nach kamen Videos und ein eigener Podcast dazu, dann auch das Lebenskarriere Blog und das Chromebookblog. Was sich vor allem verändert hat, ist mein Umgang mit den Netzwerken. Zu Beginn waren sie alle etwas besonders, heute gehören sie selbstverständlich dazu. Zwar faszinieren mich die Möglichkeiten immer noch jeden Tag, doch ich nutze die Kommunikationswege viel selbstverständlicher.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Ganz klar: Zu viele Baustellen und zu viel Output. Ab einem gewissen Punkt lässt sich eine hohe Frequenz auf zu vielen Kanälen nicht mehr aufrecht erhalten und/oder geht auf Kosten der Qualität. Heute bin ich da viel entspannter. Mein wichtigster Tipp: Befasse Dich nur mit Themen, die Dich wirklich interessieren und voranbringen. Du musst nicht jeden Tag schreiben, aber wenn Du etwas veröffentlichst, muss die Qualität stimmen. Und halte nicht mit Deiner Meinung hinterm Berge. Profile brauchen Persönlichkeit mit Ecken und Kanten.

Und wenn Du bloggst: Produziere nicht einfach Content. Finde Deine Kernthemen, erstelle dazu hochwertige Inhalte und baue diese nach und nach aus. Das kann auch heißen, alte Artikel auszubauen, statt neue zu schreiben. Besetze Deine Themen und verzettle Dich nicht.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Drei englische Worte: Just do it. Sicher, die Grundlagen der Social Media und der Kommunikation lassen sich theoretisch lernen und anlesen und der eine oder andere Kurs kann auch helfen. Doch echte Erfahrung und Kompetenz wächst erst durchs Tun, durch die Praxis.

Die Betonung liegt hier auf wächst. Denn es handelt sich um einen stetigen Lern- und Entwicklungsprozess und jeder – egal wie lange aktiv oder dabei – kann noch dazu lernen.

Ganz wichtig ist für mich auch das Thema Netzwerken. Beziehungen und Kontakte aufzubauen nimmt Zeit in Anspruch. Und Du musst in Vorleistung gehen. Wenn du mit einer soliden Basis und einer guten Reputation – Tipp: Die Zahl der Follower ist zweitranging, ihre Qualität entscheidet – Kontakt aufnimmst, wirst du meist auf offenen Türen treffen. Übrigens auch bei den so genannten “großen” der Branche. Sie sind auch nur Menschen. Hier gilt: Trau dich, sprich sie an – aber mit klaren Themen und einer guten Basis. Wer kommt und einfach nur will, muss sich über Ablehnung nicht wundern.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Am kommunikativsten: Ganz klar Twitter. Am inspirierendsten: YouTube. Am liebsten: Google+. Ich liebe das Niveau der Diskussionen dort und schätze Hangouts sehr. Periscope nimmt gerade übrigens auch einen größeren Stellenwert ein.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Ich finde es enorm spannend, dass Livestreaming auf einmal auf dem Radar vieler Menschen auftaucht. Meerkat und Periscope haben da etwas geschafft, was durch Hangouts on Air nicht gelungen war.

Die zweite spannende Entwicklung betrifft Blogs. Aktuell geht die Entwicklung stark in Richtung von Content Hubs oder Social Mags. Zu deutsch: Das klassische Blog tritt in den Hintergrund, multimediale Seiten zu bestimmten Themen nehmen ihren Platz ein.

Dazu passt auch mein Tipp oben: Es geht nicht mehr darum, ständig neue Artikel zu schreiben. Stattdessen zählt, bestimmte Themen optimal abzubilden und nutzerrelevante, attraktive Inhalte mit viel Informationsgehalt und Wert zu schaffen. Wer sich für diese Entwicklung interessiert, sollte unbedingt mal bei Karl Kratz vorbeischauen.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitalen Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Drei Punkte, die jeder, der meine Artikel liest, bereits kennt. Ich wiederhole sie trotzdem, weil sie für mich einfach der Kern der Kommunikation darstellen.

1.   Du sprichst mit Menschen. Immer. Egal ob Du für ein Unternehmen arbeitest oder für Dich selbst kommunizierst: Du kommunizierst mit Menschen. Bring Ihnen den Respekt und die Wertschätzung entgegen, die sie verdienen.

2.   Kommuniziere mit Leidenschaft. Bleib Deinen Themen treu. Spring nicht auf jeden Zug oder auf jedes populäre Thema auf. Reichweite ist nicht alles, Qualität zählt. Für mich ist eine Frage der Maßstab: Kann ich das tun und morgen noch guten Gewissens in den Spiegel schauen? Die Antwort ist meist klar.

3.   Experimentiere. Trau Dich, neue Wege zu gehen, Neues auszuprobieren und auch mal zu scheitern. Fehler gehören dazu, unpopuläre Meinungen und Standpunkte auch. Verbiege Dich nicht für andere, bleib Dir treu und offen für Neues. Es lohnt sich.

 Vielen Dank für Deine Antworten, lieber Christian! 🙂

Diese Interviewreihe geht weiter, derzeit liegen mir aber keine weiteren Antworten vor.
Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
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„Es lebe die Persönlichkeit!“ – Interview mit Christa Goede zu #meinweginsweb

Christa Goede

 Auf meine heutige Interviewpartnerin Christa Goede bin ich zwar in Sachen Social Media online aufmerksam geworden, besser kennengelernt haben wir uns aber bei ausgedehnten Chats und Telefonaten zu persönlichen Themen. Leider konnten wir uns bislang noch nicht live treffen, aber ich hoffe, das schaffen wir auch noch irgendwann. 😉 Inzwischen beantwortet Christa schon mal meine Fragen zu ihrem Weg in die digitale Welt:

Christa GoedeBitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Ich heiße Christa Goede und lebe in Offenbach. Seit 12 Jahren arbeite ich freiberuflich als Texterin, Konzeptionerin, Bloggerin und Social Media-Managerin, halte Vorträge und gebe Workshops. Und dann schreibe ich auch noch amüsante Kurzgeschichten – denn in meinem Kopf gibt es so viele Dinge und Ideen, die in irgendeiner Form aufgeschrieben werden wollen 😉

Darüber hinaus bin ich Besitzerin von “Profilleichen” in ganz vielen anderen Netzwerken, denn ich teste leidenschaftlich gerne alles, was irgendwie nach Social Media aussieht.

Meine Hashtags lauten: #text #websites #socialmedia

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Ich glaube irgendwann 1994 bekam ich als Studentin von der Uni Frankfurt den ersten eigenen Internetzugang für Zuhause – meine Güte, war das großartig: Analogmodem einstöpseln, Gequake abwarten und schon war ich mittendrin in dieser Welt, die für mich damals noch fast ausschließlich aus IRC-Chats und animierten GIFs bestand. Ich habe eigentlich in jeder freien Minute gechattet! Denn ich fand es total aufregend zu so gut wie jedem Thema einen Channel zu finden, auf dem man ‚einfach so‘ mit echten Cracks tippen konnte. Meine erste, eigene Mailadresse hatte ich dann bei Hotmail – mit einer fünfstelligen Kennnummer. ICQ war auch lange Zeit fester Bestandteil meines Onlinelebens, denn auch hier konnte ich mir die ganze Welt an meinen Schreibtisch holen – Wahnsinn.

2004 habe ich dann mein Xing-Profil eröffnet: Damals war ich schon selbstständig und hatte angefangen, über dieses Netzwerk Kunden zu akquirieren. In Sachen Blog bin ich eine echte Spätzünderin: Meine ersten Blogbeiträge habe ich erst 2010 geschrieben. Gelesen habe ich Blogs schon viel früher – aber irgendwie fehlten mir die Lust und der Mut (und auch die Ideen ;o)) für ein eigenes Blog.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Mich haben viele Menschen inspiriert – meine Netzwerk-Kollegin Biggi Mestmäcker zum Beispiel mit ihrem Blog Pommeswelt, das es schon seit 2002 (!) gibt. Oder Kerstin Hoffmann mit dem PR-Doktor. Oder Klaus Eck mit dem PR-Blogger. Oder auch du, liebe Annette! Gern lese ich auch alles, was Wibke Ladwig zu schreibt – gerade ging ja leider die wunderbare Geschichte mit der Orgelmaus zu ende *snüff*.

Ganz wichtig sind und waren für mich auch viele politische Blogs: So lese ich beinahe täglich bei netzpolitik.org oder publikative.org. Da merkt man wohl, dass ich vor Urzeiten mal Politikwissenschaften studiert habe 😉

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Der Beginn der digitalen Kommunikation waren für mich eigentlich Newsletter: Ich habe in den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit sehr oft Newsletter betextet – für den Printbereich hatte ich das schon gemacht, als ich noch fest angestellt war.

Mitte der 2000er Jahre habe ich dann als feste Freie bei der Konzeption großer Websites und E-Shops mitgewirkt – zum Beispiel im Onlineteam eines Automobilzubehör-Spezialisten. In dieser Zeit bin ich dann auch das erste Mal mit Content-Manangement-Systemen in Kontakt gekommen: Endlich konnte sogar ich Websites problemlos selbst pflegen und ergänzen (ich hab‘s nicht so mit HTML ;-))! Mit den steigenden Zugriffszahlen wurden dann auch die digitalen Servicekanäle immer wichtiger – damals saß ich zum Beispiel auch in einem Team, das laut über die Vernetzungspotenziale zwischen Website und Customer-Relationship-Management-Tools nachdachte – inklusive individuell angepasster und zugesteuerter Inhalte. Vieles, was heute selbstverständlich ist, war damals noch eine große – für viele Marketingkollegen auch irgendwie vollkommen verrückte – Vision. Aber ich mag das Wort NEIN nicht. Und Denkverbote mag ich schon mal gar nicht!

Zum Jahreswechsel 2011-12 habe ich mich dann als Freiberuflerin komplett neu erfunden: Ich bin heute unter Klarnamen aktiv (früher Textschneiderei) und habe mich auf kleine und mittelständische, inhabergeführte Unternehmen spezialisiert. Diese Kundengruppe berate ich in Sachen digitaler Kommunikation und erstelle Konzepte und Texte für Websites – denn hier ist Platz für Ideen und genug Spielraum, um Neues auszuprobieren.

Der wichtigste Meilenstein hin zur Social-Media-Professionalisierung war meine Teilnahme an der Social-Media-Weiterbildung an der Fachhochschule Köln im Jahr 2012 – die wissenschaftliche und detailreiche Auseinandersetzung mit komplexen Themen, die mich wirklich brennend interessieren, macht mir einfach Spaß. ;o))

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

*lach* Wo soll ich anfangen? Ich glaube, ich habe so gut wie jeden Fehler gemacht, den man nur machen kann – und ich mache natürlich auch heute noch Fehler. Doch hier kommt das ins Spiel, was ich an Social Media so liebe: Man kann sich ausprobieren, Dinge testen, Sachen versuchen. Es gibt nicht den einen, garantiert richtigen Weg, sondern es gibt unendlich viele Wege, die alle richtig sein können – man muss es eben ausprobieren. Und wenn man scheitert, steht man wieder auf, analysiert, was schief gegangen ist, richtet das Krönchen und weiter geht’s. ;o))

Da ich in einem Bereich arbeite, der sich so rasend schnell entwickelt und verändert, gehört wohl diese spielerische Lust am Ausprobieren dazu – genau wie eine hohe Frustrationstoleranz. Meine Bloggerei war am Anfang zum Beispiel sehr mühselig, und ich hatte das Gefühl, niemand außer mir liest meine Beiträge. Aber irgendwann hatte mich der Ehrgeiz gepackt und ich wollte mir beweisen, dass ich auch für mich persönlich und nicht „nur“ für andere Unternehmen bloggen kann – es hat geklappt!

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Die Fachhochschule Köln und ihren breit aufgestellten Kurs zum Social Media-Manager. Der Kurs ist bezahlbar und nach Meinung von späteren Teilnehmern auch immer noch gut.

Noch viel wichtiger ist aber die Erfahrung: Denn in Social Media muss man manchmal in Sekunden Entscheidungen treffen, die große Auswirkungen haben können. In diesem Job muss man ein Gefühl für Menschen, Situationen und für kommunikative Zusammenhänge entwickeln – und das braucht seine Zeit. Ich kenne exzellente Social Media-Manager, die vollkommen ohne Zertifikat einen super Job machen!

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Ich liebe Facebook. Diese einmalige Gemengelage aus Privat- und Arbeitsleben, die vielen News, Fotos, Videos und die spannenden Diskussionen – auf Facebook kann ich Stunde um Stunde prokrastinieren und nebenbei auch noch arbeiten. ;o)) Denn mein wunderbarer Arbeitsplatz und meine durchgeknallte Spielwiese liegen dort in unmittelbarer Nachbarschaft!

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Die rasante Entwicklung bringt etwas mit sich, was ich ziemlich großartig finde: Authentizität und Transparenz werden auch für Unternehmen immer wichtiger. Leere Marketingversprechen wie „Wir sind die Besten und Geilsten, weil wir einfach toll sind!“ weichen Inhalten, die echten Nutzen für die Zielgruppe bieten.

Und auch die persönliche Note eines Einzelunternehmers oder einer Unternehmenspersönlichkeit rückt in den Fokus: Das zeigt sich zum Beispiel an Website-Texten, die immer öfter in einer individuellen Sprache verfasst werden und im Idealfall auch die Haltung und das Wertesystem des Unternehmens spiegeln. Kurz: Austauschbare Stromlinienform ade, es lebe die Persönlichkeit mit ihren Ecken und Kanten – jippieh!

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Ich denke, dass Social Media in den nächsten Jahren ein fester Bestandteil des Lebens aller Menschen werden wird, die Zugang zum Internet haben: Social Media werden tief verankert werden in unserem Alltag. Die letzten Grenzen zwischen „realem Leben“ und „Internet“ werden fallen – und die meisten von uns werden das nicht mal bemerken. ;o))

In Sachen Social Media werden mehr und mehr echte Persönlichkeiten gefragt sein, die mit Herzblut und persönlicher Note arbeiten – das gilt für die Unternehmen genau so wie für die Mitarbeiter. Denn eins ist sicher: Nur die Unikate stechen aus der Masse der Angebote heraus und bleiben den Menschen im Gedächtnis. Die Zeit der beliebigen Werbung mit nicht überprüfbaren Marketingversprechen ist vorbei, was ein Glück.

 

Vielen herzlichen Dank für Deine Antworten, liebe Christa! 🙂

Als nächstes wird Robert Basic von seinem Weg ins Web erzählen.
Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb/

11 Fragen zu meinem Blog (Liebster Award)

Banner mit der Aufschrift Liebster Award

Robert Weller hat mich beim Liebster Award nominiert. Dabei geht es nicht um einen Preis, sondern darum, neue Blogs kennenzulernen. Wer nominiert wird, beantwortet die Fragen, die mit der Nominierung kommen, und nominiert dann andere wiederum mit seinen eigenen Fragen. Hier kommen also meine Anworten auf Roberts Fragen:

Banner mit der Aufschrift Liebster Award

1. Worauf legst du beim Bloggen größten Wert?

Darauf, den Leser mitzunehmen. Ich komme ja aus dem Zeitungsjournalismus und da lernt man einiges hinsichtlich der Art zu schreiben, dem Artikelaufbau und wie man sich aus dem eigenen Kopf heraus und in den des Lesers hinein versetzt. Das ist auch beim Bloggen sehr nützlich. Daraus entstand mein Motto „Einfach Kommunizieren“, was zum einen bedeutet, sich möglichst verständlich auszudrücken, und zum anderen, mit seinem Leser ins Gespräch zu kommen.

2. Wie wichtig ist dir das Aussehen deines Blogs?

Mir ist wichtig, dass es auf allen Geräten funktioniert, also responsiv ist, schnell lädt und möglichst wenig vom Inhalt ablenkt. Mit Graphy habe ich ein Theme gefunden, das außerdem noch den Zeitungs-Look mitbringt. Ich wechsle mein Theme aber immer mal wieder, da ich das perfekte Layout noch nicht gefunden habe. Am liebsten wäre mir Graphy im Magazin-Stil.

3. Welchen Stellenwert hat die Publikationsfrequenz für dich?

Ich schreibe nur dann, wenn ich etwas zu sagen habe, das einen Blogartikel lohnt. Vor längerer Zeit habe ich mir mal vorgenommen, mehr Themen zuerst als Blogartikel zu veröffentlichen statt direkt in Social Media. Aber manchmal sind das dort nur kleine Meldungen und dann ist es eben doch schneller auf Facebook gepostet. Eigentlich müsste ich aber nur mal meine Schreibgewohnheiten ändern…

4. Welche Vorteile glaubst du hat es, lediglich einen einzigen Blog zu betreiben?

Gute Frage, ich hab mehr als einen. 😉

5. Inwieweit gehört die „Offline-Welt“ für dich zum Bloggen dazu?

Meh… ich mag diese Trennung in On- und Offline-Welt nicht. Das ist doch längst hinfällig. Das Digitale wird immer mehr in diese „Offline-Welt“ integriert. Selbst jetzt, wo man dafür noch ein Smartphone o.ä. benötigt, denke ich nicht mehr über On- oder Offline nach, sondern nutze beides selbstverständlich. Bewusst wird mir das höchstens dann, wenn das Netz ausfällt. 😉

6. Worauf würdest du heute in Hinblick aufs Bloggen nicht mehr verzichten wollen?

Selbstgehostetes WordPress. Ich habe damals mit wordpress.com angefangen und da waren die Möglichkeiten noch ziemlich eingeschränkt. Sehr hilfreich ist auch die App, mit der ich Kommentare beantworten kann, ohne dafür extra ans Notebook zu müssen. Ich nutze inzwischen für die meisten Dinge mein Smartphone. Nur das schreiben längerer Texte, Bildbearbeitung und Videos/Filme schauen erledige ich am Notebook.

7. Nutzt du einen Content-Plan um deine Blogartikel zu planen, oder bevorzugst du Agenda-Surfing?

Ich habe keinen schriftlichen Redaktionsplan. Das liegt zum einen an meinem Hintergrund im Lokaljournalismus, wo man täglich auf Aktuelles reagieren musste. So halte ich es auch bei meinen Kanälen. Zum anderen habe ich noch nicht so oft Gastartikel, dass ich lange vorausplanen müsste. Den Kalender für feste Beiträge habe ich im Kopf und für mögliche tagesunabhängige Themen eine Notizenliste.

8. Wie lange wird es deiner Meinung nach dauern, bis Unternehmen den Mehrwert von Bloggern für ihr Unternehmen erkennen und wie lange, bis sie auch bereit sind, auf Augenhöhe mit ihnen, bzw. uns zu kommunizieren?

Puh… ich denke, das kann man nicht pauschal sagen. Das kommt sicher auf das jeweilige Unternehmen und deren sonstigen Stand in Sachen Unternehmenskommunikation an.

9. Welche Entwicklung oder Veränderung würdest du dir für die Blogosphäre wünschen?

Mehr Vernetzung untereinander direkt in den Blogs und nicht nur via Social Media. Wertschätzung zeigen und zusammenarbeiten.

10. Welches war der wertvollste Tipp, den du bisher von einem anderen Blogger erhalten hast?

Das war sicher Christian Müllers Podcast zum Thema Blogpraktikum, den ich 2013 gehört und daraufhin meine erste Blogpraktikantin Ulrike Dümpelmann angenommen habe. Das hat sich dann zum Mentoring entwickelt und wird immer größer. Siehe auch http://www.schwindt-pr.com/netzwerk/

11. Was wird der nächste große Schritt für dich bzw. dein Blog?

Ich habe gerade einen großen Schritt hinter mir, nämlich den Umzug auf einen eigenen Server. Vorher war ich auf einem vServer, der mit den Besucherkapazitäten nicht mehr zurecht kam. Jetzt hat mein Blog mehr Wumms und ich bin gespannt auszuprobieren, was man damit noch alles anstellen kann. 😉

 Vielen Dank für diese Fragen, Robert! 🙂

Ich nominiere folgende Blogger…

mit folgenden 10 Fragen:

  1. Wann hast Du angefangen zu bloggen und wie lautete damals Dein Plan dafür?
  2. Hat der Plan funktioniert, oder hast Du Dein Konzept mit der Zeit geändert? Warum?
  3. Wie würdest du jemandem, der Blogs nicht kennt, erklären, was das ist?
  4. Wie würdest Du jemandem, der nicht selbst bloggt, das Bloggen schmackhaft machen?
  5. Was magst Du besonders an Deinem Blog?
  6. Was gefällt Dir noch nicht an Deinem Blog und wie willst Du es ändern?
  7. Wie reagierst Du auf Blogs, die kein responsives oder mobiles Layout haben?
  8. Bist Du jemand der viel kommentiert und weitersagt (wo, wie, warum/warum nicht)?
  9. Wie wirst Du in der Regel auf Blogbeiträge aufmerksam?
  10. Dein Geheimtipp für andere Blogger:

 

Aus dem Leben einer Bloggerin #mybloegchen

Zuhörer und moderator vor meinem Media Kit

Zum regionalen Bloggertreffen #mybloegchen in Chemnitz war ich heute zugeschaltet. Dort interviewte mich Mitorganisator Marcus Jänecke über mein Bloggerdasein. Leider gibt es keine Aufzeichnung davon, aber ich habe versucht, zumindest via Storify das Wichtigste zusammenzufassen:

Dankeschön an die Organisatoren von #mybloegchen und ein Extradanke an alle, die zur Session getwittert und instagramt haben, sowie an Christoph Knaup für den Fotoservice! 🙂

„Das digitale Ich wächst eben mit“ – Interview mit Karla Paul zu #meinweginsweb

Karla Paul

Meine heutige Interviewpartnerin braucht keinen Catcontent, denn sie hat etwas viel Niedlicheres: Wenn es bei ihr nicht gerade um Bücher geht, dann ist ihr Hund, das Zamperl, der Star! So bin ich wohl ursprünglich auch auf Karla Paul aufmerksam geworden und habe erst danach mitbekommen, wie gut sie sich im Buchbusiness auskennt. Außerdem ist sie supernett und immer hilfsbereit. Also #hach wie der Webmensch so sagt. 😉 Aber lesen Sie selbst:

Karla Paul
Karla und das Zamperl (fotografiert von Yelda Yilmaz)

Bitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Mein Name ist Karla Paul (32), ich wohne aktuell in Hamburg und leite dort bei der Edel AG den Verlag Edel eBooks, d.h. die reine Digitalsparte. Ich bin bloggend auf www.buchkolumne.de zu finden und meine Microbloggingkanäle sind:

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Online unterwegs bin ich seit 16 Jahren, damals habe ich als Jugendliche meinen ersten PC bekommen und wir erinnern uns, sind mit viel Geduld eher ins Netz gepilgert als gesurft. Im Jahr 2006 habe ich meine Website Buchkolumne.de sowie den dazugehörigen Podcast rund um Literaturthemen ins Leben gerufen, weil es damals kaum ähnliche Angebote gab und ich es dann spontan selbst gemacht habe. Seit ungefähr damals bin ich auch auf Facebook, und Twitter unterwegs. Grundsätzlich probiere ich einfach gern neue Wege aus um Menschen für Literatur zu begeistern und teste dafür alles. So habe ich auch letzte Woche die erste Lesung mit Periscope über Twitter gestreamt. Man muss nicht immer Millionen erreichen, sondern die richtigen Ansprechpartner und mit ein bisschen Neugier und Kreativität findet man über jedes Netzwerk die richtige Nische. Manchmal ist die dann sogar weit größer als erwartet. Das begeistert mich am Netz bis heute!

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Bereits ganz am Anfang habe ich über Xing bzw. damals noch OpenBC Klaus Eck auf den Münchner Stammtischen kennengelernt und sehr begeistert seine Nachrichten verfolgt. Er ist der perfekte Netzwerker, stets freundlich und offen für neue Kontakte sowie Inhalte und vermittelt sein Wissen gern weiter. Da habe ich mir von ihm einiges abkucken können. Fachlich hat mir am Anfang mein Großcousin Alex Wunschel (nextperts.net) sehr geholfen, mir erste Aufträge vermittelt und beim Podcasting Tipps gegeben. Beide Männer haben meinen Anfang in den Münchner Medien sehr geprägt und ich verfolge ihre Neuigkeiten/Streams bis heute.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Am Anfang war die Website. Da bin ich im Jahr 2006 noch relativ unbedarft herangegangen, ich wollte einfach eine Anlaufstelle für die Podcasthörer schaffen und Informationen über Bücher, Verlage und Veranstaltungen bereitstellen. Dies lief dann so gut, dass ich diesen Weg weiter gegangen bin und im Jahr 2009 über ein Interview zum Literaturnetzwerk LovelyBooks.de kam. Dort lernte ich von meiner (nun ehemaligen) Chefin Mirjam Mieschendahl (die inzwischen ein SmartCity-Projekt in Wien realisiert) sehr viel über digitales Denken und Arbeiten, SEO, Webdesign, den Umgang mit Community und vieles mehr. Über die Jahre hatte ich weniger Zeit fürs richtige Bloggen sondern wurde über Twitter und Facebook zur Microbloggerin und erreichte dort auch immer mehr Leser, Autoren, Verlage und Journalisten. Das Netzwerk verzahnt sich dort wesentlich natürlicher als über die eigene Website, die aber stets die Basis für sämtliche Aktivitäten im Social Web bildet. Mitte 2014 wechselte ich als Leiterin für den Digitalbereich zum Verlag Hoffmann und Campe nach Hamburg und nun zum Edel Konzern direkt an die Elbe. Das „digitale Leben“ war für mich nie getrennt vom Leben offline, stets fließt für mich alles ineinander, ergänzt sich und fügt sich ganz natürlich und ohne jegliche Anstrengung in meinen Alltag ein.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Mit der Zeit und der stetig wachsenden Aufmerksamkeit hatte ich große Probleme die richtige Trennung zwischen Privat- und Berufsleben zu finden. Meine Kanäle sind für jeden einsehbar und das möchte ich auch weiterhin so halten, da ich grundsätzlich eine sehr offene und freundschaftliche Kommunikation mit allen Kontakten führe. Aber immer wieder hadere ich mit mir, wie viel ich dann wirklich preisgeben möchte. Soll jeder wissen, mit wem ich zusammen bin oder wer meine Verwandten sind? Wollen diese auch die Art der Aufmerksamkeit? Macht es mir etwas aus, wenn andere Menschen meine Wohnungseinrichtung kennen? Wo ziehe ich die Grenze? Das diskutiere ich innerlich immer wieder mit mir selbst und da hat sich mein Verhalten mit den Jahren sicherlich ein bisschen verändert. In manchen Bereichen gebe ich alles preis und in manchen gar nicht. Von vielen sehr wichtigen Dingen in meinem Leben steht dann nichts im Internet. Das muss aber jeder für sich selbst austesten und die Grenzen selbst festlegen. Oft bin ich auch zu schnell, zu laut – genau das gehört aber irgendwie auch zu mir und meiner Leidenschaft dazu und dann habe ich auch kein Problem mich zu entschuldigen. Ich glaube nicht, dass die digitale Welt glatte Roboter will – Fehler gehören zu uns allen dazu und machen uns zu wunderbar bunten Menschen. Das unterscheidet sich auch nicht vom normalen Alltagsleben und so wächst man mit den Jahren und das digitale Ich wächst eben mit.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Einfach machen. Ich bin ein Mensch, der sehr viel macht und davon dann eben einige Fehler, aus denen ich lerne. Wer da etwas vorsichtiger sein will, der findet inzwischen tolle Kontakte, Netzwerke und Workshops. Gerade im Literaturbereich gibt es z.B. die Autorenrunde in Leipzig und viele Verlage bieten mittlerweile eigene Workshops für ihre Mitarbeiter und Autoren an. Zudem bin ich ein großer Fan davon, dass man sich einfach für jedes Thema einige Vorbilder sucht/googelt, sie auf allen Kanälen abonniert und ihnen Fragen stellt. Amanda Palmer hat soeben das Buch „The Art of Asking“ veröffentlicht und das ist insgesamt ein tolles Lebensmotto. Wenn ich es nicht kann und jemanden kenne, der es kann – dann lasse ich es mir von ihm beibringen. Oft geht das ganz schnell und unkompliziert kostenlos, manchmal bieten die Experten aber auch extra Kurse an, wenn man ausführlicher in ein Thema einsteigen möchte. Mit dieser Mischung kommt man ganz wunderbar durchs Netz und eigentlich durchs komplette Leben. Mal ganz entgegen dem Spruch „Wenn jeder sich selbst hilft, dann ist jedem geholfen“ sauge ich Wissen ein und gebe es auch gern weiter und das Internet ist die perfekte Plattform für so ein Lebensmodell – egal ob privat oder beruflich.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Am allerliebsten bin ich auf Twitter und da lese ich meist auch die komplette Timeline durch. Mir gefällt die Kürze der Botschaften, die schnelle Interaktion und dass tagelange ausufernde Diskussionen wie auf Facebook vermieden werden. Über die Hashtags kann ich mich schnell und einfach national und international über alles informieren, Trends beobachten und ebenso welche setzen. Wenn man sagen würde, dass es wie bei Cola vs. Pepsi oder McDonalds vs. Burger King auch Twitter vs. Facebook gibt, dann bin ich definitiv im Team Twitter!

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Digitale Kommunikation findet in Echtzeit international statt, es gibt keine Grenzen mehr. Auf der einen Seite muss man damit auch vorsichtig sein, weil alles sofort gespeichert wird und Fehler schnell größere Ausmaße annehmen können – auf der anderen Seite sind die Möglichkeiten unfassbar großartig. Ich habe z.B. via Instagram eine NewYorkerin kennengelernt, die dort über @subwaybookreview zeigt, was in der U-Bahn gerade von wem gelesen wird und warum. Ein tolles Projekt, das schick aufbereitet Lust aufs Lesen macht. Wir sind darüber in Kontakt gekommen und tauschen uns nun aus.

Ich habe über #BookupDE meine neue Lieblingsbuchhändlerin des Bücherecks Niendorf Nord hier in Hamburg kennengelernt und nun planen wir monatlich neue Veranstaltungen offline und online. Fast monatlich platze ich so in neue Projekte, Ideen und die Umsetzung ist oft unglaublich schnell und günstig, dank internationalem Austausch findet man für alles eine Zielgruppe und kann jede Leidenschaft mit Gleichgesinnten ausleben. Ich bin sehr dankbar dafür und hoffe, dass wir all dies weiterhin für so positive Möglichkeiten sowie den Wissens-/Literaturaustausch nutzen können.

Gibt es noch etwas, dass Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Es gibt kaum mehr eine Trennung zwischen digitalem und analogem Leben, alles verschmilzt miteinander. Nutzt diese Möglichkeiten und vernetzt Euch, verwirklicht spannende Ideen und Projekte und handhabt die Kommunikation auf jedem Medium/Weg/Netzwerk gleich: behandelt Eure Mitmenschen und digitalen Nachbarn so, wie Ihr auch gerne behandelt werden wollt. Dann klappt das schon mit uns allen zusammen!

 

Herzlichen Dank fürs Mitmachen, liebe Karla! 🙂

Mein nächster Interviewpartner wird Gunnar Sohn sein.
Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb/

„Geht respektvoll miteinander um!“ – Interview mit Jan Tißler zu #meinweginsweb

Jan Tißler

Bereits zweimal durfte ich für das UPLOAD-Magazin einen Artikel verfassen und habe dabei die Zusammenarbeit und den Austausch mit meinem heutigen Interviewpartner Jan Tißler sehr zu schätzen gelernt. Da war ich natürlich auch neugierig zu erfahren, wie er seinen Weg ins Web gegangen ist und welche Tipps er für andere hat. Hier kommen also seine Antworten zu  #meinweginsweb:

Jan TißlerBitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Hallo, ich bin Jan Tißler, komme ursprünglich aus Hamburg und bin derzeit in San Francisco. Ich bin #Journalist, #Blogger, #Publizist – ich schreibe also oft und viel ins Internet rein. Ich bin mit Falk Hedemann und Sebastian Schürmanns einer der drei Herausgeber des UPLOAD Magazins. Da dreht sich alles um E-Business, Social Media, die Internetwirtschaft und verwandte Themen. Jeden Monat gibt es eine neue Ausgabe und wir sind übrigens aus Überzeugung 100% digital.

Private Website: www.jati.de
Facebook: www.facebook.com/jan.tissler
Twitter und Instagram: @jati
Google+: google.com/+JanTissler

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Online bin ich seit 1997. Ich weiß das deshalb noch genau, weil mich ein Erlebnis nachhaltig fasziniert hat: Der erste Mars-Rover Sojourner und seine Bilder auf der NASA-Website. Das war einer der Momente, der mir gezeigt hat, was für eine großartige Sache das Internet ist und noch werden kann. Zu dem Zeitpunkt war ich Volontär, also mitten in meiner journalistischen Ausbildung. Für mich stand bald fest: Das ist die Richtung, in die ich gehen will. Das hat dann auch geklappt: 1999 hatte ich meinen ersten Job als Online-Redakteur.

Mein erstes Blog habe ich 2003 gestartet und damals gedacht, ich sei ja eh schon viel zu spät dran. Ich muss heute noch grinsen, wenn ich daran denke. Meine ersten drei Blogs habe ich jeweils ein Jahr geführt und dann wieder mit einem neuen angefangen. Das dritte Blog war dann das erste auf WordPress-Basis. Seitdem habe ich nichts anderes mehr genutzt.

Meine beiden ersten sozialen Netzwerke waren wahrscheinlich Facebook und Twitter, beide im Jahr 2007. Facebook war früher, glaube ich. Und Twitter habe ich natürlich erst einmal überhaupt nicht kapiert, später dann aber sehr geliebt.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

So ganz genau weiß ich das nicht mehr, ehrlich gesagt. Ich erinnere mich noch, das Klaus Eck damals schon höchst aktiv auf Twitter war. Aber da gab es bestimmt noch viele mehr…

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Aktuell nutze ich recht viele Netzwerke gleichzeitig, aber letztlich schält sich immer ein Favorit heraus. Aktuell ist das bei mir Instagram. Ich war aber auch lange ein großer Fan von Google+, weil es eine so schöne Kombination aus Twitter-Prinzipien mit den Features von Facebook war. Heute mag ich da noch immer sehr die Communities, die neben dem Fotofeature aus meiner Sicht einer der Eckpfeiler des Ganzen sind.

Von Facebook und Twitter war ich zwischendurch mal so frustriert, dass ich sie jeweils über viele Monate oder gar Jahre nicht genutzt habe. Inzwischen bin ich bei beiden wieder aktiv.

Insofern fällt es mir ein bisschen schwer, Meilensteine zu nennen. Ich habe allein schon für meinen Beruf etliche Dienste ausprobiert. Möchte gar nicht wissen, wie viele vergessene Accounts von mir herumschwirren.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Profis würden vielleicht sagen, dass meine Social-Media-Nutzung nicht konsequent genug ist. Ich mache halt, was mir Spaß macht und achte da nicht sonderlich auf Reichweiten etc. Das könnte man als Fehler ansehen, denke ich. Man sieht es an anderen: Neue Dienste sofort ausprobieren und „Vollgas geben“. Damit kann man sich über die Jahre eine enorme Followerschaft aufbauen, die einem dann bei jedem neuen Projekt Vorteile bringt.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Leuten folgen, die man selbst interessant findet und sich dort etwas abschauen. Aber am allerwichtigsten: Selbst ausprobieren! Einfach mal machen. Herausfinden, wie sich das anfühlt, wie das funktioniert, was geht und was nicht. Kann eine Menge Spaß machen und man lernt was dabei.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Wie oben schon erwähnt: aktuell Instagram. Ich fotografiere gern und Fotos sind eine internationale Sprache. So folge ich beispielsweise dort Ai Wei Wei und die Sprachbarriere spielt keine Rolle. Wahrscheinlich mag ich an Instagram außerdem, dass ich nicht lesen muss. Ich lese schon so viel jeden Tag. Und ich muss bei den Instagram.Posts auch nicht darüber nachdenken, ob die jetzt in irgendeiner Form für mich beruflich relevant sind. Sehr entspannend.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Wie unterschiedlich die Nutzung geworden ist, je nachdem welche Altersgruppe, welches Land etc. man sich anschaut. Facebook ist da eher die Ausnahme. Andere Social Networks oder Messenger sind viel spezieller, wo und von wem sie wann für was genutzt werden. Bedenklich finde ich dabei, dass alle diese Angebote Silo-Lösungen sind, also nicht wie E-Mail auf einem gemeinsamen Standard basieren.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Geht respektvoll miteinander um, gerade wenn ihr unterschiedlicher Meinung seid.

Vielen Dank fürs Mitmachen, lieber Jan. 🙂

Als nächstes wird übrigens Karla Paul diese Fragen beantworten.
Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb/