Leander Wattig: Facebook ist die Lebensader von „Ich mach was mit Büchern“

Ein tolles Beipsiel für eine Facebook-Seite, auf der rege diskutiert und interagiert wird, ist die von „Ich mach was mit Büchern“. Daher habe ich den Gründer der Initiative, Leander Wattig, um diesen Gastbeitrag gebeten. Darin berichtet er von der Entwicklung der Fanseite, den Vor- und Nachteilen der  Kommunikation via Facebook und dem Stellenwert, den die Fanseite im Kommunikationsmix von „Ich mach was mit Büchern“ einnimmt:

Was ist „Ich mach was mit Büchern“?

„Ich mach was mit Büchern“ ist eine Initiative mit dem Ziel, die Buchbranche stärker zu vernetzen, die ich im August 2009 gestartet habe. Inzwischen ist die Initiative in weiten Teilen der Branche bekannt. Unsere Unterstützer können u.a.

  • durch das Einbinden unseres Logos auf ihrer Website zeigen, dass sie „was mit Büchern“ machen,
  • unsere Buchbranchen-Jobbörse nutzen und dort kostenlos und ohne Registrierung Job-Angebote eintragen,
  • Köpfe und Unternehmen der Branche mit Web-Profilen in Übersichtslisten eintragen,
  • durch Videos und Fotos zeigen, was sie mit Büchern machen,
  • sich mit anderen Unterstützern im Xing-Forum austauschen und
  • Buttons, Shirts und Tassen mit unserem Logo erwerben (wir verdienen nichts daran).

Wie hat sich die Fanseite entwickelt?

Inzwischen gibt es auch erfolgreiche Ableger unserer Initiative wie die Facebook-Seite „Ich mach was mit Kinder-Büchern“ von Stefanie Leo. Dass dieser Ableger eine Facebook-Seite ist, deutet schon die Bedeutung von Facebook für unsere Initiative an. Denn während die Website wasmitbuechern.de nur ca. 150 Feed-Abonnenten hat, haben wir über 5.400 „Fans“ bei Facebook. Da Aufmerksamkeit für Buchbranchen-Belange unser Ziel ist und unser größtes Aufmerksamkeits-Potenzial bei Facebook liegt, könnte man sagen, dass Facebook die Lebensader von „Ich mach was mit Büchern“ ist.

Fanzahlentwicklung IMWMB

Dieser Stellenwert von Facebook war nicht unbedingt abzusehen, als ich die Initiative im August 2009 gestartet habe. Ich war auch nicht primär auf Facebook orientiert, sondern habe sehr viele potenziell geeignete Plattformen und Tools im Social Web für unseren Zweck getestet. Schließlich weiß jeder, der sich täglich im Netz bewegt, dass hier Probieren wirklich über Studieren geht. Viele Plattformen nutzen wir noch heute. Doch weder Twitter noch Xing noch unsere Gruppen bei YouTube und Flickr wurden und werden derart intensiv genutzt wie unsere Facebook-Seite.

Welche Vorteile bietet die Kommunikation via Facebook?

Facebook ist quasi ideal geeignet für unsere Initiative, da diese ein Hobby-Projekt von mir ist und ich nicht die Zeit habe, die Website wasmitbuechern.de ebenso intensiv mit Inhalten zu füllen, wie ich das bei meinem Haupt-Blog leanderwattig.de tue. Während die Website für längere (und zeitaufwendige) Texte am besten geeignet ist, ist die Facebook-Seite ideal für das Verlinken und kurze Kommentieren von Beiträgen im Web. Inzwischen verfahre ich im Alltag so, dass ich auf Interessantes und für Buchleute Wissenswertes, das mir bei meiner täglichen Blog-Lektüre über den Weg läuft, meist über Facebook hinweise. Nachfolgend poste ich den Link auch bei Twitter. Damit aber auch die Blogfeed-Abonnenten unserer Website alle Inhalte erhalten, nutze ich das WordPress-Plugin Twitter Digest, um einmal pro Woche die Tweets automatisiert im Blog erscheinen zu lassen.

Ein interessanter Alltagsbefund ist ferner, dass ich zuweilen von Twitter aus wieder auf unsere Facebook-Seite und dort auf die entsprechenden Links verlinke, weil sich dort häufig sehr interessante Diskussionen entwickeln. Als Webseiten-Betreiber wünschte man sich natürlich Diskussionen vor allem auf der eigenen Website. Doch immer wieder kommt es vor, dass dort nicht ein Kommentar zu lesen ist, während auf Facebook heiß diskutiert wird, weil dort eben per se schon alle aktiv sind. Da nun aber die Kommunikation um einen Inhalt herum und weniger der Inhalt selbst den größten Wert darstellt, liegt es nahe, zum Ort des Diskussionsgeschehens zu verlinken, obwohl das aus klassischer Blogger-Sicht eher unüblich erscheint.

Welche Kritikpunkte hast Du an Facebook?

Es ist natürlich nicht alles rosarot bei Facebook. Zum einen besteht natürlich eine gewisse Abhängigkeit, wenn der größte Teil des eigenen Publikums dort sitzt. Ich versuche das zu mildern, indem ich alle Inhalte immer auch auf der Website erscheinen lasse, sodass diese nicht verloren gehen, wenn es auf Seiten von Facebook oder Twitter irgendwann einmal Probleme geben sollte.

Zum anderen sind es aber oft auch die kleinen Dinge, die mich stören. Sehr ärgerlich ist es beispielsweise für Leute, die mehrere Facebook-Seiten zu betreuen haben, dass es für diese keine gleichwertigen Benachrichtungen gibt, wie wir das von den Personenprofilen her gewohnt sind. Ich würde mir von Facebook als Standardoption wünschen, dass man über jeden neuen Kommentar und jedes neue „Gefällt mir“ via E-Mail benachrichtigt wird. Ebenso fände ich ein Feature gut, welches das von Facebook aufgekaufte FriendFeed schon vor Jahren bot: Dass jene Beiträge, die einen neuen Kommentar oder ein neues Like erhalten, ganz oben auf der Seite angezeigt werden. FriendFeed bot zudem die Möglichkeit, bei der Suche nach bestimmten Begriffen nur solche Ergebnisse anzeigen zu lassen, die eine bestimmte Anzahl an Likes oder Kommentaren erhalten haben. Aber das kommt sicher bald. Zu guter Letzt ist es schade, wenn auch nachvollziehbar, dass man den Text von @mentions im Bereich der Statusmitteilungen nicht verändern kann. Da verlinkt man häufig lieber gar nicht, weil viele Seiten wunderliche Namenszusätze haben (die eigentlich verboten sind), die sich schlecht in die eigene Statusmitteilung einbauen lassen. So könnte ich noch Etliches aufzählen, aber das hier soll ja kein Motz-Beitrag werden. 🙂

Dein Fazit?

Leander Wattig

Letztlich bin ich noch immer erstaunt, wie einfach es heute dank Facebook & Co. ist, Aktionen und Initiativen zu starten – vorausgesetzt, man trifft einen Nerv. Etwas wie „Ich mach was mit Büchern“ mit inzwischen Tausenden von Unterstützern hätte ich vor ein paar Jahren nur mit großem Aufwand stemmen können, keinesfalls aber als Hobby-Projekt nebenbei.