Interview zum Thema Google+ Hangout On Air

Eine der tollsten Funktionen in Google+ ist sicher der Hangout. Nachdem bereits vor ca. einem Jahr der erste Hangout On Air online ging, mussten die Nutzer außerhalb der USA noch eine ganze Weile auf die Funktion warten. Deutschland sogar besonders lange. Gerhard Schröder beschäftigt sich seit einiger Zeit intensiver mit Hangouts und der On-Air-Funktion. Daher habe ich ihn gebeten, hier in einem Interview darüber zu berichten:

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Der Vorführeffekt oder: was man dank Social Web trotzdem noch hinkriegen kann ;-)

Zuschauerperspektive von Sebastian Hartmann bei meiner Session beim stARTcamp Köln 2011

Wir hatten alles so schön geplant für meine Session beim stARTcamp Köln… Wir wollten zeigen, wie man auch ohne Präsenz vor Ort, rein virtuell arbeiten kann. Schließlich hat das bei mir bislang immer wunderbar geklappt. Doch ausgerechnet diesmal stürzte beim Veranstalter der Internetzugang ab. Improvisationsversuche über das WLAN des Hausmeisters am Veranstaltungsort sorgten zwar wieder für Verbindung, doch die funktionierte über skype so gut wie gar nicht. Also wichen wir auf Google+ Hangout aus, aber auch das schaffte das WLAN vor Ort kaum… So konnte ich statt des geplanten Gesprächs nur durch ein paar Stichpunkte hetzen und schaffte es zum Schluss grade noch, ein paar Fragen zu beantworten, bevor auch diese Verbindung den Geist aufgab…

Danke an alle, die meine Message weitergetweetet und mir nachher Feedback und Fotos gegeben haben! 🙂 DANKE auch an Wibke, Guido und das stARTcamp-Team, die wirklich alles versucht haben, die Technik zum Laufen zu bringen…

Dank des Social Web können wir die Widrigkeiten der Technik jetzt zumindest nachträglich besiegen und meinen Beitrag hier nochmal nachbereiten:

 1. Wir sind alle Nutzer: Es gibt keine Experten

Zuerst wollte ich anhand meines eigenen Wegs zum Social Web zeigen, dass man a) diese Art des Arbeitens nicht theoretisch lernen kann, sondern praktisch ausprobieren muss:

und dass es b)  deswegen sowas wie Experten im Social Web nicht gibt. Wir sind alle Nutzer. Die einen vielleicht intensiver als die anderen und manche – wie ich – entwickeln sich zur Anlaufstelle für ein bestimmtes Thema. Aber ohne meine Community könnte ich das nicht leisten.

Teilnehmer-Tweets

UPDATE 26.10.2011: Meinetwegen können wir uns wie bei Martin Butz vorgeschlagen auf „Perpetual beta expert“ einigen. 😉

2. Mein Weg

Dass ich heute das mache, was ich mache, war nicht geplant, sondern hat sich so ergeben. Zunächst habe ich das Internet nur privat und für eigene Projekte genutzt. Dabei landete ich über ein Forum für einen meiner Lieblingskünstler bei Myspace. Dort erreichte mich im März 2007 die Kontaktanfrage von Pål H. Christiansen, einem norwegischen Schriftsteller, von dem ich schon gehört hatte. Er war von meinen eigenen Projekten so beeindruckt, dass er mich bereits nach wenigen hin- und hergeschickten privaten Nachrichten engagierte. Seitdem arbeiten wir zusammen. 🙂

Pål machte mich dann mit Jon Buscall, den er über dessen Blog kennengelernt hatte, bekannt (Jon übersetzte später auch einen seiner Romane ins Englische, wozu Pål und ich dann noch ein eBook machten). Jon führte mich ins Bloggen ein und machte mich auf Chris Brogan und Brian Solis aufmerksam, über die ich dann weitere Blogger auf der ganzen Welt entdecken durfte. Eine davon, Stephanie Booth, empfahl mir, Twitter zu nutzen (was ich auch erst privat und dann geschäftlich tat), und dort potenzierten sich meine Kontakte weiter. So lernte ich u.a. Leander Wattig und Christian Henner-Fehr kennen. Inzwischen probierte ich verschiedene Dienste von FlickR bis delicious Bookmarks aus und schließlich auch Facebook.

Meine Fanseite dort legte ich ursprünglich nur an, weil ich begonnen hatte, eine Blogpost-Serie über die Grundlagen in Facebook zu schreiben und das Kapitel über Seiten noch anstand. 😉 Und schon während ich die auf zehn Beiträge konzipierte Serie schrieb, wuchs die Zahl der Rückfragen immer mehr.

Christian Henner-Fehr schlug daraufhin vor, ich solle doch ein eBook daraus machen. Das wiederum sprach sich noch mehr herum und was als zehn Blogposts geplant war, läuft bis heute. Im Dezember 2009 kam dann schließlich der O’Reilly Verlag auf mich zu und fragte, ob ich nicht ein Printbuch über Facebook mit ihnen machen wollte. Es erschien dann Mitte 2010 und entpuppte sich zu einem der Bestseller des Verlages…

Dank Pål kann ich nicht nur mit meinen eigenen Projekten neue Wege im Social Web ausprobieren. Über mein Netzwerken auf Facebook haben wir z.B. auch einen deutschen Verlag für seine Kinderbücher gefunden. Der zweite Band erscheint dieser Tage im Buchhandel. 🙂

3. Wie ich arbeite

Zu meinen Hauptpräsenzen haben sich dabei dieses Blog (WordPress) und meine Facebook-Fanseite entwickelt. Als einziger Automatismus in meinem Arbeitsablauf tweetet meine Fanseite. Alles andere mache ich manuell, wobei mir verschiedene Browserplugins und eigene Buttons im Blog die Wege erleichtern. Website und Blog sind auch auf mobile Nutzung eingerichtet (auf anderen Plattformen ist das ja bereits durch Apps gegeben).

Meine wichtigsten Präsenzen sind auf Blog, Website und Newsroom gut sichtbar verlinkt. Der Newsroom wiederum wird befüttert von verschiedenen Feeds, die diese Präsenzen oder meine Bookmarks zur Verfügung stellen. So ist es für jeden Besucher ganz leicht, alle relevanten Informationen auf den ersten Blick zu finden.

Das Social Web erweist sich also in mehr als einer Hinsicht als nutzbringend und v.a. inspirierend für mich. Hier kann man wesentlich effektiver und v.a. direkter netzwerken als es zuvor möglich war. Da ich außerdem aus gesundheitlichen Gründen nicht reisen kann, ermöglicht es mir, trotzdem mit Leuten auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. So lerne ich sowohl privat als auch geschäftlich viele Menschen kennen, gebe Schulungen, initiiere Projekte und führe sie durch und halte auch Vorträge und Gesprächsrunden bei Barcamps und Konferenzen.

Meine Perspektive beim stARTcamp Köln 2011

Dabei spare ich auch einiges an Zeit und Kosten, da Anreisen und Übernachten entfallen. Für Kollegen und Teilnehmer ansprechbar bin ich trotzdem jederzeit übers Social Web (anders geht es für mich nun mal nicht).Und das wird auch eifrig genutzt.

Wer jetzt meint, dabei kämen keine echten Kontakte zustande, dem muss ich widersprechen: Ich habe inzwischen viele liebe Kollegen und Freunde dadurch gefunden und Leser näher kennengelernt. Und spätestens wer mich hier zuhause besucht, wird feststellen, dass ich live kein bisschen anders bin als online. Denn Facebook und Co. sind einfach nur Kommunikations-Kanäle. Und wie Sie die nutzen, entscheiden Sie:

Das Social Web ist das, was SIE daraus machen!