Facebook und der Datenschutz: Wie es auch ohne Social Plugins geht

Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch für jeden sinnvoll.

Es rumort wieder im deutschen Datenschützerwald. Kaum hat das Landgericht Düsseldorf den Likebutton und Social Plugins für rechtswidrig erklärt, geht wieder die Panik um. Jetzt mal langsam! Don’t panic! Das hatten wir doch alles schon mal, Leute…

Erinnern wir uns an 2011, als der Kieler Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert seinen Feldzug gegen den Likebutton führte. Bereits damals habe ich darüber gebloggt, dass die Social Plugins von Facebook vielleicht toll aussehen, meines Erachtens aber überhaupt nicht erforderlich sind. Statische – und damit datenschutzrechtlich unbedenkliche – Verweise erfüllen denselben Zweck. Ich verwende sie erfolgreich seit Jahren und rate auch meinen Kunden dazu, sich auf statische Lösungen statt auf Social Plugins zu verlassen. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, fasse ich gern nochmal hier zusammen:

Verweis auf die eigene Facebookseite: Social Icon

Jede Facebookseite hat eine URL, die man wunderbar als statischen Link auf seiner Website einbauen kann. Dazu braucht es kein Page Plugin. Wer meint, dass die Anzahl der Fans unbedingt dabei stehen muss, kann das ja meinetwegen per Hand erledigen. Für mich ist das keine relevante Info. Da wäre sowas wie eine Interaktionsrate schon interessanter. Die bietet aber nicht mal das Page Plugin. 😉

Einziger Wermutstropfen: Leider lässt sich der Feed der eigenen Beiträge auf der Facebookseite außer über das Page Plugin nicht mehr automatisch auf der eigenen Website darstellen. Wer das unbedingt auf seine Beiträge verweisen will, kann aber z.B. mit statischen Linklisten arbeiten, oder – wenn es dynamisch sein soll – über ifttt und einen Boomarkdienst  eine Alternative bauen.

Ob man den Link zur Facebookseite dann als Textlink einbaut, oder das offiziell von Facebook dafür zur Verfügung gestellte Icon, oder – falls man WordPress verwendet – die im Theme vorgegebenen Icons verwendet, ist egal.

Wichtig ist nur, dass der Verweis möglichst prominent und – wenn möglich – immer an derselben Stelle zu finden ist. die meisten Leute werden aber nicht durch diesen Verweis auf eine Facebookseite aufmerksam, sondern durch Interaktionen mit den Beiträgen Ihrer Seite innerhalb von Facebook. Also immer mit der Ruhe. 😉

Teilen statt Liken: Statische Sharebuttons

Auch über dieses Thema hab ich mich hier im Blog bereits vor Jahren lang und breit ausgelassen. Wer möchte, kann das nachlesen unter: http://www.schwindt-pr.com/2013/01/12/facebook-sharebutton/.

Dem ist heute nur noch hinzuzufügen, dass es für WordPress-Nutzer inzwischen das Plugin Shariff Wrapper gibt, welches das Zwei-Klick-Plugin von heise weitergedacht hat und nur statische Links verwendet. D.h. der Likebutton kommt gar nicht erst vor, sondern nur der statische Sharelink (s.o.).

Eingebettete Beiträge: Verlinken tut’s auch

Wer Facebookbeiträge auf seiner Website einbetten will, hat auch ohne das LG Düsseldorf schon genügend rechtliche Fallstricke zu bedenken. Mehr dazu siehe http://www.schwindt-pr.com/2013/08/05/rechtliche-bewertung-einbetten-facebook/.

Statt einen Beitrag einzubetten (was nebenbei gesagt zusätzliche Ladezeit kostet), können Sie ihn auch einfach verlinken. Die URL eines einzelnen Beitrags finden Sie übrigens, wenn Sie die Zeitangabe dazu anklicken.

Ich komme seit Jahren wunderbar mit diesen Lösungen aus. Es stellt für mich daher keinen Rückschritt und schon gar nicht das Ende des Internets dar, keine Social Plugins zu verwenden. Der Vorteil von Social Plugins liegt klar auf Seiten Facebooks, aber nicht auf meiner. Auch hier gilt für mich:

Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch für jeden sinnvoll.click & tweet

 

 

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern berichtet von meinen Erfahrungen. Für rechtliche Auskünfte lesen Sie z.B. von RA Thomas Schwenke unter http://allfacebook.de/policy/lg-duesseldorf-like-button-und-social-plugins-sind-rechtswidrig-faq-zum-urteil nach.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

11 Kommentare

  1. Sehr guter Artikel über die aktuelle Datenschutz-Rechtslage!
    Vor allem die nochmalige Erläuterung des Unterschieds zwischen (problemlosem) „Teilen“ und „Liken“ fand ich sehr gut.
    Mit internetten Grüßen!
    Volker

  2. Danke für den Beitrag… Endlich mal jemand der auch für mich verständlich eine Lösung anbietet.

    Wenn ich also einen Link setze „klicke hier um zu meiner Fanpage zu kommen“ – dann klickt der User aktiv und landet auf der Fanpage.

    Aber die Daten werden doch dann so oder so übertragen und getracked, wo also soll da ein Unterschied sein?

    1. Bei Social Plugins wird bereits übertragen, bevor geklickt wird. Allein bei Besuch der Seite wird schon übermittelt.
      Bei einem statischen Link hingegen passiert erst etwas, wenn man ihn anklickt.

  3. Vielen dank für diesen Beitrag. Endlich mal so erklärt das auch ich es verstehe 🙂 Dann werde ich mir jetzt mal die Alternative zu Gemüte führen

  4. Tja, mit den Social Plugins sind die Blogger und Marketer, Handlanger der großen Social Media Kanäle geworden.
    Mit unserem Datenschutz werden unbedarfte Verbraucher geschützt und auch gleichzeitig beschnitten.
    Nun gut, nehmen wir die Herausforderung an, um unseren Kunden mit maximalen Schutz, und dem bestmöglichsten Service zu bieten.

    Make the world smarter … and safer !

  5. Vielen Dank für den sehr interessanten Bericht das war sehr aufschlussreich. Das mit den statischen Linklisten fand ich sehr nützlich.

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