Bitte zuerst nachdenken und erst dann teilen!

Immer wieder sehe ich, dass Leute Meldungen, die sie irgendwo im Netz aufgeschnappt haben, ohne Hinterfragen weiter teilen. Wir alle kennen die sinnfreien aber hartnäckig immer wiederkehrenden Wellen von Bildpostings zum Thema „Hiermit widerspreche ich…“ etc. Solange es dabei nur um solche Dinge geht, kann man das noch mit einem Schmunzeln abtun. Heikler wird es dann bei Inhalten, für deren Weitersagen man keine Rechte hat. Das kann schon mal in einer Abmahnung enden und teuer werden…

Wenn es aber wie am vergangenen Freitag anlässlich der Attentate von Paris um das Weitersagen von Falschmeldungen, unbestätigtem Bildmaterial, um sensationsgeiles Draufhalten oder gar Rettungsaktionen gefährdendes Posten geht, wird es richtig schlimm! Das ging so weit, dass die französische Polizei in mehreren Sprachen via Twitter zur Vernunft rufen musste (siehe auch die im Text verlinkten Beispiele):

Tweet der französischen Police Nationale mit der Bitte, nur Meldungen von geprüften Quellen weiter zu verbreiten.

Deshalb hier nochmal mein Aufruf:

Gerade in Krisensituationen – aber auch sonst – ist es unerlässlich, dass Sie Meldungen, die Sie online finden, zuerst auf ihre Quelle hin überprüfen, bevor Sie sie weitersagen! Wird überhaupt eine Quelle genannt und wie verlässlich ist sie? Stammt die Meldung von einer offziellen oder einer sonstigen vertrauenswürdigen Stelle?

Wenn Sie dann etwas weitersagen, stellen Sie sicher, dass die Quelle weiterhin ersichtlich ist, so dass Ihre Leser wiederum nachvollziehen können, woher die Meldung stammt. Das können Sie über das Markieren oder zumindest Nennen der Quelle tun („via @XY“ oder „laut XY“). Damit tragen Sie zu einem verantwortungsvolleren Umgang von digitalen Kommunikationsmitteln bei.

Bei Fragen zu diesem Thema stehe ich gern hier in den Kommentaren zur Verfügung.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

4 Kommentare

  1. Liebe Frau Schwindt,

    recht herzlichen Dank für diese Erinnerung.
    In diesem Zusammenhang möchte ich ergänzen, dass gerade in den von Ihnen angesprochenen, schwierigen Zeiten auch Wikipedia wegen seiner öffentlichen Organisation und offenen Struktur sehr oft nicht zu den verlässlichsten Quellen gehört.

    Ich persönlich freue mich darüber, dass die zunehmende Zahl von verifizierten Accounts im Bereich „Social Media“ die „Nachrichtenlage“ deutlich verbessert!

    Viele Grüße
    Clemens Lotze

  2. Danke für den Aufruf!
    Leider sind Falschmeldungen in großer Zahl im Umlauf und ärgerlich ist es, wie schnell man ihnen auf den Leim geht und sie weiterleitet. Bevor eine Nachricht weitergeleitet oder ein Post geteilt wird, sollte man auf jedem Fall Nachdenken und dazu aber auch noch Überprüfen, ob das auch wahr ist, was man da teilen möchte.
    Eine Super-Adresse zum Überprüfen von Falschmeldungen, sogenannten Hoaxes (engl. für Jux, Scherz) gibt es dankenswerterweise an der TU Berlin. Dort wird eine Liste gepflegt – zu finden unter http://www.hoax-info.de. Hier kann man sich informieren, ob es sich bei der Nachricht um eine „echte“ Meldung oder um einen Hoax handelt.
    Der Service bezieht sich nicht nur auf technische Meldungen, sondern auf Falschmeldungen, Gerüchte, Kettenbriefe u.ä. überhaupt.

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