Immer wieder Neues ausprobieren – Interview mit Nico Lumma zu #meinweginsweb

Nico Lumma

Nico Lumma war einer der ersten, denen ich im Social Web gefolgt bin. Ich habe seinen Weg aus der Ferne mitverfolgt, so richtig ins Gespräch gekommen sind wir aber erst in letzter Zeit. Da freut es mich natürlich, dass er sich die Zeit genommen hat, uns über seinen Weg ins Web zu erzählen:

Nico LummaBitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Ich bin Nico Lumma und wohne mit meiner Familie in Hamburg. Als COO des next media accelerator helfe ich jungen Startups aus dem Medienbereich beim Wachstum. Vor ein paar Jahren habe ich den Verein D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e.V. mitgegründet, dessen Co-Vorsitzender ich mittlerweile bin. Für Bild.de schreibe ich eine Kolumne über die Herausforderungen der Digitalisierung.

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Ich bin seit 20 Jahren online und blogge seit 12 Jahren. Die anfängliche Schockstarre vor der digitalen Variante des weißen Blatts Papier habe ich überwunden, in dem ich die erste Schwangerschaft meiner Frau einmal pro Woche mit einem Photo dokumentierte und Donnerstags Fotos vom Dönerstag machte. Bei Twitter bin ich seit Januar 2007 und bei Facebook auch schon ewig, am längsten sicherlich bei XING.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Oh ja, total viele, die kann ich hier gar nicht alle aufführen. Für mich stellt Social Media eine totale Bereicherung meines Lebens dar, denn ich erreiche so viele Menschen und kann mich gleichzeitig durch noch mehr Menschen inspirieren lassen. Ich bin nach wie vor total begeistert, was ich alles lerne, welche neuen Blickwinkel ich erfahre und wieviel kreatives Potential nur ein paar Mausklicks entfernt verfügbar ist.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Haha. Die wichtigsten Meilensteine? Ich habe nicht den Schimmer einer Ahnung, was die gewesen sein könnten. Mein Weg war auch nicht einfach geradeaus, sondern schön eierig im Kreis herum. Ich teste viel, habe einen großen Spieltrieb und probiere viel aus. So habe ich digitale Kommunikation für mich erfahren und so mache ich es auch weiterhin, denn alles ändert sich fröhlich weiterhin.

Natürlich gibt es einige Konstanten, wie z.B. mein Blog auf http://lumma.de, aber ich nutze eben auch viele andere Plattformen und verändere immer wieder auch meinen Fokus. Ein Meilenstein war sicherlich der Gewinn des Vodafone-Etats mit Scholz & Friends, denn damals durfte ich als einer der ersten in Deutschland Social Media für ein richtig großes Unternehmen und eine globale Marke machen. Das war eine riesige Herausforderung für alle Beteiligten und meine Lernkurve war entsprechend steil.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Ja. Immer wieder. Das liegt ja auch in der Natur der Sache. Ich probiere immer wieder neue Dinge aus und dabei passieren auch mal Fehler oder falsche Einschätzungen. Das ist allerdings nichts Schlimmes, so lange man die Fehler nicht ständig wiederholt.
 
Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Einfach mitmachen. Lesen, verstehen, selber agieren. JedeR kann irgendwas, damit sollte man anfangen. Witzigerweise habe ich mal an einem Buch mitgeschrieben, bei dem es genau darum geht: Berufsziel Social Media – Wie Karrieren im Web 2.0 funktionieren. Digitale Kommunikation basiert aus einer Kombination von einer Portion gesundem Menschenverstand gepaart mit einem dicken Fell und viel Ignoranz.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Facebook. Dort finden für mich die spannenderen Interaktionen statt.

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Wir erleben gerade nicht nur den Switch vom Desktop zum Mobile, sondern auch von einer Dauerhaftigkeit der Inhalte zu einer Vergänglichkeit. Snapchat ist ein Ausdruck dieser Entwicklung, aber viele weitere Apps basieren auf der Idee, dass nicht mehr alles für immer dokumentiert wird.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Ja. So spannend Debatten auch sein mögen, so viel Zeit man auch für digitale Kommunikation aufwenden kann: es gibt noch mehr im Leben. Eine Debatte im Internet zu gewinnen bedeutet nicht, dass man die Gesellschaft nachhaltig verändert hat. Manchmal nimmt man sich und die digitale Kommunikation viel zu wichtig.

Vielen Dank für Deine Antworten, lieber Nico! :)

Diese Interviewreihe geht weiter,
derzeit liegen mir allerdings keine weiteren Antworten vor.

Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

1 Kommentar

  1. Hallo Annette,

    danke für das interessante Interview. Kurz & knapp – genau richtig. Ich muss sagen, dass der letzte Punkt besonders in der jüngeren Generation leider vergessen wird. Ist aber wohl eine Entwicklung, die vielleicht von der Generation danach wieder vergessen wird (ich hoffe es mal 😉 )

    LG
    Carlo

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