„Seid unbequem“ – Interview mit Pia Kleine-Wieskamp zu #meinweginsweb

Pia Kleine-Wieskamp

Mit meiner heutigen Interviewpartnerin interagiere ich vornehmlich über Instagram, wo sie sehr aktiv ist. Es war also mal Zeit, Pia Kleine-Wieskamp nach ihrem sonstigen Weg in und durch die digitale Landschaft zu befragen:

Pia Kleine-WieskampBitte stelle Dich kurz vor (Name, Ort, Tätigkeit, Website, Facebook, Twitter, Google+, drei Hashtags)

Hallo miteinander, mein Name ist Pia Kleine Wieskamp und ich arbeite als selbstständige Kommunikationsexpertin, Trainerin und Beraterin in den Bereichen Storytelling, Kommunikation und Marketing bei POINT-PR. Zudem bin ich als Bloggerin – beispielsweise auf dem Reiseblog travelontoast.de – unterwegs.

Ich fotografiere für mein Leben gerne, ob mit meiner DSLR oder dem iPhone und liebe Netzwerken, sowohl online in Social Networks als auch im realen Leben.

Wer sich mit mir vernetzen möchte,  findet mich auf

Meine Hashtags lauten:  #storytelling, #fotografie, #reisen und natürlich auch #catcontent, da ich stolze Katzenmutter zweier Bengalen bin.

Seit wann bist Du online unterwegs, wann hast Du angefangen zu bloggen und wann bist Du dem ersten sozialen Netzwerk beigetreten? Wie bist Du dazu gekommen?

Online unterwegs, bzw. meinen ersten Internetanschluss, damals musste ich mich noch per piependes Modem einwählen, bin ich seit ca. 1993/1994. Damals hatte ich noch kein Internet im Büro von RTL zur Verfügung und alle Kollegen waren ein wenig neidisch!

Mein erstes Social Media Tool war Xing: Damals, 2003, hieß es noch OpenBC – also Open Business Club. Darauf folgten zwei Coporate Blogs für die Verlage Markt+Technik sowie Addison-Wesley im Auftrag meines damaligen  Arbeitgebers Pearson Deutschland. Danach entdeckte ich Twitter und bald darauf Facebook für mich.

Auf Twitter bin ich nun seit 7 Jahren aktiv und im Bereich Corporate Blogs noch länger.

Gab es Menschen, die Dich persönlich oder durch Ihre Veröffentlichungen bei Deinem Einstieg ins Social Web begleitet haben?

Wunderbar fand und finde ich immer noch die Kombination zwischen sozialen Netzwerken und realen Treffen. Gerade hier in München hatte ich mit vielen Social Media Veranstaltungen, wie dem Twittwoch mit Thomas Pfeiffer, eine ideale Spielwiese. Aber auch Barcamps oder Kongresse wie die re:publica fand ich immer wieder als Plattform fürs Netzwerken und als Weiterbildung und Input wichtig und inspirierend. Auf meinen ersten Schritten haben mich wunderbare Kollegen wie Mirko Lange, Steffen Meier, Scott Kelby, Klaus Eck, Leander Wattig und viele unzählige Personen begleitet und beeinflusst.

Wie hat sich Dein Weg in Sachen digitale Kommunikation dann bis heute weiterentwickelt (nenne die wichtigsten Meilensteine)?

Einer meiner Meilensteine war 2010 mein erster selbst organisierter MobileCityWalk, wobei gleichzeitig an einem Tag in 3 Ländern und 15 Städten Menschen mit Smartphones ihre Umgebung fotografisch eroberten; mit dieser Aktion kamen wir 2010 sogar als News auf HEUTE.de. Ich liebe einfach die Mischung aus Live und Online-Events, wie die Bloggertour mit rund 60 Bloggern 2012 auf der Photokina oder der Twittwoch-Veranstaltung auf der CeBIT, die ich zusammen mit Roland Panter organisierte.

Gibt es Fehler, die Du auf Deinem Weg gemacht hast und wie können andere diese vermeiden?

Ich weiß, dass ich gerne experimentiere und oft auch bauchgesteuert Entscheidungen treffe. Ein Fehler, den ich gemacht habe und nicht mehr machen würde, ist das Prinzip „einfach nur machen“: das bedeutet oft auch, ohne Strategie Social Media Tools nutzen. Ja, ich musste oft durch „learning bei doing“ erst lernen, wie etwas geht und Erfolge vorzeigen, damit ich Kollegen und Vorgesetzte überzeugen konnte, dass der ganze „Social-Media-Kram für Nerds wie mich“ doch seine Berechtigung hat. Es war ein Kampf gegen Windmühlen und Vorurteile.

Welche Wege empfiehlst Du Einsteigern oder denen, die sich in Sachen digitale Kommunikation fortbilden wollen?

Vergesst die Neugierde nicht, vernetzt euch und fragt einfach eure Themen in beispielsweise Facebook-Gruppen wie den Social Media Women ab. Glaubt aber nicht, dass Social Media bzw. Kommunikation ein Beamtenjob von 10 bis 17 Uhr ist und man sich nicht in seiner Freizeit, auf Social Media Events, Barcamps usw. weiterbilden und vernetzen sollte.

Welches ist Dein bevorzugtes soziales Netzwerk und warum?

Ich liebe Bilder und nutze hauptsächlich mein Smartphone zur Kommunikation. So sind meine augenblicklichen persönlichen Lieblingsnetzwerke Facebook – ich liebe die Albenfunktion, Instagram, 500PX, 1X, Pinterest und Twitter sowie Xing und LinkedIn. Das sind meine Favoriten!

Welche aktuellen Entwicklungen in der digitalen Kommunikation findest Du besonders spannend?

Für mich sind Themen wie Augmented Reality, Transmedia Storytelling, 3D-Drucker, Virtuelle Räume, das Internet der Dinge – beispielsweise computergesteuerte Autos, Holo-Decks und alles, was mich an Raumschiff Enterprise erinnert, besonders spannend.

Oft denke ich an ein Konzert der Band Kraftwerk in Düsseldorf zurück. Sie spielten den Song „Taschenrechner“ – das ist nun Realität: Mein Smartphone in der Größe eines kleinen Taschenrechners hat eine höhere Leistung und bedeutend mehr Funktionen, als ein PC vor 10 Jahren! Nur das „beam me up Scotty“ gibt es leider noch nicht in naher Zukunft.

Gibt es noch etwas, das Du den Lesern zum Thema Social Web oder digitale Kommunikation allgemein mitgeben möchtest?

Wir leben gerade in einer spannenden Zeit, in welcher sich Kommunikation und Ansichten über Kommunikationsregeln ändern. Zusätzlich haben wir die Möglichkeiten, vieles mit zu bestimmen – an der Entwicklung teilzuhaben. Ich denke nur an die Bewegung #einfachmachen und das Manifest zur Veränderung des Arbeitsalltags #OutOfOffice. Die Gesellschaft kann sich durch Technik und den Umgang mit ihr ändern – wenn sie nicht zu stark reglementiert wird. Ich denke nur an die Urheberrechtsreform der EU und das Thema Panoramafreiheit. Hierbei hilft nur, den Mund aufzumachen und seinen Unmut laut zu äußern.

Ich schließe mit einem Zitat von Günter Eich – dem letzter Absatz aus dem Schlussgedicht des Hörspiels „Träume“: „Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!“

 Vielen Dank fürs Mitmachen, Pia! 🙂

Diese Interviewreihe geht weiter,
derzeit liegen mir allerdings keine weiteren Antworten vor.

Alle Interviews dieser Reihe können nachgelesen werden unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/meinweginsweb.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

1 Kommentar

Kommentare sind geschlossen.