Texten fürs Netz – Instagram

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Im dritten Teil meiner Reihe über das Texten im Netz widme ich mich heute Instagram. Texten für Instagram? Vor einiger Zeit wäre das noch eine berechtigte Frage gewesen, startete Instagram doch 2010 als rein mobile Fotoplattform. Fotos, und inzwischen auch Videos, stehen nach wie vor im Zentrum, Instagram hat sich aber inzwischen über seine visuellen Inhalte hinaus zu einem der meist genutzten Kommunikationskanäle entwickelt. Seit 2012 gehört Instagram zu Facebook und hat aktuell ca. 300 Millionen Nutzer.

Inhalte und Texte auf Instagram

Auf Instagram erzählen Sie mit Bildern Geschichten. Ob diese Geschichten ein Publikum finden, hängt davon ab, wie interessant die Geschichten sind. Anders als in anderen Netzwerken wird der Instagram-Feed nicht gefiltert. Es werden also alle Beiträge aller Personen, denen Sie folgen, angezeigt. Um so wichtiger ist es, mit den eigenen Inhalten aufzufallen und seine Follower im Blick zu haben. Was ist für diese interessant? Was möchten Ihre Follower erfahren? Worüber möchten sie sich austauschen? Nur durch gute Inhalte erreichen Sie neue Follower und behalten die alten.

Beschreiben Sie also im Text zum Bild, was darauf zu sehen ist, und geben Sie kurze zusätzliche Infos. Wenn Sie z. B. eine Landschaft posten, schreiben Sie dazu, wo das Bild gemacht wurde und gegebenenfalls warum. Wenn Sie ein Essensfoto posten, schreiben Sie die wichtigsten Zutaten in den Text oder in welchem Restaurant es aufgenommen wurde. Dass Sie die relevanten Infos zum Bild im Text erwähnen ist besonders wichtig, da die Texte auf Instagram für sich sprechen müssen. Es ist weder im Text noch in den Kommentaren möglich, auf externe Inhalte zu verlinken. Fassen Sie sich trotzdem kurz, denn die Hauptaussage macht ja das Bild selbst. Fast noch wichtiger als die Erklärung zum Bild sind bei Instagram die Hashtags:

Hashtags, Hashtags, Hashtags

Viel hilft viel – das trifft im Zusammenhang mit Hashtags auf Instagram tatsächlich zu. Pro Beitrag können Sie bis zu 30 Hashtags vergeben. Das müssen Sie natürlich nicht tun, aber die Hashtags sollten den Inhalt des Beitrags schon möglichst präzise beschreiben. Verwenden Sie eine Mischung aus allgemeinen und individuellen Hashtags. Die allgemeinen, von der weltweiten Instagram-Community einheitlich verwendeten Hashtags  werden oft benutzt und gesucht. Viele Beiträge sind mit ihnen verschlagwortet. Diese allgemeinen Hashtags bringen Ihren Inhalten viel Aufmerksamkeit. Ein kleiner Nachteil ist, dass die allgemeinen Hashtags gelegentlich Spamkommentare mit sich bringen.

Indem Sie eigene, individuelle Hashtags für Ihre Inhalte generieren, schärfen Sie Ihr Profil und sagen noch genauer, was Ihre Bilder darstellen. Außerdem entsteht so unter Ihren individuellen Hashtags Ihr eigenes Fotoarchiv.

Landschaftsaufnahme mit Bildbeschreibung Foggy rhine und Hashtags
Aylita aka Rebecca Ohm verwendet für ihre Serie von Landschaftsfotos zum Beispiel den individuellen Hashtag #takingawalk und allgemeine Hashtags, wie #igersbonn. Igers, einer der weltweit am häufigsten verwendeten Hashtags, steht für Instagramers. Ergänzt wird er jeweils um den Ort oder die Region, in der der Absender eines Beitrags aktiv ist.

Bilden Sie Gruppen von Hashtags, die den potenziellen, idealen Follower ansprechen und verwenden Sie für ähnliche Inhalte immer die gleiche Gruppe von Hashtags. Am besten speichern Sie diese Hashtaggruppen in den Notizen Ihres Gerätes, um sie immer griffbereit zu haben.

Ins Gespräch kommen

Über die Suche nach Hashtags finden Sie andere, die sich für dieselben Themen interessieren, wie Sie. Folgen Sie ihnen, kommentieren Sie deren Beiträge, erwähnen Sie sie in ihren eigenen Beiträgen. Behalten Sie ihre Benachrichtigungen immer im Blick.

Eine eigene Community, also einen festen Kreis von aktiven Kontakten bauen Sie am besten auf, indem Sie selbst aktiv kommunizieren. Stellen Sie Fragen, sprechen Sie andere Instagramer per @mention an. Reagieren Sie immer, wenn Sie angesprochen werden, denn wer sich von Ihnen wahrgenommen fühlt, wird auch stärker mit Ihnen interagieren. In den Kommentarverläufen von Gesprächen müssen Sie Ihre Gesprächspartner dabei immer mit @mention ansprechen. Nur der ursprüngliche Autor des Beitrags wird über alle Kommentare benachrichtigt. Kommentierende erhalten nur eine Nachricht über Antworten, wenn sie dort via @mention explizit genannt wurden.

Sie können zwar, wie schon erwähnt, keine Inhalte verlinken, haben aber die Möglichkeit, aus der Instagram-App heraus Inhalte nach Facebook, Twitter, Tumblr, Foursquare und Flickr zu teilen. Wie Sie Instagram mit Ihrem Facebook-Profil bzw. Ihrer Facebook-Seite verbinden, hat Annette Schwindt bereits ausführlich beschrieben.

Direktnachrichten strategisch einsetzen

Direktnachrichten werden auf Instagram noch wenig genutzt, dabei bieten sie sich als strategisches Kommunikationsmittel an. Sie können bis zu 15 Personen gleichzeitig mit einer Direktnachricht ansprechen. Diese müssen nicht zu Ihren Followern gehören. Über die Direktnachricht können Sie einer Person oder einer kleinen Personengruppe exklusive Inhalte anbieten. Direktnachrichten sollten Sie aber nur verschicken, wenn deren Inhalt für die Personengruppe wirklich relevant ist.

Schmale App, viele Drittanbieter

Die Grundidee von Instagram war mobile only. Die App diente ursprünglich dazu, Smartphone-Fotos zu teilen. Mittlerweile gibt es auch eine Browser-Version um Inhalte anzuschauen. Über Apps bzw. Programme von Drittanbietern können Sie inzwischen auch Fotos von anderen Kameras hochladen.

Die Instagram-App selbst ist nach wie vor auf das Wesentliche beschränkt. Sie können Fotos machen, sie leicht bearbeiten und aus einem Angebot an Filtern auswählen. Um Instagram herum gibt es eine Vielzahl von oft kostenlosen Apps, die weitere Bearbeitungsmöglichkeiten, wie Wasserzeichen, Rahmen, Overlays, Schriften, Hintergründe und vieles mehr zur Verfügung stellen.

Linktipps

  • Wie schwindt-pr Instagram nutzt
  • Iconosquare können Sie als Dashboard und zum Auswerten von Instagram-Profilen nutzen
  • Gramblr ist ein Programm, um Fotos von einer Kamera über einen Rechner nach Instagram hochzuladen
  • In seinem Blog informiert Instagram über Neuerungen und zeigt Best-Practice-Beispiele
  • Die Instagram-Expertin Sue B. Zimmerman postet auf ihrem Blog und über ihr Instagram-Profil viele Tipps und Tricks sowie Neuerungen rund um Instagram

Die bisherigen Artikel meiner Reihe #textenfuersnetz finden Sie unter
http://www.schwindt-pr.com/tag/textenfuersnetz/

NACHTRAG: Zwei Masterstudentinnen aus Göteborg foschen zum Thema Hashtags auf Instagram und würden sich freuen, wenn möglichst viele ihre (englischsprachige) Umfrage beantworten könnten: https://masteryourhashtags.wordpress.com/

Ulrike Dümpelmann
Ulrike Dümpelmann startete 2013 als Blogpraktikanitin und war danach bis September 2015 als freie Mitarbeiterin bei schwindt-pr tätig. Sie ist zuständig für die On- und Offlinekommunikation der Brotfabrik Bühne Bonn, Social Media Addict und (Ex-) Buchhändlerin.

4 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Tipps. Instagram ist auf jeden Fall ein Bereich den man auch nutzen sollte und ich bin dankbar für sinnvollen Input wie diesen.

  2. Bin gerade erst über den Artikel gestolpert. Aufgrund der Flut an Bildern ist es zwischenzeitlich nicht mehr so leicht Follower auf Instagram zu gewinnen wie noch vor einigen Jahren.

    Was Hashtags angeht habe ich gemerkt, dass man mit allgemeinen Wörtern nicht mehr sehr weit kommt, da diese oftmals schon „überlaufen“ sind. Um aus der Masse herauszustechen hilft es sich etwas tiefer in seine Nische durchzutippen und spezifischere Hashtags zu wählen. Das kann zwar sehr zeitintensiv sein aber lohnt sich meine Erfahrung nach.

    Beste Grüße

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