Video leicht gemacht: Tipps für Freiberufler und KMU (Gastbeitrag)

Facebook hat Youtube als Videoplattform Nummer eins überholt, so war es in den letzten Wochen zumindest auf vielen Seiten zu lesen. Auch wenn die Zahlen nicht so eindeutig sind – trau keiner Statisitk, die du nicht selbst gefälscht hast – ist eines klar: Videos spielen auf und für Facebook eine wachsende Rolle. Es ist kein Zufall, dass direkt auf Facebook hochgeladene Videos deutlich mehr Sichtbarkeit und Reichweite erhalten, als beispielsweise verlinkte Youtube- oder geteilte Instagram-Videos.

Freiberufler, Künstler und kleine und mittelständische Unternehmen sehen diesen Trend – das weiß ich aus zahlreichen Gesprächen – mit gemischten Gefühlen. Sie erkennen zwar die Bedeutung von Videos, sehen gleichzeitig jedoch den hohen Produktionsaufwand und gehen daher oft davon aus, dass das Medium für sie nicht nutzbar ist.
Video muss nicht konmpliziert sein

Nutzen Sie vorhandenes Material

Vorab eine Frage: Publizieren Sie aktuell Bilder auf Ihrer Facebook Seite? Ich vermute, dass Sie das tun. In diesem Fall verfügen Sie bereits über alle Komponenten und Voraussetzungen, die Sie für die Produktion und den Einsatz von Videos brauchen.

Fügen Sie die Bilder einfach in eine Keynote (Mac und iOS) oder Power Point Präsentation ein (Windows, Mac, iOS und Android und exportieren sie diese am Schluss als Videos. Unterlegen Sie das Video dann noch mit passender Musik – Mac-Nutzer finden passende Jingles und Musikstücke in Garage Band oder iTunes – haben Sie ein ansprechendes Video erstellt.

Sollten Sie Windows nutzen oder wollen Sie sich mit einem eigenen Musikstück – einer Art Erkennungsmelodie – von anderen Unternehmen abheben, werden Sie auf Seiten wie Soundtaxi, Frametraxx oder Cayzland-Music fündig.

Solche Audio-Slideshows können aus verschiedenen Bildern bestehen:

  • Produktfotos und Folien mit technischen Daten eines Produkt
  • Bildern von Events oder Veranstaltungen
  • Bildern von Mitarbeitern und deren Kurzvorstellung
  • Zitate in Kombination mit Bildern

Für den Einstieg empfehle ich, Bilder zu nutzen, die für Alben auf Facebook vorgesehen waren. Zu Beginn können Sie beispielsweise jedes zweite Album durch ein kurzes Video ersetzen und so die ersten Schritte mit dem Medium und in die Videoproduktion wagen.

Videoeinsatz: Die wichtigsten Tipps

Wenn der Einsatz von Audio-Slideshows keine Herausforderung mehr darstellt, können Sie erste Videos auch mit Ihrem Smartphone aufnehmen. Die wichtigsten Tipps vermittle ich im folgenden Vortrag.

Neben Interviews können Sie so beispielsweise auch kurze Statements oder Ankündigungen, Eindrücke von Konzerten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen und Einblicke in Ihr Büro oder Ihren Arbeitsalltag bieten.

Unabhängig von Thema und Inhalt der Videos sollten Sie bei der Produktion für Facebook darauf achten, dass…

  • die Videos zwischen 30 Sekunden und drei Minuten lang sind. Längere Videos werden – vor allem mobil – weniger aufgerufen.
  • Sie entweder mit einem Intro oder – wichtiger – mit einem Outro arbeiten. Dabei kann es sich um ein Bild handeln, auf dem Ihre Kontaktdaten und ein Call to Action – also beispielsweise die Aufforderung, sich bei Ihnen zu melden – zu sehen sind.
  • Sinn und Aussage der Videos auch ohne große Vorkenntnisse Ihrer Seite und auch für neue Fans verständlich sind.

Nutzen Sie gleichzeitig auch einen Youtube-Kanal mit längeren Videos, können Sie auf Facebook kürzere Videos als Ausblick – so genannte Teaser – auf die längeren Videos veröffentlichen und dann auf die lange Version auf Youtube verweisen. Stellen Sie dann jedoch sicher, dass auch die kurze Version Mehrwert bietet und Lust auf das lange Video macht.

Die Produktion und der Einsatz von Videos sind auch für Freiberufler, Künstler, kleine und mittelständische Unternehmen problemlos möglich. Sicher braucht es etwas Einarbeitungszeit, um mit dem Medium vertraut zu werden. Doch wenn Sie sich darauf einlassen, werden Sie schnell zahlreiche Möglichkeiten, Themen und Formate finden. Ich wünsche Ihnen dabei viele Freude und Erfolg.

Bildnachweis: Yuriy Kobets, Dusit Panyakhom by 123rf.com

Christian Müller
Christian Müller berät und unterstützt Freiberufler, soziale Einrichtungen, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung von Kommunikationskonzepten und -strategien. Einer seiner Schwerpunkte ist die Produktion von Videos und die Schulung im Bereich von Mobile Video, der Videoproduktion mit Smartphones und Tablets. Sie erreichen ihn in den sozialen Netzwerken und unter cm@sozial-pr.net.

8 Kommentare

  1. Natürlich wird hier komplett auf die Ausrichtung der Zielgruppe vergessen, welche unmittelbar Einfluss auf die Auswahl der Medienplattformen hat. Die aus Powerpoint-Slides erstellten Videos stellen meines Erachtens (vielleicht bin ich auch nicht die Zielgruppe) nach keinen Einstieg in die Medienproduktion dar sondern sind der Versuch lästige Informationen in eine unpassenden Rahmen zu bringen. Die Tradition hinter Medien wie Fotografie und Film wird nicht mehr hinterfragt – ein Verfall dieser wunderbaren Kommunikationsmittel!

    1. Hallo Keyvan,

      Ich sehe da keinen Verfall, eher eine Anpassung an die Möglichkeiten.

      Ich gebe dir Recht, dass es für Video- und Fotografen natürlich primitiv wirkt und einen Verstoß gegen viele Grundsätze darstellt.

      Doch ist nicht die Zielgruppe des Beitrags. Außerdem sehe ich hier eher eine Chance: Wenn viele Menschen durch solche Einstiegsmöglichkeiten Zugang zu Video finden, entdecken sie nach und nach auch traditionelle Videoformen.

      In einem Punkt muss ich allerdings deutlich widersprechen: Es handelt sich weder um lästige Informationen noch um einen unpassenden Rahmen. Exakt das Gegenteil ist der Fall.

      Gruß,
      Christian

      1. Wen kann man denn im Jahr 2014/2015 noch mit einer Video-Slideshow hinterm Ofen vorlocken? Sorry, aber solche Produktionen wirken einfach nur unprofessionell und fallen für mich eher in die Kategorie „Wenn man’s nicht kann, sollte man’s lieber lassen“.

        Ich würde es als zielführender betrachten, dann doch lieber mit den vorhandenen Bildern ein Fotoalbum anzulegen, anstatt sie in einem schlecht gemachten Video zu verwursten.

  2. Der Tipp mit der Video Slideshow ist ja mal mehr als grausam.
    Hier ein paar Ideen, die wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit erzeugen könnten:
    – Lustige Videos mit ernsten Passagen / REALEM Statement
    – Tutorials
    – Interviews
    – Dokumentationen usw.

    Es wäre hilfreicher mal die Basics anzusprechen, wie gutes Licht, vernünftiger Ton, verwacklungsfreies Bild und eine unterhaltsame Story. Mit diesen Tipps ist keinen geholfen, im Gegenteil, man versaut sich sogar noch die Reichweite.

    Das gutes Video auch mit wenig Aufwand geht, zeigt zum Beispiel die Facebook Seite von Elisabeths Platzerl. Alternativ Julian Zietlow im Fitness Bereich. Aber auch Horst Lünig vom Whiskeystore schafft noch bessere Filme als die Bilderslideshow.

    Der Inhalt des Artikels ist einfach nur peinlich. Das sage ich im Namen all derer, die diese Audio Slideshows ebenso hassen wie ich. Denn eins ins klar, Musikgeschmäcker sind sehr verschieden. Manchmal sieht man ein Bild gerne länger an, die Ladezeit von Bildern in Miniatur und das gezielte auswählen ist besser als nen ganzen Clip zu streamen.

    Ich hoffe da kommt nochmal ne bessere Version von dem Artikel.

    1. Hallo Sebastian,

      du verwechselt hier grundlegende Dinge: Es geht im Artikel um den einfachsten Einstieg in die Kommunikation mit Videos, da sind Audioslideshows ein einfacher Weg. Und wenn die gute gemacht sind, versaust du dir damit nichts, sondern erreichst deine Netzwerkpartner und Fans. Wenn du jedoch lächerliche und schlechte Videos produzierst, schadest du deiner Reputation bestimmt.

      Wenn du mal ins Videos geschaut hast – hast du die die Zeit genommen? – dann hast du dort Grundlagen Tipps für die Videoproduktion bekommen. Irritierend – finde ich deine absolute Haltung jedoch schon, denn: Nur weil du ein Format nicht magst bedeutet das nicht, dass es anderen genau so geht. Das Format mag für dich nichts sein, andere nutzen es erfolgreich.

      Da irritiert es mich doch, dass du dir erlaubst, ein allgemein gültiges Urteil abzugeben – in einem alles andere als konstruktiven Stil. Schade, ich hätte mir eine sachliche Diskussion gewünscht.

      Gruß,
      Christian

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