Brauchen Facebookseiten überhaupt individuelle Reiter?

Beim Durchforsten der Statistiken meiner Facebookseite blieb ich kürzlich im Bereich Besuche bei Seiten- und Reiteraufrufe hängen. Dass die Fans einer Seite hauptsächlich über den Newsfeed mit den Seitenbeiträgen interagieren und nicht die Seite selbst besuchen, war mir durchaus bekannt. Dass aber die Anzahl der direkten Seitenaufrufe und v.a. der Aufrufe der individuellen Reiter (auch Tabs genannt) im Verhältnis zur Gesamtreichweite so gering ausfällt, hätte ich nicht gedacht. Dazu trägt sicher auch die Tatsache bei, dass die Reiter nur via Desktop und mobil gar nicht angezeigt werden. Da stellt sich einem doch die Frage, ob individuelle Reiter – solange sie keine Anwendung zum Interagieren enthalten – überhaupt noch sinnvoll sind.

Meine individuellen Facebook-Reiter

In meinem Fall dienen die individuellen Reiter zur Hintergrundinfo und Präsentation weiterführender Links:

tabs

  • Der erste Reiter „Über schwindt-pr“ liefert die wichtigsten Facts über mich und weiterführende Links zu anderen Webpräsenzen und den Themen auf meiner Website.
  • Der zweite Reiter „Bücher & Downloads“ führt die besucher direkt zu meinen Veröffentlichungen.
  • Der dritte Reiter „Neues im Blog lesen“ bietet den Feed meiner neuesten Blogartikel als Liste auf die Fanseite und soll die Leser über das weitersagen auf der Seite selbst zu meinem Blog führen.

Die genannten Punkte sind mittelbar zwar auch über den Infobereich der Seite zu erreichen, aber über einen Reiter kann ich sie direkter auffindbar machen sowie ansprechender und strukturierter aufbereiten. Doch wenn das kaum jemand nutzt, warum dann den Aufwand betreiben?

Beispiel: Am 15.Januar 2014, einem eher ruhigen Tag) hatte meine Seite eine organische Reichweite von knapp 9000. Dabei wurde der Beitragsbereich der Seite (Chronik) 118mal aufgerufen. Die facebookeigenen Reiter Fotos und Info 7mal bzw. 5mal. Mein Blogreiter 4mal, mein schwindt-pr-Reiter (spr1) 3mal und der über die Veröffentlichungen 2mal.

reiterstatistik

Das bedeutet: Fast alle, die meine Beiträge an dem Tag gesehen haben, haben das NICHT auf der Seite selbst getan. Von denen, die auf der Seite selbst waren, haben nur die wenigsten die Reiter angeklickt: Die durchschnittliche Anzahl der Aufrufe der facebookeigenen Reiter lag bei 4,32%, die der individuellen Tabs bei durchschnittlich nur 2,16%!

Und bei Ihnen?

Zum Vergleich würde mich jetzt interessieren, ob und wie andere individuelle Reiter auf ihren Facebookseiten einsetzen und welche Erfahrungen sie mit deren Nutzung gemacht haben. Daher würde ich mich freuen, wenn die Seitenbetreiber unter meinen Lesern folgende Umfrage ausfüllen könnten:

 

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

7 Kommentare

  1. Danke für die Umfrage Annette! Die Reichweite von statischen Tabs ist quasi nicht existent. Vielleicht wird mal mit einem Post auf den Tab verwiesen, viel mehr kommt da aber nicht. Bei individuellen Tabs (Apps) geht ohne Anzeigen Budget auch nicht viel. Die Reichweite hängt von der Seitengröße, aber noch viel stärker vom AD Budget ab. Wichtig ist auch wie der Tab kommuniziert wird. Also wie in Posts auf den Tab verwiesen wird. Da wird noch vieles falsch gemacht.

    Bei Canvas Seiten ist es übrigens die gleiche Situation. Auch hier ist AD Budget wichtig und natürlich auch soziale Funktionen, die die App im Freundeskreis verbreiten.

  2. Es kommt mit Sicherheit auch darauf an, was sich hinter dem Tab verbirgt. Der Tab „Neues im Blog lesen“ ist im Endeffekt nur eine Dopplung des Feeds, in dem auch alle Beiträge veröffentlicht werden.

    Tabs machen vor allem dann Sinn, wenn eine tiefe Verknüpfung mit Facebook über API-Zugriff bzw. Open Graph Aktionen erzeugt wird. Trotz aller Kritik greifen in bestimmten Fällen natürlich auch immer noch Gewinnspiele, bei denen die Tabs ein dankbares Ziel für Facebook-Ads sind. Darüber lässt sich Ad-Reichweite noch immer gut in Seitenfans konvertieren. Und man kann mir sagen was man will, Reichweite zählt noch immer, wenn auch nicht unbedingt vordergründig und schon lange nicht ausschließlich.

Kommentare sind geschlossen.