Knackpunkt: Nutzerrelevanz!

nutzerrelevanzIch glaube , ich muss mir mal ein Schild basteln. Ein Schild, das ich immer dann hochhalten kann, wenn es nötig wird. Denn in den vergangenen Wochen habe ich viele Gespräche über alle möglichen Themen rund um das Thema digitale Kommunikation geführt: Vom Facebook-Newsfeed über Reichweite von Fanseiten bis hin zum Thema Bücher – am Ende läuft alles immer wieder auf denselben Knackpunkt hinaus: Die Nutzerrelevanz!

Newsfeed-Filter nach Nutzerrelevanz

Wenn ich mich nicht darum kümmere, die Neuigkeiten, die ich mir in Facebook über meine Vernetzungen in meinen Newsfeed bestelle, zu strukturieren und danach zu gewichten, wie relevant sie jeweils für mich sind, dann darf ich mich nicht darüber beschweren, dass Facebook das für mich übernimmt. Dass es dabei außerdem immer mal wieder die Berechnungsgrundlage ändert, sollte mich auch nicht verwundern, denn Social Media sind nun mal ständig in Bewegung. DEN einen optimalen Algorithmus gibt es nicht.

Dass es dabei um größere Nutzerrelevanz geht, erschließt sich vielen nicht, denn „Facebook will ja nur Geld verdienen“. Klar will es das, es ist ein Unternehmen. Das kann es aber nur, wenn die Anzeigen und Inhalte, die mir gezeigt werden, auch für mich relevant sind. Es hat also ein ureigenes Interesse daran, die Darstellung der Inhalte daraufhin zu optimieren, wie relevant sie für uns sind. Welche Daten ich Facebook dafür zur Verfügung stelle oder ob überhaupt, das entscheide ich durch mein Nutzerverhalten.

Fanseiten-Reichweite: Nutzerrelevanz wird belohnt

Genauso entscheide ich selbst, ob ich für meine Facebook-Seite Anzeigen schalte, oder nicht und ob ich mit den Konsequenzen leben kann:

Fall 1: Ich schalte Anzeigen, um mehr potentielle Fans auf die Seite zu locken. Das funktioniert aber nur bei entsprechender Nutzerrelevanz. Wer die nicht findet, wird nicht Fan und interagiert auch nicht. Da kann ich soviele Anzeigen schalten wie ich will (was auch ein immer weiter zur Verfügung stehendes Budget erfordert).

Fall 2:  Ich schalte keine Anzeigen, dann dauert mein Reichweitenaufbau gegebenenfalls länger. Das hängt aber auch davon ab, wie nutzerrelevant meine Beiträge sind, und ob ich mich bloß auf meine Fanseite verlasse, oder sie in eine sinnvolle Kommunikationsstruktur mit anderen Präsenzen und v.a. einer funktionierenden Basis eingebunden habe.

Ich selbst schalte übrigens keine Anzeigen und habe das bis auf ein paar Tests mit beworbenen Beiträgen auch nie getan. Komischerweise läuft meine Seite trotzdem. Warum? Ich poste nicht irgendwas, sondern frage mich vorher: Ist das für meine Leser relevant? Und ich beobachte, welche Beiträge, wieviel Zuspruch bekommen. Ich höre zu, welche Fragen da gestellt werden und greife sie auf. Die Reichweite meiner Seite ist daher nicht zurückgegangen. Eher im Gegenteil. Bei den besonders nutzerrelevanten (!) Beiträgen hat sich die Reichweite deutlich erhöht!

Nutzerrelevanz von Veröffentlichungen

Auch meine sonstigen Veröffentlichungen entstehen aus der Beobachtung dessen, was relevant für meine Leser ist.  Das tue ich in den Gesprächen, die sich über die Kommentare zu meinen Blogposts hier oder beim Weitersagen via Social Media ergeben. Deshalb möchte ich künftig auch meine sonstigen Veröffentlichungen noch stärker daran ausrichten, was für die Leser relevant ist. Mehr dazu kann ich hoffentlich in Kürze berichten.

Was ist nutzerrelevant?

Ach so: Falls Sie nicht wissen, was für Ihre Nutzer/Leser/Fans/Kunden relevant ist, dann haben Sie in Ihrer bisherigen Kommunikation vermutlich nicht aufgepasst oder schlicht keine Möglichkeit zum echten Dialog angeboten. Höchste Zeit, endlich damit anzufangen! Zum Beispiel, indem Sie sie direkt fragen. Und ja, das kostet Zeit und Aufwand. Aber es lohnt sich!

Und falls Sie etwas brauchen, das Sie daran erinnert, worum es geht: basteln Sie sich doch einfach auch ein Schild! 😉

 

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

25 Kommentare

  1. Danke, Annette … auf den Nutzen für die Leser/Follower/Fans kommt es an! Das kann man nicht oft genug wiederholen.
    Eigentlich ist das ein ganz alter Marketinghut, der auch für die klassischen Bereiche gilt. Doch dieser Hut ist in vielen Unternehmen irgendwo an der Garderobe vergessen worden – und zwar schon vor langer Zeit.

    Liebe Grüße,
    Christa

  2. Nutzerrelevanz – ein weiter Begriff, der in der Tat nur mit Leben erfüllt werden kann, wenn Unternehmen bereit sind, ihre Zielgruppe kennen zu lernen. Und zwar nicht nur in Bezug auf die für den Verkauf relevanten Aspekte, sondern auch darüber hinaus. „Interessenten, die sich über dieses Produkt informiert haben, lachen über dies, essen das, beschäftigen sich zur Zeit mit jenem…“ — „DEN einen optimalen Algorithmus gibt es nicht“. Aber eine Annäherung.

  3. Schöner Text!

    Ich möchte nur einem Aspekt widersprechen. Leider ist aus meiner/unserer Erfahrung die Welt bei FB nicht ganz so heil. Die größten Reichweiten in der Markenkommunikation werden häufig mit schnöden Gewinnspielen erzielt. Das finden wir nicht gut, ist aber (auch) eine Realität. Wir arbeiten dran. 😉

  4. Spricht mir aus der Seele und bestärkt mich in der Erkenntnis, dass jede lange Stunde in Sachen qualitativer Contentproduktion die Sache wert ist!

    (btw: Hätte gerne auf FB geteilt, aber leider kommt da immer „nur“ Ihr Profilbild zum tragen. Das Schild wäre viel aussagekräftiger und relevanter gewesen) 😉

  5. Ein schöner Beitrag. In der Tat wundert es mich, warum viele sich wundern, dass die Reichweite zurückgegangen ist. Und da ist dann Facebook Schuld mit seinen Berechnungen.
    Anstatt vorher die Frage zu stellen: Wen will ich damit erreichen? Und: Wie muss ich das formulieren, um die Zielgruppe zu erreichen.
    So verstehe ich die Nutzerrelevanz, versuche so zu handeln und fange, wenn ich Zeit habe, an zu basteln am Schild 🙂
    Sonnige Grüße vom Bodensee
    Jens A. Heim

  6. Wieso ist das negativ, wenn durch Gewinnspiele eine hohe Reichweite geschaffen wird? Es geht doch um die Nutzerrelevanz und wenn nun mal das Interesse groß ist an Gewinnspielen, wieso nicht? Ich denke, vor allem ist eine bunte Mischung an Inhalten wichtig, um interessant zu bleiben. Mit einem Gewinnspiel kann man doch die Aufmerksamkeit zwischendurch pushen.

  7. „Content ist King“ ist nicht neu, aber fast immer vollkommen richtig. Man muss sich „einfach“ damit auseinandersetzen, welche Inhalte für die Nutzer relevant sind und mit den Nutzern kommunizieren. Das kostet Zeit und Mühe. Danke für die immer sehr interessanten und nutzerrelevanten Beiträge auf Ihrem Blog 🙂

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