Blogger Relations – Wie wäre es mit einfach kommunizieren?

Mike Schnoor veranstaltet eine Blogparade zum Thema Blogger Relations, also dazu wie Unternehmen Blogger ansprechen sollen, wenn sie möchten, dass diese in ihren Blogs über sie oder ihre Produkte/Dienstleistungen berichten. Dazu schreibt er: „Jeder Blogger hat eigene Erwartungen an die Kontaktaufnahme und das Verhältnis zu Unternehmen.“ und stellt die These auf: „Jedoch führen meiner Meinung nach die meisten Aktivitäten von ‚Blogger Relations‘ zu keinem hochwertigen Ergebnis – Blogger Relations sind großteils für die Katz. Zudem glaube ich, dass viele Blogger gar nicht so heiß auf abgedroschene PR-Infos sind.“

Richtig: Abgedroschenen PR-Sprech will keiner. Und „für die Katz“ ist es besonders dann, wenn der Anfragende sich nicht wirklich mit dem Blog, an den er die Anfrage richtet, beschäftigt hat –  wenn an die Sache herangegangen wird, ohne sich darum zu scheren, ob das betreffende Thema den Blogger und dessen Leser überhaupt interessiert.

Ich bekomme öfter Mails, die man frei übersetzen kann mit: „Hey, bei Deiner Reichweite wollen wir auch mal in einem Deiner Artikel vorkommen. Das machst Du doch bestimmt gern, auch wenn wir noch nie miteinander zu tun hatten und wir uns einen Furz um Deine Leser scheren.“ – Früher habe ich mir die Mühe gemacht, sowas entrüstet zu beantworten und darauf hinzuweisen wie es richtig geht. Inzwischen landet dergleichen kommentarlos im Papierkorb.

Muss man das echt erklären?

Wer sich die Mühe macht, wenigstens meine „Über mich“-Seite zu überfliegen, wird auch meine Blogger-Relations-Seite finden. Dort habe ich aufgelistet, wie ich angesprochen werden möchte und wie nicht.

Dass ich sowas aufschreiben muss, finde ich ehrlich gesagt ganz schön heftig. Denn was da steht, sollte eigentlich selbstverständlich sein… Aber leider scheint die ganz normale Kommunikation vor lauter Marketinggeschrei und Technikverliebtheit bei vielen hops gegangen zu sein. Da muss man das Ganze erst wieder mit einem neuen Buzzword belegen und schon ist „Content-Marketing“ the next big thing. 😉

Echte Gespräche führen

Deswegen plädiere ich – nicht nur für das Ansprechen von Bloggern, sondern für den generellen Umgang miteinander – dafür, sich auf Einfach Kommunizieren zu besinnen. Das bedeutet  a) wirklich mit dem Adressaten zu reden, sich also wirklich mit dem, was der Blogger tut, auseinander zu setzen und mit ihm in ein Gespräch einzusteigen, bei dem es nicht sofort darum geht, dass man etwas von ihm will. Wenn es dann soweit ist, sollte man ihm b) klar und deutlich sagen, worum es geht, und welchen Mehrwert der Blogger und seine Leser davon haben könnten (nicht der Absender!). Kein PR-Geschwafel, sondern echte Gespräche!

Dazu gehört es auch, kritikfähig zu sein! Leider passiert es mir oft, dass mich jemand darauf anspricht, ob ich über etwas berichten möchte, ich beschäftige mich damit, beginne, mich dafür zu interessieren und stelle Rückfragen, bekomme als Antwort aber nur PR-Sprech oder frei übersetzt „Ist doch egal, schreib jetzt endlich!“. So kann das aber mit uns nichts werden und mit anderen Bloggern sicher auch nicht!

Zusammenfassung

Wer möchte, dass ich – oder andere Blogger – über ihn berichten, der sollte folgende Punkte beherzigen:

  • Nehmen Sie den Blogger ernst!
  • Zeigen Sie Wertschätzung für das, was er tut, auch wenn es gerade nichts mit Ihnen direkt zu tun hat
  • Erweisen Sie sich als ernstgemeint hilfreich statt als plump eigenwerbend
  • Treten Sie in einen ernstgemeinten persönlichen Dialog ein – vielleicht hat der Blogger ja sogar schon mal Interesse gezeigt oder etwas von Ihnen erwähnt? Das ist der perfekte Anlass für den Gesprächsbeginn!
  • Halten Sie das Gespräch aufrecht, auch wenn der Artikel bereits erschienen ist (vielleicht wird daraus ja sogar ein Folgeartikel?)

Positive Beispiele

Auf meiner Blogger-Relations-Seite hatte ich ja bereits RebelMouse als positives Beispiel genannt. Ganz aktuell kann ich hier auch noch Fanpagekarma anführen. Hier ergab sich das Gespräch wie oben beschrieben daraus, dass ich bereits freiwillig auf deren Inhalte hingewiesen hatte und dies zur Kontaktaufnahme genutzt wurde. Seitdem sind wir immer mal wieder im Dialog und ich darf auch mal als Erste über Dinge berichten. Genau so stelle ich mir das vor. 🙂

PS. Auch dieser Artikel ist aus Blogger-Relations entstanden: Nämlich aus denen von Blogger Mike Schnoor zu Bloggerin Annette Schwindt. 😉 Ich hoffe, mein Standpunkt ist, wie von Dir, Mike, erhofft, stark genug formuliert und trägt damit etwas zu Deiner Blogparade bei. 😉

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.