Vom Social Web ins E-Book und zurück

Wer mir auch auf Twitter folgt, wird sich gestern vielleicht gewundert haben, was es mit all den Tweets auf sich hatte, die mit #streetartdue verschlagwortet waren. Anlass war die Vorstellung des „enhanced iBooks“ (also des erweiterten E-Books für iPad) namens „Open Your Eyes – StreetArt in Düsseldorf“ von Sebastian Hartmann bei 11punkt Verlag. Der Autor und die Verleger sind nicht nur besonders liebe Kollegen von mir, nein, ich durfte auch an einem Detail des E-Books mitwirken, das ich – wie versprochen – hier genauer erklären möchte. Ich versuche es, so einfach wie möglich zu machen, warne aber vor, dass das eher was für Fortgeschrittene wird…

In dem E-Book geht es wie gesagt um StreetArt, also um Kunstwerke draußen auf der Straße, die kommen und gehen oder sich verändern. So ein Buch kann also nur eine Momentaufnahme darstellen. Die Veränderungen sollen künftig nicht nur vom Autor dokumentiert und in Buchupdates festgehalten werden. Über Postings im Social Web, die mit dem Hashtag #streetartdue versehen werden, kann jeder Fotos quasi in Echtzeit zum Buch beisteuern!

Soweit so gut. Nur: Wie kommen diese Updates so schnell ins Buch?

Hier komme ich ins Spiel. 😉 Lucas Lüdemann von 11punkt Verlag sprach mich auf das Problem an und ich erarbeitete mit ihm folgende Lösung:

1. Die Verwendung des Hashtags #streetartdue produziert in jedem Netzwerk einen eigenen Feed. Diesen Feed kann man auch extern aufrufen und dann per ifttt an die gewünschte Stelle weiterleiten:

if #streetartdue (auf Twitter/Instagram) then…

2. Es reicht jedoch nicht, es bei diesen reinen Feeds zu belassen, da diese immer nur die neuesten Beiträge zeigen und z.T. nach ein paar Tagen oder Wochen „verfallen“, also nicht für unbegrenzte Zeit angezeigt werden. Die über die Feeds eingehenden Beiträge sollten also auch archiviert werden. Dazu bedarf es eines Bookmark-Accounts – wir haben uns hier für Delicious entschieden – in dem die eingehenden Feeds gesammelt und wiederum mit dem Schlagwort (tag) streetartdue versehen werden. So werden mehrere Feeds zu einem einzigen zusammengefasst, der wiederum exportierbar ist.

…then Delicious (mit tag streetartdue)…

3. Dieser Delicious-Feed kann nun via RSS ausgelesen werden. Tut man das mit einem normalen RSS-Widget, produziert das eine mehr oder minder schöne Listenansicht. Die war Lucas aber nicht schön genug, also haben wir statt dessen RebelMouse als Alternative auserkoren.

Delicious-Feed via RSS in RebelMouse

4. RebelMouse wiederum bietet eine Einbettungsfunktion an, mit der man die importierten Beiträge auf einer eigenen Webpage bei 11punkt Verlag darstellen kann.

RebelMouse-Seite einbetten auf eigener Webpage

5. Diese eigene Webpage kann nun via iframe aus dem E-Book heraus angeschaut werden.

eigene Webpage via iframe im E-Book sichtbar machen.

Der iframe hätte auch direkt auf RebelMouse zugreifen können. Aber mit dem Zwischenschritt der eigenen Webpage wird sichergestellt, dass an der Seite des E-Books, auf der sich der iframe befindet, nichts verändert werden muss, selbst wenn einer der o.g. Schritte durch einen anderen Dienst ersetzt werden muss. Die eigene Webpage oder die Dienste, die dorthin führen, zu verändern, bedeutet weitaus weniger Aufwand.

So sieht das Ganze dann auf der E-Book-Seite aus:

Widget aus dem E-Book mit den importierten Beiträgen
Widget aus dem E-Book mit den importierten Beiträgen

Wenn jetzt also jemand etwas mit #streetartdue auf Instagram postet oder twittert, dann landet das direkt im E-Book:


Umgekehrt erlaubt RebelMouse das Interagieren mit den einzelnen Beiträgen direkt aus dieser Ansicht heraus. Wenn ein Leser also einen der importierten Beiträge weitersagen möchte, dann kann er das gleich da tun.

Auf diese Weise werden E-Book und Social Web miteinander vernetzt und ergänzen sich gegenseitig. 🙂

Das E-Book ist übrigens über die Website des 11punkt Verlags erhältlich.

PS. Über die RebelMouse-Android-App kann Lucas außerdem problemlos mobil auf die importierten Beiträge zugreifen und sie bei Bedarf bearbeiten, in der Reihenfolge verschieben oder löschen.

Thanks to the RebelMouse Team (Limari and Justin) for your support in developing this solution!

Und hier noch die Zusammenfassung meiner Tweets zur Buchvorstellung via storify:

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

8 Kommentare

    1. Meines Wissens werden nur Fotobeiträge nach vorn geholt, aber in den Drafts landet auch, was nur Text ist, solange der Hashtag drin ist. Aber am besten mal Lucas fragen, der betreut den Account.

  1. Es ist so wie es Annette sagt. Rebelmouse sammelt die Beiträge ohne Link (also Foto) in den „Drafts“. Wenn man möchte kann man aus diesem Ordner die Beiträge wieder ins Widget reinnehmen. Aber dann erscheint der Beitrag mit der Überschrift „Missing link“. Rebelmouse födert und fordert also die bebilderten Beiträge schon von sich aus.

    1. Ob bildlose Beiträge korrekt angezeigt werden, hängt wohl vom Feed ab, der da eingespeist wird. Könnte auch sein, dass das über den Delicious-Umweg entsteht. Wenn ich bildlose tweets direkt importiere, passiert das mit dem „missing link“ nicht. Aber stimmt schon: mit Bild sieht es einfach besser aus. Und in diesem speziellen fall geht es ja um Bilder.

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