„Wer Social Media ernst nimmt, muss sich dafür Zeit nehmen“ – Follower-Interview #sprfi (26): Michael Milewski

Diesmal beantwortet ein junger Mann die zehn Fragen an meine Leser, der mich schon zweimal interviewt hat (einmal über Google+ für Unternehmen und einmal zum Thema Anrede in sozialen Netzwerken). Heute wird er mal interviewt. 🙂

Die Fragen beantworten kann übrigens jeder, der mit hier im Blog oder auf einem meiner Social-Media-Kanäle folgt. Derzeit habe ich noch einige Antworten in der Warteschleife, aber so ab Anfang/Mitte Oktober ist wieder Platz. Eine zeitliche Beschränkung der Reihe, die unter dem Hashtag #sprfi weitergesagt wird, gibt es nicht. Sie haben mit dem Antworten also Zeit. 😉

michael_milewski1. Wer sind Sie und welche Social-Media-Kanäle nutzen Sie?
Mein Name ist Michael Milewski, ich bin ausgebildeter Journalist und arbeite als Leitender Redakteur im Bereich Corporate Publishing bei der Dortmunder Gestaltmanufaktur GmbH. An der Fachhochschule Köln habe ich mich berufsbegleitend zum Social-Media-Manager weitergebildet. Für unsere Agentur betreue ich regelmäßig die Social-Media-Kanäle Facebook, Twitter, Google+ und XING. Persönlich nutze ich überwiegend meine Präsenzen bei Facebook und XING.

2. Worüber kommunizieren Sie mit wem im Social Web?
Für die Agentur gebe ich Einblicke in unsere Arbeit – seien es neue Publikationen, Aktionen unseres Teams oder kuriose Fundstücke, denen ich im Büro oder auch im Netz begegne. Kommunikationspartner sind sowohl Kunden als auch Ansprechpartner für meine Berichterstattung, mit denen ich mich online vernetze. Im Übrigen sind Social Media für einen Redakteur eine grandiose Fundgrube für Themen und Interviewpartner.

3. Bloggen Sie auch und wenn ja worüber?
Einen Blog betreibe ich noch nicht, ich habe aber reizvolle Themenideen, so dass sich das bald ändern könnte…

4. Nutzen Sie das Social Web auch mobil und wenn ja wie?
Per Smartphone und iPad verfolge ich mobil und durchaus auch außerhalb der regulären Arbeitszeit, was in den Kanälen passiert – um mich über die neuesten Themen zu informieren, aber auch um zu sehen, wo ich gegebenfalls reagieren muss, etwa auf einen Kommentar bei Facebook. Es kommt auch immer mal wieder vor, dass ich unterwegs aktuelle Meldungen für Kunden ins Netz stelle.

5. Pflegen Sie bewusst Ihre Online-Reputation und wenn ja wie?
Natürlich kann es mir als Social-Media-Manager nicht egal sein, wie über unsere Agentur oder über mich selbst im Netz gesprochen wird. Deshalb überprüfe ich täglich mit teils automatisierten Suchanfragen, wo und in welchem Zusammenhang wir im Netz Thema sind. Ein Gegensteuern wegen negativer Inhalte war bislang allerdings nicht erforderlich. Zur Pflege der Online-Reputation gehört für mich neben Monitoring und Krisenschutz aber vor allem auch der Aspekt Selbstmarketing. Das bedeutet zum Beispiel gute Vernetzungen, spannende Inhalte und flexible Reaktionen in den sozialen Medien.

6. Auf welche Probleme stoßen Sie immer wieder beim Benutzen von Social Media?
Wer Social Media ernst nimmt, muss sich dafür Zeit nehmen. Die richtige Balance zu finden, ist eine gewisse Herausforderung. Ich leite zwar diverse Projekte, habe aber immer auch im Blick, was in unseren Präsenzen passiert. Ein Problem ist grundsätzlich auch die Themenfülle, die sich in Social Media präsentiert. Wer nicht selektieren und gewichten kann, droht in dieser Informationsflut schnell unterzugehen.

7. Gibt es Blogs, Seiten oder Apps, die Sie anderen gern empfehlen würden?
Tolle Tipps rund um den Job trägt die Seite www.karrierebibel.de zusammen. Unternehmern möchte ich den Online-Aufritt des Unternehmer-Magazins „Creditreform“ empfehlen, für den ich Praxis-Tipps beisteuere. Außerdem möchte ich an dieser Stelle nicht versäumen, Ihre Facebook-Seite und Ihren Blog zu erwähnen. Dort habe ich schon einige Male Anlässe für Berichte über Social-Media-Themen entdeckt.

8. Was glauben Sie, wie sich der Kommunikationswandel, den wir gerade erleben, weiter entwickeln wird?
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis stelle ich allmählich eine gewisse Übersättigung fest. Es gibt beispielsweise Klagen, dass man sich das alles gar nicht immer anschauen könne oder man bemängelt generell zu viel Selbstdarstellung in Social Media. Es wird daher vermutlich künftig noch stärker auf die Qualität der Inhalte ankommen, um sich eine Daseinsberechtigung im Newsstream der Nutzer zu sichern.

Ein Problem sehe ich in der mangelnden Urteilsfähigkeit vieler, die Falschmeldungen ungeprüft weiter verbreiten. Ich fürchte darüber hinaus, dass Facebook und Co. tendenziell dazu beitragen, dass die Aufnahmefähigkeit weiter leidet und sich die Menschen überhaupt nicht mehr für Dinge interessieren, deren Relevanz sich ihnen nicht schon nach wenigen Sekunden erschließt.

9. Wie sind Sie auf mich aufmerksam geworden, weshalb und auf welchen Kanälen folgen Sie schwindt-pr?
Google führte mich bei einer Recherche zu Ihnen, virtuell „verfolge“ ich Sie seitdem hauptsächlich bei Facebook und in Ihrem Blog.

10. Wo kann man Sie online kontaktieren?
Am einfachsten schreiben Sie mir eine Mail oder Sie kontaktieren mich bei XING.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Milewski! :-)

Wenn auch Sie meine Interviewfragen beantworten wollen, damit nicht nur Sie mich, sondern auch ich Sie ein bisschen besser kennenlerne, dann lesen Sie bitte hier weiter: http://www.schwindt-pr.com/follower-interviews/

Fotonachweis: Michael Milewski

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

4 Kommentare

  1. Ich schätze Ihren Blog und verfolge diesen schon ewig. Ich bin auch begeistert von Ihrem Schreibstil und Ihrem umfangreichen Wissen sowieso! Ich fand auch Ihre Idee mit den Interviews sehr gut – aber jetzt wird’s schön langsam fad! Ehrlich!

    1. Haben Sie mein Blog über Mail oder über RSS abonniert? Wenn sie mögen, schreiben Sie mir eine Mail, dann zeige ich Ihnen wie Sie nur die Themen abonnieren können, die Sie interessieren. Sie müssen die Interviews nicht mit abonnieren, wenn Sie das nicht interessiert. 🙂 Momentan habe ich davon noch einige in der Warteschleife, aber sobald die durch sind, wird die Reihe weniger häufig dran sein. Es soll aber jewder die Gelegenheit bekommen, sich hier vorzustellen, der das möchte. Gleiches Recht für alle.

      1. Entschuldigen Sie die späte Antwort!
        Ja, ich habe den Blog (wie die meisten Nichtexperten auch) per RSS abonniert und weiß als eifriger Leser natürlich, dass Sie diese Variante eher nicht forcieren. Natürlich geht es auch anders, aber ich will gar nicht kategorisieren, da ich mich ansonsten selbst von gewissen Themen ausschließe, die vielleicht doch interessant sein könnten. Hinzu kommt, dass ja nicht alle Blogger so professionell arbeiten wie Sie.
        Im Reader muss ich ja auch nicht alles lesen und trenne relativ schnell Spreu vom Weizen. Ich war eher nicht gewohnt, dass Sie an einem Thema so lange festhängen, da ich nach wie vor der Meinung bin, dass sich das irgendwann tot läuft!
        Ich bleibe allerdings weiterhin dran …!

        1. Danke für das Feedback und dass Sie dran bleiben! Wenn Sie RSS nutzen, sind Sie schon fortgeschrittener als viele andere. Aber auch da wäre es möglich nach Kategorie zu abonnieren.

          Eines der Vorbilder für meine Reihe der Follower-Interviews ist die Interview-Reihe auf wasmitbuechern.de, die schon seit Jahren erfolgreich läuft. Das Interessante dabei sind die verschiedenen Menschen und ihr unterschiedlicher Hintergrund.

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