In Sachen Mord und Totschlag ermitteln – Follower-Interview #sprfi (13): Petra Weber

Es gibt Leser, mit denen ich seit Jahren immer wieder Gespräche über Facebookprobleme und andere technische Fragen  führe. Darüber hinaus weiß ich aber fast nichts über sie. Eine dieser Leserinnen beantwortet heute die zehn Fragen meines Follower-Interviews, mit denen jeder, der mir folgt, hier etwas über sich und darüber, was er/sie mit Social Media macht erzählen kann und wie er/sie dabei auf mich gestoßen ist. Heute ausnahmsweise ohne Foto, dafür mit umso spannenderen Inhalten, die wie immer mit dem Hashtag #sprfi weitergesagt werden können:

1. Wer sind Sie und welche Social-Media-Kanäle nutzen Sie?
Mein Name ist Petra Weber, ich bin „Kiosk“-Betreiberin, also Chefermittlerin der Website krimikiosk.de. Unser „Baby“ ist seit 2008 ein Audio-Podcast mit kostenlosen Krimi-Mehrteilern, bzw. -Kurzgeschichten und -Reportagen. Inzwischen gibt es im KrimiKiosk ein Team, das mit mir gemeinsam allem (Hörbuch, Buch, Film, Kalender, Spiele, eBook, TV) nachspürt, was mit fiktivem „Mord & Totschlag“ zu tun hat.

Als Kanäle im Bereich Social Media haben sich für den KrimiKiosk Facebook & Twitter bewährt.
Es gibt auch einen G+ Account, allerdings kommt der nur sehr schwer in Schwung.

Außerdem nutze ich gerne Pinterest. Wenn auch mit einem flauen Gefühl wegen der Urheberrechtslage bei Fremdfotos.

2. Worüber kommunizieren Sie mit wem im Social Web?
Wie in einem richtigen Kiosk findet die Kommunikation mit jedem über alles zum Thema „Krimi“ statt. Zunächst diente Facebook als Möglichkeit, um mit Podcast-Hörern in Kontakt zu treten, sich über Hör-Wünsche, Krimi-Tipps und technische Probleme auszutauschen.

Inzwischen kommunizieren wir in den sozialen Netzwerken auch mit Verlagen, Spiele- und Kalender-Anbietern und Hörbuch-Sprechern / Hörspielmachern um Neuigkeiten aufzuspüren. Und aus der anderen Richtung suchen Leser, Hörer, Autoren & Verlage über Facebook & Co. Kontakt mit uns. So bekommen wir oft gute Tipps und können selbst Informationen teilen, die nicht über den Mainstream verbreitet werden.

Im Laufe der Zeit hat die Kommunikation eine menschliche Komponente hinzugewonnen. Da mir einige Hörer nun schon seit Jahren folgen, konnte ich bei manchen auch einen Einblick in ihr Privatleben bekommen. So habe ich Geburten von Kindern & Enkelkindern, Todesfälle, Umzüge und Scheidungen miterlebt. Inzwischen sind aus Hörern Follower, vereinzelt sogar freundschaftliche Teammitglieder geworden. Rückblickend kann ich sagen, dass mich Facebook auch menschlich bereichert hat, und das gebe ich wirklich nicht gerne zu. 😉

3. Bloggen Sie auch und wenn ja worüber?
Ich nutze für den KrimiKiosk ein einfaches Blogsystem von Google, um Krimi-News täglich neu zu kommunizieren. Das Blogsystem ermöglicht es, zusätzlich zu den Podcastsendungen, auch Buch-/Hörbuch-/eBook-Rezensionen, Veranstaltungen und Kreativ-Krimi-Ideen zu veröffentlichen und hin- und wieder kontroverse, durchaus auch provozierende Beiträge zum Thema Krimi/Literatur zu schreiben, wobei ich mich dort um höfliche Distanz bemühe und (anders als die meisten Literatur-Blogger/innen) mich standhaft dem Du verweigere. Das ist etwas, das mir auf Facebook und Twitter (im Gegensatz zu Frau Schwindt) nicht „geglückt“ ist. 😉

4. Nutzen Sie das Social Web auch mobil und wenn ja wie?
Ja, ich nutze ein Android Handy für die Administration der Facebookseiten + Twitter. Allerdings finde ich gerade Facebook extrem beschwerlich in der mobilen Nutzung.
Inzwischen versuche ich jedoch gezielt, zumindest die mobile Nutzung einzuschränken bzw. aufzugeben, zugunsten eines entspannteren Privatlebens.

5. Pflegen Sie bewusst Ihre Online-Reputation und wenn ja wie?
Eine interessante Frage, über die ich gerade erstmals nachdenke. Lt. Wikipedia bezeichnet Reputation „…den Ruf eines Menschen. Eine hohe Reputation wird gleichgesetzt mit einem guten Ruf bzw. mit einem hohen Ansehen.“

So gesehen ist die Antwort NEIN. Ich habe immer meine Meinung vertreten unabhängig von dem, was mir „einen guten Ruf“ beschert hätte. Und war dabei nie sehr diplomatisch, was meinem „Ruf“ wahrscheinlich mehr geschadet als genutzt hat. Auf „hohes Ansehen“ bin ich nicht aus. Mir ist es nur wichtig, meinen eigenen Ansprüchen von Qualität und Moral/Ethik zu entsprechen. Bei meinen Online-Aktivitäten lege ich es nicht darauf an, mich bestimmten Kreisen anzubieten, weil ich das Glück habe, mir den großen Luxus der Unabhängigkeit leisten zu können.

Allerdings war es mir immer wichtig, glaubwürdig und vertrauenswürdig zu sein, aber da habe ich nie etwas „gepflegt“. Entweder ist man das, dann kommt man auch im Internet so rüber, oder man ist es nicht.

6. Auf welche Probleme stoßen Sie immer wieder beim Benutzen von Social Media?
Leider auf viele.

Zu allererst auf technische Probleme. Schon 1000 Mal habe ich Mark Zuckerberg verflucht, weil wieder etwas nicht funktionierte oder neue Funktionen studiert werden mussten.

Dann auf psychologische Probleme. Ab einer bestimmten Zahl von Fans/Followern geht die „Gemütlichkeit“ verloren. Als wir die 4.000er Grenze bei Facebook überschritten hatten, wurde das mehr und mehr deutlich. Man verliert Einzelne aus den Augen, Trolle und Spammer nehmen zu. Der Umgangston ist seit den Anfängen auf Facebook deutlich rauer und undistanzierter geworden. Pöbeleien und unerwartet auftretende Konflikte bei völlig harmlosen Themen mehren sich.

Ganz große Probleme machen auch die rechtlichen Aspekte, allen voran urheberrechtlichen. Welches Foto, welcher Text darf wie übernommen werden? Wen darf man zitieren und bei wem möchten die Erben danach ein paar Tausend Euro dafür?

7. Gibt es Blogs, Seiten oder Apps, die Sie anderen gern empfehlen würden?
Ich nutze wenige Apps. Mir liegt das Kreative näher als das Technische.

8. Was glauben Sie, wie sich der Kommunikationswandel, den wir gerade erleben, weiter entwickeln wird?
Ich glaube, dass Facebook mit seinen aggressiven Anzeigeneinforderungen nebst massiven Anzeigen-Platzierungen, seiner erschreckenden Einstellung zur Datenweitergabe und -Verarbeitung u.v.m. sich selbst den Wohlfühl- und Spaßfaktor für seine privaten Nutzer genommen und damit seine beste Zeit beendet hat.

Es wird neue und andere Formen geben, die wir uns jetzt genauso wenig vorstellen können, wie wir uns noch vor einigen Jahren  vorstellen konnten, dass es ein „Facebook“ in dieser Form geben würde.

Ob wir in ein paar Jahren noch mitmachen bzw. mithalten können oder wollen? Ob die Verweigerer zunehmen? Ob bis dahin mehr Menschen bedenklich finden, dass Geheimdienste und Werbestrategen alles mitlesen und auswerten? Wer weiß.

9. Wie sind Sie auf mich aufmerksam geworden, weshalb und auf welchen Kanälen folgen Sie schwindt-pr?
Ich hatte mal ein kniffliges technisches Facebook-Problem und postete es auf meinem privaten Facebook-Profil. Jemand empfahl mir in einem Kommentar, bei schwindt-pr zu suchen, dort wurde das Problem gerade besprochen.

Das muss jetzt etwa 3 Jahre her sein, seitdem folge ich schwindt-pr auf Facebook und auch auf G+. Allerdings richtig im Blick habe ich täglich nur die Facebook-Posts in meiner Liste. Ich kann mich mit G+ nicht anfreunden und auf Twitter geht mir zu viel „durch die Lappen“.

10. Wo kann man Sie online kontaktieren?
Über www.krimikiosk.de
redaktion@krimikiosk.de

Facebook:
www.facebook.com/KrimiKiosk.Fanpage
www.facebook.com/KrimikioskHoerbuecher
www.facebook.com/Krimikiosk.eBook

Twitter:
twitter.com/KrimiKiosk

Vielen Dank für Ihre Antworten, Frau Weber! :-)

Wenn auch Sie meine Interviewfragen beantworten wollen, damit nicht nur Sie mich, sondern auch ich Sie ein bisschen besser kennenlerne, dann lesen Sie bitte hier weiter: http://www.schwindt-pr.com/follower-interviews/

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

2 Kommentare

  1. Liebe Frau Schwindt,
    vielen Dank für diese Aktion, die mir bei der Beantwortung der Fragen auch persönlich noch einmal ein paar Punkte deutlich vor Augen geführt hat.

    Weiterhin viel Erfolg damit!
    Petra Weber

  2. Liebe Petra Weber,

    KrimiKiosk eine wunderbare Idee und eine tolle Wortschöpfung. Gefällt mir ziemlich gut 🙂 – Ihre Facebook Progrose unterstreiche ich auch: wenn der Spaßfaktor sinkt und die Respektlosigkeit steigt werden viele aussteigen.
    Und danach kommt etwas wunderbares Neues.

    Viele Grüße,

    Ulrike Zecher
    P.S. Ich habe übrigends in einem nächtlichen Schreibspektakel gemeinsam mit anderen einen kurzen Krimi geschrieben, das war ein Gaudi 🙂

Kommentare sind geschlossen.