„Der Kommunikationswandel verändert unser Leben massiv“ – Follower-Interview #sprfi (12): Michael Pluschke

Da hat Frage 8 aus meinem Follower-Interview wohl einen Nerv getroffen? Kein Wunder, ist der Leser, der heute meine zehn Fragen beantwortet, doch gelernter Redakteur. Über diese Fragen kann jeder hier im Blog erzählen, wer er/sie ist, was er/sie mit Social Media macht und wie er/sie dabei auf mich gestoßen ist. Der Hashtag zum Weitersagen der Serie lautet #sprfi.

michael_pluschke1. Wer sind Sie und welche Social-Media-Kanäle nutzen Sie?
Michael Pluschke (52), gelernter Tageszeitungsredakteur, Pressesprecher Stadt Willich.
Wir arbeiten für die Stadt schwerpunktmäßig via Facebook, sind aber auch auf anderen Kanälen unterwegs – allerdings eher en passant (Twitter, Google+…).

2. Worüber kommunizieren Sie mit wem im Social Web?
Über alles, was unsere Bürger in Blick auf die Stadt aus unserer interessieren könnte. Von der angedrohten Radarfalle über Sitzungsankündigungen bis hin zu menschelnden Geschichten oder auch Bildern – was immer ansteht.

3. Bloggen Sie auch und wenn ja worüber?
Fehlanzeige. Auch eine Frage der Kapazität.

4. Nutzen Sie das Social Web auch mobil und wenn ja wie?
Yep. Via Smartphone und Ipad.

5. Pflegen Sie bewusst Ihre Online-Reputation und wenn ja wie?
Definitionsfrage. Das pflegt man mehr oder minder automatisch via schnellen Antworten und vernünftigen Informationen: Seriosität und Verlässlichkeit. Wenn es dann auch ab und an noch unterhalten zugeht – ist das auch nicht wirklich schlimm.

6. Auf welche Probleme stoßen Sie immer wieder beim Benutzen von Social Media?
Neben kleineren technischen Hängern hauptsächlich – ehrlich – einige (wenige) User, die zum einen ihre persönlichen Befindlichkeiten massiv überbewerten und alles, aber auch wirklich alles niedermachen. Das stimmt ab und an nur bedingt fröhlich.

7. Gibt es Blogs, Seiten oder Apps, die Sie anderen gern empfehlen würden?
Ohne Ranwanzerei: Den Ihren. Hilfreich, meist interessant und nachvollziehbar.

8. Was glauben Sie, wie sich der Kommunikationswandel, den wir gerade erleben, weiter entwickeln wird?
Oh Gott: Haben Sie mal ’ne Stunde Zeit?
Um nur mal einen Teilaspekt aufzugreifen: Der Kommunikationswandel bringt eine wirklich allumfassende Veränderung, Verbreiterung unserer Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten. Und das verändert unser Leben massiv. Zum Beispiel die Geschwindigkeit von Nachrichten, aber auch ihr Handling – und damit ihre Filterung, was mich als gelernten Journalisten besonders fasziniert. Und partiell beunruhigt: Wir lesen heute Nachrichten, sehen heute Bilder von Ereignissen, bekommen Augenzeugenberichte auf unser iphone, bevor eine Nachrichtenagentur die Geschichte überhaupt mitbekommen hat. Was natürlich Folgen für unsere Gesellschaft hat, die wir noch gar nicht absehen können: Nachrichten kommen eben nicht mehr wie „früher“ nur professionell und (somit im Idealfall bestenfalls) verantwortungsbewusst gefiltert über Sender oder Zeitungsredaktionen ins Netz und somit zu uns – sondern von jedem, der ein iphone halten und drei Knöpfe drücken kann.

Das hat dann natürlich auch eine gesellschaftlich-politische Dimension: Die sogenannten medialen „Gatekeeper“ gibt es noch. Aber sie kriegen – um im Bild zu bleiben – die Tür nicht mehr zu: Information und Meinung wird mehr als je zum niederschwelligen, schlichtweg unkontrollierbaren Allgemeingut. Dass das mancher fürchtet, kann ich verstehen. Und schaue mir übrigens sehr interessiert an, wer sich da fürchtet.

Wegen der rasant fortschreitenden und erschwinglicher werden Technik und der immer schlichter zu bedienenden, mobilen Endgeräte wie iphone und Co. ist inzwischen einfach alles mobil. Der User ist das Netz. Wir sind das Netz. Heutzutage bietet jedes Handy mehr Speicherkapazität als ein Aldi-PC, der 2000 unterm Weihnachtsbaum für Freude sorgte. Schnelle Endgeräte mit brillanten HD-Kameras, unglaublich leistungsfähigen Prozessoren, kostenlose Hotspots überall: die Möglichkeiten sind und wachsen unglaublich. Und schaffen dann eben auch Nachfrage: Nachfrage nach schneller Verfügbarkeit – von Information und Ware. Wir erleben eine von vielen unbemerkte Revolution. Manche bekommen es nicht mit. Andere begreifen es nicht. Und ich weiß noch nicht, wen man mehr bedauern soll.

9. Wie sind Sie auf mich aufmerksam geworden, weshalb und auf welchen Kanälen folgen Sie schwindt-pr?
Via facebook.

10. Wo kann man Sie online kontaktieren?
https://www.facebook.com/stadtwillich
michael.pluschke@stadt-willich.de

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Pluschke! :-)

Wenn auch Sie meine Interviewfragen beantworten wollen, damit nicht nur Sie mich, sondern auch ich Sie ein bisschen besser kennenlerne, dann lesen Sie bitte hier weiter: http://www.schwindt-pr.com/follower-interviews/

Fotonachweis: Michael Pluschke

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

1 Kommentar

  1. Leider gewinnen Social Networks immer mehr an Bedeutung. Normalo Blogger die darauf keine Lust haben werden wohl oder übel langsam weg sterben. So Google will…. schade!

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