Warum landen meine Facebook-Beiträge in den Suchmaschinen?

Gerade erreichte mich wieder die Frage, wie man verhindern könne, dass man mit seinen Facebook-Beiträgen in Suchmaschinen gefunden werden kann. Diese Frage ist nicht mit einem Satz zu beantworten, weil es dabei mehrere Dinge zu berücksichtigen gilt. Mit einer Einstellung allein ist es nicht getan.

1. Auffindbarkeit des Facebook-Profils selbst

Die Einstellung zur Auffindbarkeit in Suchmaschinen unter Kontoeinstellungen > Privatsphäre > Wer kann nach mir suchen? bezieht sich lediglich auf die Auffindbarkeit Ihres Profils von außen. Also darauf, ob das Profil selbst in Suchmaschinen gelistet werden soll oder nicht.

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Ob Ihre Beiträge in den Suchmaschinen auftauchen, wird durch die o.g. Einstellung aber nicht geregelt!

2. Auffindbarkeit von Beiträgen und Kommentaren

Die Auffindbarkeit Ihrer Beiträge und Kommentare in Suchmaschinen hängt von folgenden Faktoren ab:

  • WO werden sie veröffentlicht? Handelt es sich um eine öffentliche Präsenz (z.B. eine Fanseite), die auch eine öffentliche Ansicht für nicht eingeloggte Besucher hat, dann werden Beiträge und Kommentare dort auch in Suchmaschinen gelistet. Dasselbe gilt unter Umständen für Kommentare zu öffentlichen Beiträgen in Profilen, die für Suchmaschinen freigegeben sind.
  • Was gibt es sonst noch von Ihnen in den Suchmaschinen? Führen Sie ein Blog oder sind in anderen öffentlichen Plattformen aktiv, dann werden die Facebook-Einträge nicht die einzigen sein und rangieren gegebenenfalls unter ferner liefen. Gibt es sonst nichts von Ihnen in den Suchmaschinen, dann landet alles Neue natürlich sofort auf Seite 1 der Google-Suchergebnisse.

3. Bewusster Umgang

Machen Sie sich also immer zuerst bewusst, ob der Beitrag, den Sie kommentieren und/oder der Ort an dem Sie kommentieren/posten für Suchmaschinen freigegeben ist. Öffentliche Beiträge erkennen Sie übrigens am Weltkugel-Zeichen:

weltkugel

 

Seiten und offene Gruppen sind grundsätzlich öffentlich. Beiträge in Profilen, die nicht für Suchmaschinen freigegeben sind, werden trotzdem in Suchmaschinen gelistet, wenn sie öffentlich sind. Hat ein Beitrag statt der Weltkugel das Köpfesymbol oder ein Zahnrad, dann ist er nicht öffentlich und bleibt damit innerhalb von Facebook.

UPDATE: Was aus Ihrem Facebook-Profil in Google gelistet wird, können Sie übrigens durch die Suchanfrage „site:facebook.com/username“ herausfinden. (Danke für den Tipp an meinen Leser Jonathan!) Beachten Sie dabei, ob der username in Facebook mit oder ohne Punkt geschrieben wird. Nur die korrekte Schreibweise fördert die richtigen Suchergebnisse zutage! Welchen username Ihr Profil hat, sehen Sie in der Adresszeile des Browsers, wenn Sie Ihr Profil aufrufen:

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Übrigens: Statt in Panik zu geraten und jetzt nichts mehr in Facebook zu posten oder zu kommentieren, können Sie die Erklärungen hier auch nutzen und künftig an ausgesuchten Orten bewusst kommentieren und posten, um so die Suchmaschinen absichtlich mit gezielten Einträgen zu füttern. So können sie Ihre Online-Reputation aktiv pflegen.

Dasselbe gilt übrigens auch für die Auffindbarkeit Ihrer Facebook-Aktivitäten über die soziale Suche innerhalb von Facebook (Graph Search). Sie bestimmen, was für wen sichtbar und damit auffindbar ist. Weitere Tipps dazu gibt es hier.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

6 Kommentare

  1. Beiträge können bei Facebook auch nachträglich auf „öffentlich“ gestellt werden. Und dann sind die vermeintlich „privaten“ Kommentare doch plötzlich öffentlich. Und damit auch für Suchmaschinen lesbar.

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