Die Geschichte meines Blogs (Blogparade von Alexandra Steiner)

Alexandra Steiner aus Wien wollte zuerst Gastbeiträge zum Thema „Geschichte meines Blogs“ sammeln und bei sich veröffentlichen. Als sie mich nach einem Beitrag dazu fragte, schlug ich ihr vor, das Ganze doch als Blogparade zu veranstalten, weil sie so sicher mehr Verbreitung erreichen würde. Dazu hat sie jetzt in ihrem Blog aufgerufen und ich komme diesem Aufruf gerne nach. 🙂

Am Anfang war Jon

Es gab eine Zeit, in der ich weder bloggte noch für irgendwelche Social-Media-Tipps bekannt war. Damals kannten mich die meisten als die PR-Frau von Pål H. Christiansen und meine Zielgruppe war ziemlich international. Ich bewegte mich im (alten) Myspace und in Foren, baute statische Websites (handgeschrieben – was für ein Aufwand!) für mich und andere.

Über Pål kam ich in Kontakt mit Jon Buscall und Jon fragte mich: „Wieso bloggst du eigentlich nicht?“. Gute Frage. Wieso nicht? Und wenn ja, worüber? Und wie geht das überhaupt richtig?

Jon empfahl mir daraufhin Chris Brogan und Brian Solis, Chris empfahl mir wiederum Stephanie Booth und Nicole Simon. Und Stephanie schließlich führte mich in die Technik von Blogs ein (und brachte mich auch zu Twitter).

Ich weiß noch, dass ich am Anfang völlig überfordert war von den Blogs, die ich mir anschaute. Was sollten diese ganzen Kästen da an der Seite und wo hörte ein Artikel auf und wo fing der nächste an und warum pappten die alle untereinander? Wo war die schöne, einfache Struktur von statischen Websites geblieben? RSS? Feed? Feedreader??? HILFEEE!

Aber sobald ich mein eigenes Blog führte, lernte ich nach und nach, wie das mit der Struktur der Artikel und der Widgets funktioniert. Und das ist eine Erkenntnis, zu der ich seither immer wieder komme: Wer es nicht aktiv nutzt, wird es nur schwer verstehen.

First in English

Der Vorgänger dieses Blogs wurde in englischer Sprache geschrieben, hieß „About Communication“, und startete Mitte Juli 2008 auf wordpress.com. Wie am Fehlen einer Verlinkung erkennbar, gibt es dieses Blog nicht mehr. Es existiert nur noch als XML-Backup in dem Tiefen meines Archivs.

Dort dokumentierte ich meine Reise in das, was – wie ich lernte – nun „Social Web“ hieß. Über Twitter und Myspace vergrößerte sich meine Reichweite auch in deutschsprachige Gefilde und ich wurde gebeten, meine Artikel doch bitte auch auf Deutsch zu veröffentlichen. Also eröffnete ich im April 2009 dieses Blog „In Sachen Kommunikation“. Auch auf wordpress.com, dasselbe Thema, dieselben Artikel, bloß auf Deutsch. Ganz schön viel Arbeit! PUH!

Doch lieber nur auf Deutsch?

Meine deutschen Artikel fanden allerdings deutlich mehr Zuspruch und ich merkte, ich kann das mit zwei Blogs und dem ständigen Übersetzen nicht wuppen. Schweren Herzens entschied ich mich daher, das englische Blog in die ewigen Jagdgründe zu schicken…

Im deutschen Blog war ich auf meiner Reise durchs Social Web inzwischen beim Thema Facebook angelangt und hatte eine – wie ich dachte kleine (haha!) – Serie zum Thema Facebook gestartet. Zehn Artikel sollten es werden und dann würde ich mich – so dachte ich – dem nächsten Thema, z.B. Twitter oder Bookmarking mit delicious, zuwenden…

HA! Da hatte ich die Rechnung aber ohne meine Leser gemacht. Und ohne Christian Henner-Fehr! Der riet mir nämlich während des Schreibens meiner Facebook-Serie, im Hinblick auf die stetig steigende Resonanz das Ganze nachher als pdf zusammenzufassen und zum Download anzubieten. Jou, gute Idee, dachte ich, dat machen wa mal. Kann ja nix schaden…

Und dann WUMMS!

Hätte ich damals gewusst, worauf ich mich einlasse, … 😉 Das pdf ging ab wie Lotte, wurde unzählige Male (nach mehreren zehntausend hab ich völlig erschlagen mit dem Zählen aufgehört) runtergeladen, weiterempfohlen, rezensiert – und meine Blogposts bekamen Kommentare mit Rückfragen ohne Ende. Dadurch ergaben sich immer neue Themen für weitere Artikel – alle zum Thema Facebook!

Und dann kamen die Anfrage von O’Reilly Verlag und Seite über mein Facebook-Buch bei O’Reilly und jetzt haben wir Mitte 2013 und ich schreibe immer noch über Facebook… 🙂 Ich versuche, hier und da auch mal einen Artikel zu einem anderen Thema reinzuquetschen – immerhin heißt das Blog „In Sachen Kommunikation“ und nicht „In Sachen Facebook“ – aber meistens lande ich doch wieder beim blauen Riesen. Der Bedarf der Leser ist einfach riesengroß… Trotzdem mag ich nicht nur als der Facebook-Erklärbär gesehen werden. Immerhin berate und halte ich auch Vorträge zu anderen Themen!

Von wordpress.com zu Selbstgehostet

Im April 2011 bin ich übrigens von wordpress.com zu selbstgehostetem WordPress umgezogen. Diese Variante bietet deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Für Anfänger empfehle ich aber weiterhin wordpress.com, wenn sie erst mal schauen wollen, ob das Ganze ihnen überhaupt behagt oder nicht.

mein BlogIn der selbstgehosteten Variante habe ich schon mehrfach das Design gewechselt. Derzeit verwende ich ein responsive theme von Elmastudio namens Yoko, mit dem ich ganz zufrieden bin. UPDATE August 2013: Inzwischen bin ich zu einer selbst angepassten Version von TwentyTwelve gewechselt. Das Bild links zeigt das alte Yoko-Layout.

Mein Blog bei wordpress.com zu betreiben war kostenlos bis ich mich entschied, das Ganze auf meine Domain schwindt-pr.com zu leiten.  Auf meinem selbstgehosteten Blog habe ich bislang keine Fremdwerbung zugelassen, weil mich das bei anderen Blogs immer tierisch nervt. Noch kann ich es mir leisten, das selbst zu finanzieren. Aber mein vServer kommt neuerdings öfter mal an seine Grenzen, ich bin grade dabei aufstocken zu lassen…

Denn mein Blog verzeichnet inzwischen täglich mehrere tausend Besuche. Bislang habe ich die nur mit der Jetpack-Statistik gezählt, die soll aber nicht so zuverlässig sein. Deshalb teste ich jetzt mal andere Zählmethoden, komme aber bislang auf ähnliche Ergebnisse. Hin und wieder beschert mir die große Resonanz hier dann auch eine Platzierung in einem Blogranking.

Viel mehr Rückfragen als bisher könnte ich aber ehrlich gesagt gar nicht mehr stemmen. Immerhin mache ich das hier alles allein… Nur in Sachen Technik werde ich unterstützt von Alexander Schestag, dem ich auf diesem Wege ein Extra-Dankeschön schicken möchte!

My blog is my castle

In der Hierarchie meiner Webpräsenzen steht mein Blog zusammen mit den dazugehörigen statischen Seiten von schwindt-pr.com als feste Basis meiner Kommunikation gegenüber den zahlreichen Außenposten auf Facebook, Twitter, Google+ und Co, wo meine Blogartikel von mir und anderen weitersagt werden.

Im Gegensatz zu Beiträgen auf Facebook & Co. muss sich hier aber keiner einloggen, um mitreden zu können, und kommentieren kann man zur Not auch anonym.

Last but not least: Was hier im Blog steht, ist MEINS. 🙂 Das wird regelmäßig gesichert und selbst wenn das System WordPress irgendwann mal das Zeitliche segnen sollte, habe ich immer Zugriff auf meine Inhalte. Mein Blog ist meine Burg! 😉

PS. Ich hab sogar mehrere Burgen, weil verschiedene Themen.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

15 Kommentare

  1. Ein sehr interessanter Blogpost! Ich überlege auch, meinen WordPress.com Blog selbst zu hosten. Werde ich mich in Kürze mal mit beschäftigen.
    Ich empfehle ihre Seite und ihre Bücher in meinen Facebook & Twitter-Kursen regelmäßig weiter.
    Leider fehlt mir oft die Zeit, regelmäßig zu bloggen (und manchmal fehlen auch die Ideen). Aber ich versuche dran zu bleiben 🙂

  2. Schöner Beitrag und ne tolle Geschichte.
    Hast du für die Auswertung auch schon mal Analytics probiert, oder was spricht deiner Meinung nach dagegen? Piwik ist aber auch ok.

  3. Moin liebe Frau Schwindt,
    herzlichen Dank für Ihren Blick in die Vergangenheit – eine wirklich spannende Geschichte! ich wünsche Ihnen weiterhin so viel Erfolg und Renommee. Und bedanke mich auch an diser Stelle gern nochmal für die Unterstützung, die Sie mit Ihrem Blog und Ihrer Facebook-Seite geben. Beides sind immer erste Anlaufstellen für mich, wenn ich eine Frage zu dem „blauen Riesen“ (welch schöne Formulierung) habe.
    Herzlich, Dörte Behrmann

  4. Liebe Annette,

    du und dein Buch waren mir bei meinen ersten Gehversuchen im Web2.0 sehr behilflich! Über deinen Post in der FB-Gruppe bin ich auf diese Blogparade gekommen – danke dafür, denn ich habe mich dort auch eingereiht. Spannend und beruhigend finde ich deine Bloggeschichte – das Blog darf und soll sich entwickeln. Auch bei mir nahm Christian Henner-Fehr eine wichtige Rolle ein – somit schließt sich der Kreis.

    Sonnige Grüße,
    Tanja

  5. Ich mache auch gerade an dieser Blogparade mit und lese mal die anderen Beiträge zum Thema quer. Seit 2008 zu bloggen spricht ja für jede Menge Erfahrung. Mein Blog ist erst 2 Monate alt. Ich bin mal gespannt, wie lange mir es Spass macht. Auf jeden Fall lerne ich viel dabei.

  6. So viele Blogger, so viele Geschichten – diese Blogparade ist hochinteressant. Wir haben auch mit dem Gedanken gespielt, auf Englisch zu bloggen; diesen jedoch ziemlich schnell wieder verworfen. Etliche Formulierungen bekommen wir im Deutschen dann doch griffiger hin (und vor Allem schneller), und dann ist da noch die Konkurrenz. Im amerikanischen Sprachraum sucht sich jeder verzweifelt irgendeine abgelegene Nische, um vielleicht doch noch ein paar Leser zu finden; im deutschen Raum ist das wenigstens im Bereich der bloggenden Eltern viel übersichtlicher.

  7. Hi,
    ja, das Blogging muss erst erlernt werden, was einige Zeit in Anspruch nimmt, aber nach einer Zeit wird es einfach und man sich beim Blogging regelrecht austoben. Man kann danach sogar süchtig werden und bloggt dann tagtäglich mehrere Artikel :-). Alles kann passieren. Was mir beim Blogging gefällt, ist es, dass man sich ohne Probleme mitteilen kann und der Aussenwelt etwas preisgeben kann. Das können verschiedene Dinge sowie Informationen sein.

    Es freut mich hier zu lesen, dass du auf erfolgreiche Zeiten als Bloggerin zurückblicken kannst und eher zufrieden bist. Das hilft einem Blogger, weiterzumachen und sich zu entwickeln. Ich habe dein Blog nun abonniert und werde hin und wieder deine Artikel lesen kommen.

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