Wie Autoren Facebook sinnvoll nutzen können

Wer möchte, dass seine Inhalte im Web effektiv weitergesagt werden, kommt an Facebook nicht vorbei. Der blaue Riese macht über 50 Prozent des Onlinesharings aus und wird allein in Deutschland von über 25 Millionen Menschen als tägliche Dialogplattform genutzt.

Bei Facebook – wie im gesamten Social Web – geht es um Menschen und Gespräche! Dieses Weitersagen von Mensch zu Mensch ist wesentlich effektiver und nachhaltiger als althergebrachte einseitige Werbemaßnahmen. Wenn Sie Autor sind, sollten Sie dies unbedingt nutzen!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie das umsetzen können:

1) Persönliches Profil + Abonnierfunktion

Ein persönliches Profil war ursprünglich als rein private Präsenz in Facebook gedacht. Innerhalb des Profils lassen sich die einzelnen Bereiche und Beiträge über Privatsphäre-Einstellungen nur für bestimmte Personen zugänglich machen. Vernetzen konnte man sich mit Profilen zunächst nur beidseitig als sog. „Freund“. Davon kann ein Profil maximal 5000 haben.

Inzwischen hat Facebook die Option eingeführt, ein Profil auch für Nichtfreunde in eine Richtung abonnierbar zu machen. Diese Funktion bezieht sich ausschließlich auf Beiträge, die Sie öffentlich posten. So können Sie mit Ihrem Profil auch Ihre Fans bedienen, ohne ihnen Zugang zu den privateren Bereichen Ihres Profils geben zu müssen. Für die Anzahl von Abonnenten gibt es keine Begrenzung.

Sie können ein Profil natürlich auch komplett öffentlich nutzen (wie z.B. einen Twitteraccount).

2) Persönliches Profil + Fanseite

Wer seine persönliche Nutzung und die geschäftliche Nutzung als Autor deutlicher trennen will, kann statt sein Profil abonnierbar zu machen, auch eine Fanseite erstellen. (Das Profil ist dabei von der Seite aus nur ersichtlich, wenn Sie es dezidiert so einstellen!) Seiten haben keine Freunde, sondern Fans. Diese Vernetzung ist einseitig. Seiten und ihre Inhalte sind öffentlich.

Sie können verschiedene Arten von Seiten erstellen:

Wichtig ist dabei, dass kontinuierlicher Gesprächsstoff gegeben ist. Denn nur Seiten, auf denen regelmäßig interagiert wird, verbreiten sich nachhaltig.

Sowohl für Profile als auch für Seiten bietet das Chronik-Layout von Facebook die Gelegenheit, nicht nur aktuelle Beiträge zu veröffentlichen, sondern diese auch zurück zu datieren. Damit können Sie wichtige Ereignisse Ihres Weges rückwirkend darstellen. Auf Seiten geht das auch über sog. Meilensteine, die dann im Infobereich als Liste dargestellt werden.

3.) Persönliches Profil + Abonnierfunktion + Fanseite

Diese Kombination macht nur Sinn, wenn Sie dementsprechend abgrenzbare Inhalte anzubieten haben. Bei mir z.B. repräsentiert das Profil mich als Mensch, die Fanseite steht für meine Arbeit und die Abonnierenfunktion des Profils bedient die Fans, die sich über meine Arbeit hinaus mit mir vernetzen wollen, die meine ohnehin öffentlichen persönlichen Updates (z.B. Instagram-Fotos) zu sehen bekommen, die meine wirklich privaten Updates aber nichts angehen.

Abschlussbemerkungen

Facebook ist wie gesagt ein Dialogmedium, bei dem es um Kommunikation zwischen Menschen geht. Treten Sie deshalb niemals werbend auf, sondern betrachten Sie das Ganze als Marktplatz für Gespräche auf Augenhöhe. Dies bedarf wie jede andere echte Kommunikation der regelmäßigen Pflege.

Außerdem ist es wichtig, Ihre Facebookpräsenz(en) für Ihre Leser leicht auffindbar zu machen, indem Sie sie sinnvoll nach innen und außen vernetzen. Ebenso sollten externe Inhalte (z.B. auf Ihrer regulären Website) für das Weitersagen auf Facebook optimiert werden. Dies lässt sich trotz aller Diskussionen auch so regeln, dass es nicht mit den deutschen Datenschützern kollidiert. 😉

Für die „richtige“ Kommunikation gibt es dabei kein Patentrezept und jedem, der Ihnen das weiszumachen versucht, sollten Sie misstrauen. Welches der richtige Weg für Sie ist, müssen Sie ausprobieren und dabei Ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Daran führt kein Weg vorbei. Anfänger sollten sich dabei unbedingt kompetente Unterstützung holen, denn das Facebook-Universum ist sehr komplex und entwickelt sich rasant weiter.

Weiterführende Links:

Dieser Artikel erschien zum ersten Mal im Juni 2012 auf xinxii.com
und wurde jetzt für mein Blog aktualisiert.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

12 Kommentare

  1. Hallo,

    besten Dank fuer diese wertvollen Tipps, wie man FB richtig nutzen kann, ich habe hier auch das Konto, und auch bei anderen Netzwerken (Xing, Linkeind etc.) – die alle geben riesige Moeglichkeit viele Leute mit eigenen Texten, Ideen anzusprechen. Richtig toll!
    Gruss!

  2. Zum Thema Facebook und Autoren hätte ich da auch noch eine Frage: Angenommen ich bin als Bloggerin in Segement A relativ erfolgreich, schreibe aber lieber in Segment C, das nicht wirklich etwas mit Segment A zu tun hat, Bücher: Ist es sinnvoll meine große Community dazu zu nutzen, um meine Bücher aus Segment C zu bewerben oder würde das das Ziel verfehlen?

    Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

    1. Interessante Frage. 🙂 Das lässt sich so pauschal natürlich schwer beantworten. Die Frage sollte zunächst immer lauten: Ist es für Ihre Leser relevant, oder würde es sie verscheuchen?

      1. Wahrscheinlich eher Letzteres. Dennoch ist es natürlich Teil meines „Schaffens“. Sinnvoll wäre es aber trotzdem eher, sich eine eigenständige Community aufzubauen, auch wenn das der steinigere Weg ist. 😉

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