Zum Thema Interaktion

Wenn ich in meinen Beratungen anspreche, dass es für Präsenzen im Social Web wichtig ist, Interaktion anzuregen und zu bieten, ernte ich oft Fragezeichen. Erst kommt sie mit dem Mehrwert und jetzt auch noch das? 😉

Interaktion = Aktion UND Reaktion

Interaktion ist, wenn zwei (oder mehr) etwas miteinander machen. Angewandt aufs Social Web heißt das: nicht nur Meldungen rauspusten, sondern auch Gespräche führen. Und das beinhaltet nicht nur Aktion, sondern auch Reaktion! Zur Verfügung stehen dafür…

  • Veröffentlichen von Beiträgen
  • Kommentieren
  • Zustimmung bekunden („Gefällt mir“, +1, Favorisieren)
  • Weitersagen (Teilen) von Beiträgen
  • Verlinken (@mention, +Name)

Aktion

Oft werde ich von Menschen um Hilfe gebeten, die zum Beispiel eine Facebookseite haben, diese lediglich automatisiert mit ihren Blogartikeln befüllen, sonst nichts damit machen und sich dann wundern, warum keiner „Gefällt mir“ klickt und die Seite nicht von Fans überschwemmt wird.

Unregelmäßiges Posten oder reiner Artikelimport sind keine ausreichenden Aktionen, denn dabei wird folgendes vergessen: a) die oben erwähnte Sache mit dem Mehrwert und b) die Tatsache, dass sich nur verbreiten kann, was gesehen wird. Gesehen werden Seitenbeiträge vor allem in den Neuigkeiten auf der Startseite, wobei es für Seiten schwer ist, in den allgemeinen Nachrichtenstrom zu gelangen. Verbreitung funktioniert nur über aktive Fans, Fans kommen nur wenn die Seite es auch lohnt, womit wir wieder bei a) wären…

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Seite

  • mehr beinhaltet als das, was man schon anderswo von Ihnen bekommen kann:
    • Ansprache! Stellen Sie Fragen (allgemein und zu den Beiträgen)
    • Posten Sie mehr als nur ihre eigenen Blogartikel
    • Nehmen Sie (möglichst positiven) Bezug auf andere
  • leicht auffindbar ist (Zauberwort: Vernetzung!)

Reaktion

Wenn jemand bekannt ist und seine Beiträge so nicht schon woanders zu sehen sind, dann kann eine Seite zunächst trotzdem eine gewisse Fanzahl erreichen. Wenn der Seitenbetreiber dann aber nicht auf die Resonanz der Fans reagiert, macht er sich sein eigenes Weitersagepotential zunichte.

Zeigen Sie den Fans, dass Sie

  • deren Reaktionen auf Ihre Postings im Blick haben:
    • Danken Sie bei besonders vielen Likes, Kommentaren oder häufigem Weitersagen
    • Antworten Sie mit Namensnennung (@mention, +Name)
    • Schalten Sie sich in Diskussionen der Fans ein
  • deren eigene Beiträge wahrgenommen haben (es muss nicht immer ein antwortender Kommentar sein, es reicht auch mal ein „Gefällt mir“)

Noch mehr?

Das alles geht nicht ohne Ihre Initiative und regelmäßige Anwesenheit. Und vor allem nicht ohne die richtigen Inhalte. Also überlegen Sie sich zuerst, was Ihre Fans/Leser/Kunden wohl auf Ihrer Präsenz suchen. Und wenn Sie sich nicht sicher sind, dann fragen Sie doch direkt danach. Beobachten Sie Ihre Statistiken: welche Art Postings ist am beliebtesten, zu welchen Zeiten bekommen Sie die meisten Reaktionen etc.

Konzentrieren Sie sich nicht auf sich allein, sondern netzwerken Sie mit befreundeten Seiten. Bieten Sie eine – über Ihr persönliches Profil erstelltethematische Interessenliste (mit Ihrer und verwandten Seiten drin) zum Abo an und nehmen Sie so den Fans Arbeit ab.

Darüber hinaus können Sie in Facebook mit Hilfe von eigenen Apps auch Interaktion anregen. Das muss nicht immer ein Gewinnspiel sein. Bieten Sie zum Beispiel Downloads an und die Möglichkeit, diese weiterzusagen.

Sie sehen: die Möglichkeiten zur Interaktion sind vielfältig und sollten nicht vernachlässigt werden, wenn Sie möchten, dass Ihre Präsenz erfolgreich wird.

PS. Auch dieses Blogpost ist eine Reaktion auf einen Dialog mit meinem Leser Simon Widmer via Facebook-Nachrichten. 🙂 Vielen Dank für die Anregung, Herr Widmer!

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.