Google+ und die Kreise

Ein Argument, das ich immer wieder höre, wenn jemand die Vorzüge von Google+ beschreibt, ist das der Einführung von Kreisen (Circles).

Dabei ist das Prinzip der Kreise überhaupt nichts Neues. In Diaspora gab es das schon genauso und in Facebook heißt das Äquivalent dazu nur anders: Listen. Und die gab es ebenfalls schon vor Google+, auch wenn sie nur von einem Bruchteil der Nutzer verwendet wurden.

Was Google+ allerdings besser macht als die anderen, ist das zwingende Verwenden von Kreisen pro Vernetzung (und wenn es nur der Nur folgen-Kreis ist). Damit MUSS man seine Kontakte organisieren und das hilft bei vielen Dingen, zum Beispiel:

  • Targeting
  • generelle Privatsphäre-Einstellungen
  • Chatsichtbarkeit
  • Hangoutorganisation

Aber wenn mir dann jemand sagt, dass man in Google+die Sichtbarkeit seiner Beiträge nach Kreisen einschränken kann, dann muss ich diesen Zahn doch mal ziehen: Sie können zwar beim Posten die Sichtbarkeit einschränken…

… aber wenn Sie den Beitrag nicht gleichzeitig sperren (Erneutes Teilen deaktivieren)…

… dann kann der Beitrag jederzeit aus dieser ursprünglichen Sichtbarkeitseinschränkung hinaus weitergesagt werden. Sie werden dabei nur kurz darauf hingewiesen, dass Sie „umsichtig“ sein sollen:

Sie können also einen nicht gesperrten eingeschränkt sichtbaren Beitrag jederzeit aus seiner ursprünglichen Sichtbarkeit hinaus weitersagen. Einziges Limit: Öffentlich geht nicht. Aber bis zu Erweiterte Kreise ist alles möglich.

Den ursprünglichen Beitrag selbst über die vom Absender getroffene Einschränkung hinaus sichtbar zu machen, ist ebenfalls möglich. Dazu brauchen Sie nur Personen oder Seiten in Kommentaren mit +Name zu verlinken. Damit werden die Verlinkten über den Beitrag benachrichtigt und können mitdiksutieren. Egal, ob der Beitrag ursprünglich für sie sichtbar war oder nicht. Und das bleibt uach bestehen, wenn die Verlinkung oder der Kommentar wieder gelöscht wird.

Einzige Möglichkeit, das zu umgehen, wäre das Sperren von Kommentaren:

Dann kann aber auch keiner von denen, für die der Beitrag sichtbar sein soll, etwas dazu sagen.

Um also zu erreichen, dass ein Beitrag auf jeden Fall innerhalb der ursprünglich getroffenen Sichtbarkeit bleibt, müsste man jegliche Interaktion bis auf das Plussen unterbinden. Und das wäre ja wohl kontraproduktiv…

Ich poste daher in Google+ vorwiegend öffentlich und nutze die Plattform so wie sie gedacht ist: als Futter für die Suchmaschine Google. Wenn ich an einen bestimten Kreis poste, dann geht es mir dabei um das Targeting (wen interessiert der Beitrag?), nicht um die Sichtbarkeit.

Möchte ich Beiträge nur innerhalb bestimmter Einschränkungen verbreiten, nutze ich persönlich dafür lieber Facebook. Denn dort bleibt ein Beitrag, der nur für Liste A sichtbar gemacht wurde, auch genau da (in manchen Fällen muss man noch die Freunde von Freunden ein- oder ausschließen, z.B. beim Fototagging). Mit der Einführung der Smartlists und Interessenlisten hat Facebook inzwischen auch seinen Nutzern die Listen nähergebracht. Nur ist dort die Nutzung nicht verpflichtend.

Zusammenfassung

Mit Mythen aufräumen:

  • Google+ hat die Kreise nicht erfunden
  • Sichtbarkeit für Kreis/e verhindert nicht das Weitersagen über diese Einschränkung hinaus

Vorteile von Google+:

  • Vernetzungen müssen in Kreise organisiert werden (hilft bei generellen Privatsphäre-Einstellungen, Chatsichtbarkeit, Hangoutorganisation…)
  • mit Kreisen kann ich bestimmte Personengruppen ansprechen (targeting)
  • gezieltes Befüttern der Suchmaschine Google

Mehr dazu:

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

10 Kommentare

  1. Hallo,
    ich trage mich gerade mit dem Gedanken, mir ihr Google+ Buch zuzulegen. Meine Frage dazu: Ist es noch in allen Teilen aktuell? Die Oberfläche von Google dürfte sich mittlerweile geändert haben, aber sind die Funktionen noch dieselben?
    Und sollte es nicht mehr ganz aktuell sein: Gibt es bald eine Neuauflage?
    Vielen Dank im Voraus!

    1. Das Buch stammt von 2012 und jetzt haben wir 2014. Die Grundfunktionen sind dieselben, manche Menüführungen sind jetzt anders und es sind weitere Funktionen dazugekommen. Über eine Neuauflage muss ich erst mal mit dem Verlag sprechen. Inzwischen können Sie gern auch hier Fragen stellen.

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