Facebook: Absender ist schon inklusive

unterschreiben

Eine Sache, über die ich immer wieder stolpere, ist das Unterschreiben von Postings und Kommentaren bei Facebook (woanders habe ich das interessanterweise noch nicht beobachtet).

Von Personen: doppelt gemoppelt

Das sieht dann von Personen etwa so aus:

oder als Kommentar:

Beiträge zu unterschreiben, ist jedoch völlig unnötig, da der Absender des Beitrags ja schon genau diesen Zweck erfüllt:

  • er zeigt, WER da was geschrieben hat und
  • WO man denjenigen finden kann (Absendername ist bereits verlinkt)

Von Seiten: Gar nicht erst posten?

Von  Seiten wiederum ist mir das Unterschreibephänomen in folgender Form begegnet:

Auch hier gilt zum einen, was oben über das Unterschreiben von Personen gesagt wurde: der Absender ist bereits klar, auch ohne Unterschreiben.

Viel wichtiger aber: Von Seiten ist das Hinterlassen eines Beitrags an sich schon kritisch, da er ungefragte Werbung und damit Spamming darstellen kann – weswegen  solche Beiträge bei Facebook auch gern in den Spamfilter unter „verborgene Beiträge“ rutschen. (Mehr zu den rechtlichen Aspekten gibt es bei spreerecht.de) Das Ganze dann auch noch mit einem Textlink zur eigenen Seite im Beitrag zu versehen, ist dann schon richtig aufdringlich. Egal, wie der Beitragsinhalt aussieht.

Also lieber bleiben lassen, egal ob mit oder ohne zusätzlichen Link – (zur Präzisierung:) wenn man nicht angesprochen wurde oder ein Bezug besteht.

Wenn Sie als Seite von einer anderen Seite angesprochen werden, ist es meinem Empfinden nach okay, auch als Seite per Kommentar zu eben diesem Beitrag zu antworten. Wenn Sie auf eine andere Seite empfehlend verweisen möchten, können Sie das auch per @mention-Verlinkung tun. Aber dass man nicht ungefragt Beiträge auf Seiten von anderen hinterlassen sollte, sollte einem schon rein vom gesunden Menschenverstand her klar sein, finde ich.

Ausnahme: In Privatnachrichten

Dass man in Privatnachrichten – wenigstens mit dem Vornamen – unterschreibt, kann ich verstehen und das mache ich auch. Denn die erinnern ja noch eher an eine Mail oder ein Briefchen. Auch wenn da der Absender ebenfalls bereits klar ist. Entspinnt sich jedoch ein Gespräch per Privatnachricht, unterschreibe ich nicht mehr, da dies – gerade bei Facebook – dann ja eher wie ein Chat anmutet.

Was anderes: Kürzel bei mehreren Seitenadmins

Etwas ganz anderes ist es, wenn eine Fanseite von mehreren Admins betreut wird und die sich in ihren Beiträgen als Seite (und auf der eigenen Seite!) durch verschiedene Kürzel kenntlich machen. Dann sollten solche Kürzel natürlich immer verwendet werden:

Danke @gitarra für die Rückfrage!

Wie halten Sie es mit dem Unterschreiben? Und haben Sie solche Beiträge wie oben gezeigt schon mal gesehen? Wie denken Sie darüber?

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

3 Kommentare

  1. Hallo,
    ich finde alle Argumente berechtigt.

    Dennoch finde ich es freundlich und gehört zur „nettiquette“ seinen Namen zu posten.

    Vg K.M.

  2. Hallo Annette,
    wenn du argumentierst, dass der Absender ja bereits genannt ist, eine Unterschrift oder Grußformel somit obsolet ist, so gilt dies auch für ganz normale Briefe. Denn auch dort steht meistens im Briefkopf bereits der Absender. Ich denke, dass Grußformeln auch bei FB oder in Internet-Foren durchaus noch ihre Berechtigung haben, sind sie doch ein Indiz für gepflegte Umgangsformen. Bei sehr kurzen Nachrichten oder Mitteilungen halte ich Grußformeln allerdings auch für zuviel des Guten. Dazu gehören auch deine beiden Beispiele weiter oben.
    Liebe Grüße!

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