Warum ich nicht gern Expertin genannt werde

Seit ich angefangen habe, mich näher mit Facebook zu beschäftigen, werde ich immer wieder als Expertin bezeichnet. (Ja, auch mein Verlag wirbt damit.) Manche vergeben gar Titel wie Facebook-Päpstin und ähnliches. Einerseits freut mich diese Begeisterung natürlich, andererseits ist mir das auch ein bisschen unangenehm… Denn da wird eine Erwartung an mich herangetragen, die ich schicht nicht erfüllen KANN. Keiner kann das. Und wenn Ihnen ein Berater erzählt, er wüsste alles und würde sich in allen Bereichen auskennen, dann sollten Sie misstrauisch werden.

Der Bereich der Online-Kommunikation ist so vielfältig und ändert sich täglich, dass es schlicht unmöglich ist, das als ein einzelner Mensch alles zu überblicken. Und auch einen so komplexen Dienst wie Facebook kann keiner allein überblicken.

Was ich hier zu tun versuche, ist, meine Erfahrungen zu dokumentieren, Fragen von und zusammen mit meinen Lesern auf den Grund zu gehen und denen, die eine Beratung von mir möchten, mit meinen Kenntnissen zur Seite zu stehen. Bei all dem lerne ich selbst immer weiter.

Durch diese Arbeit hat sich außerdem ein Netzwerk mit Kollegen herausgebildet, in dem man sich gegenseitig um Rat fragt, hilft und auch weiterempfiehlt. Wer noch im Konkurrenzdenken gefangen ist, dem mag das spanisch vorkommen. Wer aber in meinem Bereich tätig ist, kommt gar nicht darum herum, sich so ein Netzwerk aufzubauen. Denn wie gesagt: das kann einer allein unmöglich abdecken!

Der größte Teil meiner Blogposts wird von Fragen inspiriert, die von Lesern an mich herangetragen werden. Die Antworten entwickeln sich ebenfalls oft im Gespräch mit den Lesern. Ob hier im Blog, auf der Fanseite oder in Mails. Ohne das hätte ich niemals genug Stoff für all die Blogposts und dann wäre auch das Buch nie entstanden.

Dieser Dialog ist es, der mich motiviert weiterzumachen, auch wenn ich hier immer wieder an meine Grenzen stoße. Wenn es nur um mich ginge, hätte ich längst die Segel gestreckt. Deshalb:

DANKE für Ihre Unterstützung!

Wenn Sie mich also Expertin nennen möchten, kann ich das nicht verhindern. 😉
Gestatten Sie mir aber, dass ich persönlich diesem Titel weiterhin mit Skepsis gegenüberstehe.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

10 Kommentare

  1. Kein Mensch kann alles wissen. Darum Lerninhalte online stellen. Diese kann man von überall ansteuern. Bloginhalte schaffen auch immer wieder Diskussionsgrundlagen… In Schulen sollte man damit anfangen Weblogs einzurichten…
    schöne Grüße aus dem Emsland

  2. Hallo Frau Schwindt

    Ob Expertin oder Päpstin … für mich waren Sie schon des öfteren eine große Hilfe. Vielen Dank dafür.

    Gruß aus Münster
    Ingo Siemon

  3. Ich freue mich immer solch einen artikel zu lesen.
    Ihre offene und ehrliche Art damit umzugehen ist sehr selten und angenehm!
    HG und eine schoene Advent Zeit
    AK

  4. Liebe Annette Schwindt,
    es stimmt: Niemand kann alles wissen. Aber dennoch sind Sie für mich in Sachen Facebook eine Vorreiterin. Schon durch Ihr Buch haben Sie mir sehr geholfen, Facebook in vielen Facetten zu entdecken. Und auch danach haben Sie mir durch Ihre Blogposts und viele Kommentare immer sehr weitergeholfen. Gerade deshalb haben Sie für mich schon einen Expertenstatus. Entscheidend ist einfach, dass Sie vieles kennen, Neues schnell ausprobieren und einfach die richtigen Leute kennen, um sich über Fragen auszutauschen. Ich freue mich schon, mehr von Ihnen zu lesen und hoffe, dass wir auch im kommenden Jahr einmal persönlich das Vergnügen haben werden.
    Herzliche Grüße aus Berlin
    Martina Schäfer

  5. So ehrlich es zu lesen ist, so schwierig wird nun das Verhältnis. Bist nun Expertin oder nicht? Wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe, dann würde ich ungern erfahren wollen, dass der Kfz-Meister noch lernen muss, wie er meine Bremsen repariert. Bitte jetzt nicht falsch verstehen, manchmal ist jede Unterstützung besser als keine … und ich denke, dass niemand alles in seinem Fachgebiet oder überhaupt weiß. Aber man braucht schon so etwas wie eine (ich benutze das Wort höchst ungern) Kompetenzdarstellung, wenn man ein Beratungs- oder Unterstützungsverhältnis eingehen möchte und es dem anderen auch zumuten möchte, dafür ein Geld zu geben. Über den Begriff ‚Experte‘ mag man streiten … das ist ja nicht das Entscheidende … aber ‚da‘ sein muss schon so etwas wie eine Expertise.

    1. Eine Liste über die von mir angebotenen Lestungen gibt es hier: http://www.schwindt-pr.com/leistungen.html
      Über bereits erfolgreich durchgeführte Projekte berichte ich regelmäßig, so dass man die auch anschauen kann. Und ansonsten kann man sich eine Meinung über meine Blogposts, Fanseite und sonstige Veröffentlichungen bilden. Weitere Fragen kann man dann im Einzelgespräch klären.

      1. Worte führen gelegentlich zu Missverständnissen und hier ist es wieder einmal passiert. Natürlich meinte ich mit Kompetenzdarstellung nicht (!) den Leistungskatalog oder die Referenzen … sondern die Zufriedenheit mit der und den Stolz auf die eigene Erfahrung und Leistungsfähigkeit.

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