Webchinesisch: Homepage oder Website, Blog oder Blogpost und was? Feed???

Was für uns Berater alltägliche Begriffe sind, ist für andere leider immer noch Fach-Chinesisch. Und so stoße ich immer wieder auf dieselben Fragezeichen oder Missverständnisse. Daher hier eine kurze Begriffsklärung (in einfachen Worten!):

Homepage und Website ist nicht dassselbe

  • Homepage = wird oft für die ganze Website gebraucht, bezeichnet aber eigentlich nur deren Startseite
  • Website (nur mit i) = der komplette Internetauftritt auf einer Domain, bestehend aus Homepage (Startseite) und weiteren webpages (Unterseiten)
  • Webseite (mit ei) = die deutsche Übersetzung von webpage, also eine Unterseite einer Website (nur mit i), wird irreführenderweise oft synonym gebraucht.
  • Domain = der Adressname, unter der ein Internetauftritt zu finden ist (siehe Beispiel unten)
  • Subdomain = ein eigener Bereich innerhalb einer Domain (vorangestellt und abgetrennt durch Punkt)
  • URL = die Adresse beginnend mit http:// unter der ein Internetauftritt zu finden ist

Beispiel:

Meine Website mit der URL http://www.schwindt-pr.com liegt auf der Domain schwindt-pr.com. Mein Newsroom liegt auf der Subdomain newsroom.schwindt-pr.com.

Die Homepage, also Startseite, meiner Website ist unter http://www.schwindt-pr.com/index.html zu finden. Die Seite http://www.schwindt-pr.com/beratung ist eine Unterseite (webpage) meiner Website.

Ein Blog besteht aus Blogposts und verfügt (hoffentlich) über einen Feed

  • BlogWas ein Blog ausmacht, ist die rückwärts chronologische Liste von Blogposts (wie in einem  Endlos-Faxpapier) und die Möglichkeit für Leser, per Kommentar auf Blogposts zu reagieren. Blog bezeichnet also den ganzen Internetauftritt, nicht einzelne Blogposts!
  • Blogpost = einzelner Beitrag (Artikel) in einem Blog, der über eigene URL verfügt und mit Kategorien und Schlagworten versehen wird. Jeder neue Blogpost schiebt die bisher veröffentlichten Blogposts im Blog weiter nach unten.
  • Feed =Nachrichtenstrom aus einzelnen Beiträgen (z.B. eines Blogs), der per Feedreader oder Mail abonniert oder in andere Dienste importiert werden kann. (Auch die Startseite oder die Pinnwand in Facebook sind Feeds.) Das Abonnieren eines Feeds dient dazu, dass man nicht immer nachsehen muss, ob es etwas Neues auf einer Website/in einem Blog gibt, sondern automatisch darüber benachrichtigt wird. Ein Feed kann außerdem dazu benutzt werden, verschiedene Internetauftritte miteinander zu vernetzen oder eigene thematische Nachrichtenströme zu schaffen. (Oft liest man auch RSS-Feed, wobei RSS die Technik ist, auf der der Feed basiert.)

Beispiel:

Dieses Blog heißt „In Sachen Kommunikation“ und ist zu finden unter http://www.schwindt-pr.com/blog (unter dieser URL ist der jeweils aktuellste Blogpost oben zu lesen, die jeweils älteren stehen darunter).

Was Sie hier gerade lesen, ist ein Blogpost innerhalb dieses Blogs und hat die eigene detailliertere URL http://www.schwindt-pr.com/2010/11/23/webchinesisch/. Hat man ein bestimmtes Blogpost aufgerufen, sieht man nur dieses eine plus das Kommentarformular darunter.

Den Feed dieses Blogs finden Sie unter http://www.schwindt-pr.com/feed/.

Ich habe diesen Feed z.B. via NetworkedBlogs in meine Facebook-Seite integriert (siehe http://www.facebook.com/schwindtpr?v=app_9953271133 ) und stelle ihn (zusammen mit anderen Feeds) auch in meinem Newsroom dar.

Damit ermögliche ich den Besuchern meiner verschiedenen Internetauftritte, sich direkt dort, wo sie gerade sind, über meine neuesten Blogposts zu informieren. Und das Ganze automatisch, so dass ich keine Mehrarbeit damit habe.

Außerdem können die Besucher meines Blogs hier über die Links ganz oben rechts diesen Feed auch direkt für sich abonnieren (per Feedreader = Programm zum Lesen von Feeds, oder auch per Mail).

Wenn Sie hier also meinen Feed abonnieren, so ist das kein Newsletter, sondern Sie bestellen einfach Benachrichtigungen über meine kommenden Blogposts.

Haben Sie Fragen dazu oder etwas hinzuzufügen?
Dann freue ich mich auf einen Kommentar. 🙂

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

14 Kommentare

  1. Den Website-Homepage-Kampf führe ich wie Don Quijotte seit Jahren – mit sehr mäßigem Erfolg. Mylady, darf ich euch die Lanze reichen? Lasst uns gegen die Windmühlen ziehen! 😉

  2. Sehr komplette Auflistung – sehr schön!

    Zwei, drei Ergänzungen bzw. Detaillierungen möchte ich anfügen:

    Eine Domain ist ein Platzhalter für eine IP-Adresse; für eine Subdomain gilt dasselbe. Eine Subdomain als Unterverzeichnis zu bezeichnen, trifft den Nagel somit nicht auf den Kopf. Unterverzeichnisse sind Ordner innerhalb von Ordnern. Eine Subdomain ist aber kein Ordner in einem Dateisystem, sondern eben ein IP-Adresse.
    Freilich bildet ein Webserver letztlich eine IP-Adresse (z. B. einer Subdomain) auf einen Ordner eines Dateisystems ab, aber das ist ein Übersetzungprozeß, ein Zuordnungsvorgang, ohne den das synonyme Verwenden der Begriffe „Subdomain“ und „Unterverzeichnis“ nicht zu empfehlen ist.

    Der Punkt wäre also, den Begriff „IP-Adresse“ noch in die Liste aufzunehmen.

    —-

    Apropos „Adresse“ und „synonym“!
    Oft gebraucht man den Begriff „Webadresse“ als Synonym für „Domain“ oder „URL“.
    Interessanterweise ist zwar „Emailadresse“ ein valider Ausdruck, aber für „Webadresse“ scheint es keine einheitliche Definition zu geben.
    Selbst „URL“ als „Webadresse“ oder „Gesamtadresse“ zu bezeichnen, ist nicht ganz stichhaltig, denn eine URL lokalisiert zwar ein Objekt im Internet, unterscheidet sich aber von einer Adresse durch die Mannigfaltigkeit seiner Erscheinungsform. Z. B. ist eine Emailadresse eine URL, ebenso aber auch eine FTP-Angabe oder ein TELNET-Verweis.
    Eine URL sagt also immer nur, WO man etwas finden kann, nicht aber WAS. (Dafür gäb’s die sogenannte URN, die aber internettechnisch kaum Verwendung findet. Eine ISBN hingegen ist eine typische URN.)
    URL und URN sind jedenfalls internettechnisch beides Formen der URI (Uniform Resource Identifier, eine eindeutige Festlegung der Struktur zur Übertragung von Dateien via Internet), und nachdem URN kaum gebraucht wird, läßt sich – wenn schon – URI und URL synonym verwenden, nicht aber Webadresse und URL.
    Natürlich – im Sinne von „So reden wir halt“ – findet diese Gleichsetzung von „URL“ bzw. „Domain“ und „Webadresse“ trotzdem statt. Es ist aber kein Fehler, die Unterschiede gegebenenfalls benennen zu können, um sich nicht als Träger (und ggf. Verbreiter) von Halbwissen brandmarken lassen zu müssen. 😉

    1. Vielen Dank für diese Ergänzungen. Aber wie schon oben gesagt: ich erhebe mit der Aufzählung nicht den Anspruch einer fachlichen Erklärung, sondern möchte es möglichst einfach für Laien erklären.

  3. Ein Berater zeichnet sich wohl dadurch aus, fachlich fundiert korrekt zu erklären – sonst könnte sich ja jeder „Berater“ nennen, nur weil eben irgendwas irgendwie erklärt wird.

    Falsche Worte durch Einfachheit zu rechtfertigen, halte ich für Selbstbeschädigung.

    Das trifft hier natürlich nicht zu, aber eine gewisse Tendenz ist festzustellen. Ich bin allerdings davon überzeugt, daß die sich nicht weiter fortsetzen wird. 🙂

  4. So logisch es auch klingen mag, in der Praxis verstehen alle Menschen mit denen ich bisher zu tun hatte, auch Agenturen und Leute vom Fach unter einer „Homepage“ eine „Website“.
    Meinem Empfinden nach, bezeichnet Homepage eine kleinere Website, typisch für Privatleute oder kleine Unternehmen, „eigene Homepage“ ist in dem Zusammenhang ein häufig gebrauchter Terminus.
    Würde ich eine Startseite „Homepage“ nennen, würde ich sicher missverstanden werden. An solch einem Punkte ist es vielleicht ratsam den Kampf gegen die Windmühlen aufzugeben. Ich kann eine gewisse Dickköpfigkeit bei Fachbegriffen aber sehr gut nachempfinden,…ich bin zum Beispiel auch sehr unnachgiebig wenn es darum geht klar zu machen, dass es nicht Tiefenschärfe heißt sondern Schärfentiefe, und das die Pixelauflösung von Bildern nicht in dpi sondern in ppi angegeben wird. 🙂

  5. Ich bin immer wieder begeistert über die Aussagen in diesem Blog. Für meinen FB Auftritt konnte ich schon kräftig Nektar saugen. Natürlich finde ich es auch toll und genial, wie Sie sich über diesen Blog vermarkten.

    1. Vielen Dank. Ich sehe das allerdings nicht als Vermarktung, sondern einfach als Gespräch. Die meisten Blogposts entstehen nämlich durch Fragen von Lesern oder Erfahrungen bei Beratungen.

  6. Hallo Annette,

    eigentlich bin ich überhaupt kein blutiger Anfänger mehr, im Moment fühle ich mich aber wie einer :). Beim Aufbau einer Nischenseite bin ich immer öfter auf den Begriff „Unterseite“ gestoßen und hatten den bis dato nie genutzt oder gehört.

    Daher nun meine Frage – Die „Unterseite“ ist im Grunde eine einfache Seite oder?

Kommentare sind geschlossen.