Wohin führt die Diskussion um Facebook und die Privatsphäre?

Nach den letzten Änderungen (Verlinkung von Interessen und Gefällt mir, Gemeinschaftsseiten, neue Privatsphäre-Optionen) wird die Diskussion um Facebooks Einstellung zur Privatsphäre noch lauter. Facebook gibt derweil zwar zu, dass da „kein guter Job gemacht“ wurde und verspricht Nachbesserungen. Andererseits wird darauf verwiesen, dass es bei Facebook nun mal ums Weitersagen geht. Dazu Elliot Schrage, vice president for public policy bei Facebook:

„Nobody at Facebook wants to make our users’ lives more difficult. We want to make our users’ lives better. Our mission is for Facebook to be the best place in the world to connect and share with friends and family.“  (Interview NYTimes)

Klar, um etwas weitersagen zu können, muss es für den Weitersagenden und die, an die sich das Weitersagen richtet, auch verfügbar sein. Und dann auch wieder für den nächsten Weitersager und so weiter. Also stellt Facebook die Privatsphäre-Optionen erst einmal auf „Alle“ ein, um maximales Weitersagen zu ermöglichen. Denn „sharing“ ist ja der Sinn von Facebook.

Wenn sich nun jeder Nutzer darüber im Klaren wäre, dass er sich in einem öffentlichen Raum bewegt, und sich auch dementsprechend verhalten würde, wäre sicher vieles einfacher. Dem ist aber nicht so. Vielen ist überhaupt nicht klar, wie da was zusammenhängt, und wie sie die Privatsphäre anpassen können. Darf Facebook den Nutzern nun die Verantwortung für ihre Einstellungen überlassen, oder sollte es ihnen die Verantwortung abnehmen und damit dem Sinn der Plattform entgegenwirken?

Kann Facebook die Nutzer zu mehr Medienkompetenz erziehen oder hat es diesmal den Bogen überspannt? Macht es das Leben seiner Nutzer besser, wenn mehr von deren Aktivitäten für andere sichtbar ist? Was denken Sie?

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

14 Kommentare

  1. Facebook erzieht mit diesen Massnahmen die Benutzer automatisch zu mehr Medienkompetenz, allerdings ist das Lernen durch Schmerzen nicht die schönste Lernmethode, wenn auch sehr efffektiv.
    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Facebook sehr viele Möglichkeiten zum Schutz der Privatsphäre bietet, diese aber zu wenig kommuniziert werden, bzw. viele Benutzer gleichgültig damit umgehen. Facebook ist mittlerweile so gross und reich an Funktionalitäten, dass viele Benutzer überfordert sind, den Durchblick zu behalten, bzw. die Tragweite von vielen Funktionen nicht verstehen.

    Eine verbesserte Kommunikation rund um den Schutz der Privatsphäre durch Facebook wäre wünschenswert.

  2. Ich bin seit kurzem bei Facebook dabei – privat und mit geschäftlicher Seite. Daher wünsche ich eine gewisse „Sichtbarkeit“.

    Diese würde ich aber lieber herstellen, indem ich irgendwo Häkchen für Sichtbarkeit setze, als dass alle Tore offen sind und ich manche davon erstmal zunageln muss.

    Ich will auch nicht alle Newsletter der Welt bekommen und erst einzeln abbestellen müssen, ich will auch ein WLAN-Router der sicher konfiguriert ist, etc…

  3. Hallo.
    Die Medienkompetenz hat mit der Bevormundung durch Facebook doch zunächst nichts zu tun. Ich verstehe, dass Facebook die Welt besser findet, wenn die Vernetzungen sichtbar sind und immer sichtbar sind. FB zwingt alle User nun, diesem Gedanken zu folgen.
    Diejenigen, die eine Medienkompetenz beweisen und bewiesen haben, in dem sie ihre Privatsphäreneinstellungen dazu verwendet haben die Vernetzung nicht global öffentlich zu machen, sind genau diejenigen, die nun anfangen, ihr Facebookprofil komplett zu entleeren, bzw. Facebook zu verlassen. Das ist im Sinne der Facebook Idee kontraproduktiv.
    Es handelt sich hier auch nicht um ein Phänomen der Deutschen, wie man vielleicht vermuten könnte, sondern scheint global(er) zu sein.
    Zurück im Facebook bleiben solche User, die leere Profile haben, deren Medienkompetenz mit der von Facebook kompatibel ist (also vermutlich vernachlässigbar klein) oder denen alles egal ist. Interessante Community.
    Wird interessant!

    1. Kann Medienkompetenz nicht genau so heißen, sich im Klaren darüber zu sein, dass man sich in einem öffentlichen Raum befindet und sich deshalb vorher zu überlegen, was man online stellt und was nicht?

      1. Vom Beitrag vorher merke ich schon, es gibt da unterschiedliche Ansichten zum Thema Social Community und Medienkompetenz.
        Bisher war es so, dass ich meine Medienkompetenz dazu verwenden konnte, mich trotz der Exponierung in einer Social Community noch einigermaßen in einem privaten Raum zu bewegen und nur Teile davon zu öffnen. Das war FB ein Dorn im Auge, weil der eigenen Idee abträglich. Plötzlich definiert Facebook einseitig (aber in obigem Sinne konsequent) seine Community als öffentlichen Raum und alle Proteste der User bzgl. der Privatsphäre sind aus deren Sicht gegenstandslos, weil man sich wegen seiner Medienkompetenz (in ihrem Sinne verwendet) ja klar sein müsse, dass man sich exponiere.
        So geht es m.E. nicht.
        Und natürlich kann ich meine „Medienkompetenz“ dazu verwenden, mein Profil zu entleeren, weil ich in einem öffentlichen Raum bin. Das passiert ja auch. Es passiert auch, dass Leute sich dort abmelden, weil das nicht mehr der Raum ist, den sie bevölkern wollen.

  4. Facebook wird die Erziehung sicher nicht uebernehmen koennen und wollen.
    Das bleibt schon bei „uns“ oder dem user selber. bzw. den Institutionen ueberlassen. Medienkompetenz durch Medienpaedagogik zu entwickeln.. leider sind wir da in unserem Bildungssystem noch in der Steinzeit…

  5. Meine letzte Facebook-Statusmeldung zu diesem Thema:

    Wie ich mit der Privatssphaeren-Diskussion bei Facebook umgehe? Alle Einstellung auf „so oeffentlich wie moeglich“. Vorteile:

    1. Thema durch fuer mich
    2. Wenn irgendwas an die Oeffentlichkeit geraet, denn ich weiss ja woran es liegt.
    3. Ich kann mich nun endlich um andere Dinge kuemmern, zum Beispiel mich ueber die Leute lustig machen, die in ihrer Anonymitaet-Paranoia jeden Sinn fuer die Realitaet verlieren.

    Uebrigens finde ich die User noch viel witziger, die nun ihr Facebook-Profil loeschen.

  6. Ich hätte diesen Button auch gerne 🙂

    Ich stelle mich nicht nackt auf den hamburger Hauptbahnhof und schreie Beleidigungen in die Gegend. Also mache ich das in öffentlichen Netzwerken auch nicht. Ist gar nicht so schwer, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat. Für alles wirklich private gibt es E-mail, die Post, Face-to-Face …

  7. leute das ist jetzt nicht das thema aber,ich habe durch facebook virus bekommen!
    Es war so…jemand war in eine meine Freundes facebook..und hat mich dort english angeschrieben.
    Er sagte ich habe ein lustiges viedeo von dir..und hats mir geschickt!
    İch wollte es mir anschauen..doch ich muste dafür was instaliern.
    İch hatte es instaliert doch dann stand irgentwas mit Terror virus!?
    İch habe mich so geschockt und dann ging mein laptop zu..ich hatte alles gemacht das es wieder auf ging!

    Ja das ist es…und dann ist es aufgegangen aber alles war anders..?
    🙁 ich habe dann AntiVir progam heruntergeladen..aber ich weis jetzt nicht ob’s nützt?! :S

    1. suchen Sie sich einen Computernotdienst und lassen Sie jemanden draufschauen, der sich damit auskennt. – Solche Beiträge wie von Ihnen beschreiben sind klassische Schädlingsträger. NIEMALS sowas anklicken!!!

Kommentare sind geschlossen.