Facebook-ebook: Printversion oder nicht?

Aufgrund des Erfolgs meines eBooks zur Einführung in Facebook (derzeitiger Stand über 5700 Downloads!) habe ich mit dem Gedanken gespielt, eine ausführlichere und aktualisierte Version von einem Printverlag herausbringen zu lassen. Das Interesse ist – aufgrund mangelnder Konkurrenzprodukte – relativ groß. Ich bin aber zu dem Schluss gekommen, dass eine Printversion einer Schritt-für-Schritt-Anleitung (wie sie das jetzige eBook darstellt) nicht für eine Printausgabe geeignet wäre.

Gründe:

1) Im Social-Media-Bereich ändert sich ständig alles. Dafür ist die Zeitspannen, die es vom Schreiben über Manuskriptabnahme bis zum Druck und Erscheinen (und dann noch bis zum Kauf) eines Print-Buchs dauert, einfach zu lang. Der Käufer könnte so kein aktuelles Werk bekommen und das wäre nicht in meinem Sinne.

2) Einige Dinge, über die ich schreiben will, sind erst im Werden und daher kann ich jetzt noch gar nicht absehen, wie umfangreich diese nachher abgehandelt werden müssen. Ein Verlag erwartet aber eine detaillierte Inhaltsstruktur mit Seitenumfang vorab – etwas das ich jetzt schlicht nicht liefern kann.

3) Bei einer Zusammenarbeit mit einem Printverlag gibt es viel zu beachten (wer hat welche Rechte, wieviel Anteil bekommt der Autor etc.), wozu ein Laie besser einen Medienrechtler hinzuzieht. Abstriche an den Rechten des Verlags kosten den Autor Abstriche an seinem ohnehin schon kläglichen Honorar, minus die Kosten für den Medienrechtler = fast nichts (gemessen am Aufwand).

Vorteile eines weiteren eBooks demgegenüber:

  • Ein eBook lässt sich laufend aktualisieren
  • Ein eBook kann sich auch mit den Aktualisierungen entwickeln
  • Keine Abgabe von Rechten und wenn man das eBook (wenn auch nur zu einem geringen Preis) kostenpflichtig macht, verdient man ein Vielfaches von dem, was eine Printausgabe bringen könnte

Das nur in Kürze. Es gäbe dazu sicher noch einiges mehr zu sagen. Medientrends-Experte Leander Wattig, mit dem ich die Frage“Printversion oder nicht?“ auch diskutiert habe, hat daraufhin gestern  in seinem Vortrag „Die Zukunft des Buches in der digitalen Welt“ an der Uni Erlangen meinen Fall als Beispiel verwendet.

Ich könnte mir vorstellen, ein allgemeineres Print-Buch über Facebook zu schreiben, das nicht auf einer Schritt-für-Schritt-Anleitung basiert. Vielmehr würde es darin um eine generelle Vorstellung dieses Sozialen Netzwerks und Erklärungen zum Thema „Was mache ich damit?“ gehen. Mal sehen, ob sich dafür ein Verlag findet?

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

6 Kommentare

  1. Warum nicht selber rausbringen per BOD (Books on Demand)? Da würden viele der genanten Nachteile wegfallen. Wenn der Preis stimmt würd ich es mir auch trotz kostenlosem PDF (was hoffentlich bleibt) als gedruckte Variante ins Regal stellen und diese auch hin und wieder mal gegen eine Aktuellere austauschen. – Nur so meine ersten spontanen Gedanken.

  2. In welcher Form auch immer: Der deutschsprachige Markt wartet darauf. BOD kann auch relativ teuer sein, insbes. mit Bildern, und das bräuchte es ja reichlich in Form von Screenshots. Freue mich schon auf Ihre erweitere Ausgabe und werde sie vielen Leuten weiter empfehlen.

  3. Keinesfalls sollte man die bisherige Erfolgsgrundlage gefährden für die vage Hoffnung auf einen eventuell noch schnelleren Erfolg. Zumal hier Aktualität so wichtig ist. Es würde nicht besonders vertrauenserweckend sein, ein wenn auch gedrucktes, so doch aber veraltetes Buch in Händen zu halten.

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