Keine Angst vor Kommentaren

Wenn es um das Einrichten eines eigenen Blogs geht, bekomme ich immer wieder Sätze zu hören wie: „Was? Da kann jeder kommentieren? Was, wenn da einer was Schlechtes über mich reinschreibt? Nee, da lasssen wir das mit dem Kommentieren lieber von vornherein weg!“

Damit verhindert man aber das, was ein Blog gerade ausmacht: den Dialog mit den Lesern!

Selbst wenn Sie die Kommentarfunktion in Ihrem Blog abschalten, bietet das Web viele andere Möglichkeiten, sich über Sie und Ihr Blog auszutauschen. Der Dialog findet statt – ob mit Ihnen oder ohne Sie! Wenn nicht in Ihrem Blog, dann an anderer Stelle (die Sie dann auch erst mal finden müssen und an der Sie dann nur eingeschränkten Zugriff haben). Das ist doch nicht in Ihrem Interesse!

Offen für den Dialog sein

Da ist es doch besser, Sie bieten gleich vor Ort, in Ihrem Blog, die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Lob aber auch kritische Anmerkungen unterbringen zu können, auf die Sie – und jetzt kommt der Clue an der Sache! – höflich und sachbezogen eingehen können. Das unterstreicht Ihre Seriosität und Kompetenz und zeigt, dass Sie auf Ihre Leser eingehen.

Wirklich böswillige Kommentare kommen meiner Erfahrung nach ohnehin nur selten vor. Sachlich kritische Kommentare sollte man als Herausforderung ansehen, sich mit Kritikern argumentativ sachlich auseinanderzusetzen. Auch hier sollten Sie das wieder als Gelegenheit sehen, Ihre Kompetenz zu beweisen.

Natürlich gibt es auch online Querulanten, sogenannte „Trolls“. Denen sollte man möglichst kein Futter für Ihre Angriffe geben. (Mehr zum Umgang mit Trollen in Unternehmensblogs schreibt Klaus Eck in seinem Buch „Corporate Blogs“). Aber wie gesagt: die Wahrscheinlichkeit, sachbezogene Kommentare zu erhalten ist wesentlich höher, als die, von einem Troll heimgesucht zu werden.

Sie entscheiden!

Außerdem haben Sie ja die Möglichkeit, Kommentare generell erst nach Freischaltung zu veröffentlichen. Sollte sich also jemand beim Kommentieren völlig im Ton vergreifen, können Sie sich vorbehalten, wie Sie mit diesem Kommentar verfahren:

  • gar nicht erst freischalten (zum Löschen würde ich aber nicht raten, falls der Kommentierende wiederholt auffällt)
  • in bearbeiteter Form freischalten, mit dem Hinweis, dass hier grob unsachlich formuliert wurde und der Kommentar daher nicht vollständig angzeigt werden kann
  • freischalten und argumentativ sachlich darauf eingehen (ist m.E. die beste Lösung, solange es sich nicht um einen Troll handelt)

Was viele nicht bedenken, ist die Tatsache, dass ein Kommentar,  bei dem sich jemand im Ton vergreift, v.a. das Ansehen des Kommentierenden beschädigt!

Das Internet ist kein regelfreier Raum jenseits des sogenannten „echten Lebens“! Im Gegenteil verschmelzen diese beiden Ebenen immer mehr miteinander. Wer sich heute online daneben benimmt, muss auch offline mit Konsequenzen rechnen.

Umgekehrt überträgt sich ein kompetentes und seriöses Auftreten online auch auf Ihren Ruf außerhalb des Webs. Und genau dazu soll Ihr Blog ja dienen. 🙂

In den folgenden Artikeln soll zunächst auf das Thema Social Media im Allgemeinen und einige der bekanntesten Social Media Plattformen im Speziellen eingegangen werden. Auf das Thema Bloggen werde ich im Zusammenhang damit später zurückkommen.

Annette Schwindt
hat sich inzwischen als "schwindt-pr" verabschiedet und bloggt jetzt unter annetteschwindt.de.

3 Kommentare

  1. Ein wichtiger Aspekt!

    Es ist den wenigsten Leuten klar, dass alles, was man öffentlich sagt und tut, im allgemeinsten Sinn politisch ist. Die landläufige Meinung ist ja, Politik sei nur das, was „die da oben“ tun und da solle man sich am besten raus halten, weil es ein „schmutziges Geschäft“ ist. Weit gefehlt!

    Schon wenn sich zwei Nachbarn darüber auseinander setzen, welche Gartenzwerge wo stehen dürfen, sind mitten drin in der Politik. Sich raus zu halten ist niemals eine Entscheidung, die jemand für sich alleine treffen kann. Darin ist man immer abhängig davon, dass niemand sonst einen reinzieht in die öffentliche Kommunikation – und sei es nur so, dass der Nachbar seine Gartenzwerge so provokant aufstellt, dass alle anderen eine Reaktion darauf erwarten. Wer dann schweigt, weil er sich raushalten will, hat sich damit schon geäußert.

    Genau so geht es auch denjenigen, die in ihrem Blog keine Kommentare zulassen. Bereits das ist eine Aussage, die schlimmer ist, als jeder dumme Kommentar, denn sie besagt, dass man Angst hat vor den Kommentaren, die da kommen könnten. Und letztlich verhält man sich auch widersprüchlich: Warum gehe ich an die Öffentlichkeit, wenn ich die Öffentlichkeit eigentlich fürchte?

    Also Leute, traut Euch!

    1. Sehr anschaulich erklärt! Wenn ich in die Öffentlichkeit gehe, darf ich die Öffentlichkeit nicht fürchten, sondern sollte gestaltend aktiv werden. Oder anders gesagt: Wer in die Öffentlichkeit geht, darf sich nicht davor scheuen, auch Arbeit zu investieren. Deswegen heßt es ja auch Öffentlichkeitsarbeit! 😉

  2. Ich habe so viel aus meinen Blogkommentaren gelernt, dass dies nicht in 10 Bücher reinpasst. Egal ob es eine Onlinediskussion ist oder eine innere, es bring mir sehr viel.

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